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Dresden

Das kleine Blaue Wunder wird schöner

An dem denkmalgeschützten Bauwerk am Alberthafen kann mehr erhalten werden als geplant. Allerdings sind die Arbeiten auch viel aufwendiger.

Am kleinen Blauen Wunder ist noch viel zu tun, aber es wird schöner als geplant.
Am kleinen Blauen Wunder ist noch viel zu tun, aber es wird schöner als geplant. ©  Rene Meinig

Eine Stahlfachwerkbrücke überspannt die Schiffszufahrt zum Alberthafen, die seit April 2018 saniert wird. Schließlich ist das denkmalgeschützte Bauwerk bereits 126 Jahre alt. Das Bauwerk mit seiner imposanten netzartigen Gestaltung wurde von Claus Köpcke entworfen, der auch das Blaue Wunder geplant hatte. 

Beide Brücken waren 1893 übergeben worden. Deshalb wird die Hafenbrücke auch Kleines Blaues Wunder genannt. Sie wurde noch nie grundhaft saniert. 2013 musste das Bauwerk für den Auto- und Lkw-Verkehr gesperrt werden, da es nicht mehr die nötige Tragfähigkeit hatte. Seitdem nutzen es nur noch Radfahrer und Fußgänger. Da dort auch der Elberadweg zwischen Ostragehege und Flügelwegbrücke verläuft, ist die Verbindung auch sehr wichtig.

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„Die Brücke war in einem technisch schlechten Zustand“, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) am Mittwoch bei einem Vor-Ort-Termin. „Wir hätten sie früher oder später für den Radverkehr sperren und eine Umleitung ausschildern müssen. Das ist abgewendet.“ Während der Bauzeit nutzen Radfahrer und Passanten einen Behelfsweg daneben.

Derzeit bietet sich an der 77 Meter langen Brücke am Flügelweg ein interessanter Anblick. Die weißen Planen, die die Umwelt vor Verunreinigungen schützen, sind an der sanierten Hälfte gefallen. Denn das Stahlfachwerk wird mit Sandstrahlen vom Rost befreit. Das Strahlgut, von dem immerhin rund 500 Tonnen anfallen, darf nicht ins Wasser oder die Umgebung kommen, sondern wird abgesaugt und gesondert entsorgt, erläutert Brückenabteilungsleiter Andreas Gruner vom Straßenbauamt. Die Bauleute haben bereits begonnen, die Gerüste an der anderen Brückenhälfte zu montieren. In einem Monat soll dieser Teil soweit mit den weißen Planen verhüllt sein, sodass auch hier der Rost abgestrahlt werden kann.

Ist das geschehen, darf nicht viel Zeit verstreichen, bis die Stahlkonstruktion mit frischer Farbe gestrichen wird. Denn sonst hätte neuer Rost eine Angriffsfläche. „Die neue Farbe entspricht dem historischen Vorbild“, sagt Gruner. Während die benachbarte, bereits sanierte Eisenbahnbrücke das für die Bahn typische Dunkelblau hat, präsentiert sich die erste Hälfte des Brückennachbarn in hellerem Blau. Mit dem Denkmalschutz wurde das Bauwerk vorher untersucht. Dabei stießen die Fachleute auf Farbreste von 1893. Genau in diesem Ton wird die Brücke jetzt gestrichen.

Bei der Sanierung können auch mehr alte Teile der Stahlkonstruktion erhalten werden als erwartet. Die Fahrbahnplatte bestand aus gewölbten, sehr stabilen Buckelblechen. „Als sie freigelegt wurden, waren sie noch in gutem Zustand“, so Gruner. Also erhalten sie frischen Rostschutz. Über ihnen werden anschließend die Schichten bis hin zum Asphalt für den 5,5 Meter breiten Rad- und Gehweg aufgebracht. Das soll ab Mitte kommenden Jahres geschehen. Bis dahin wird die Stahlkonstruktion der zweiten Brückenhälfte saniert und mit frischer Farbe gestrichen sein, kündigt er an. Im Oktober 2020 soll alles geschafft sein.

Wegen des größeren Aufwandes erhöhen sich die Kosten auf 3,5 Millionen Euro. 90 Prozent davon sind Fördermittel des Freistaates.