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Das kommt bei uns auf den Tisch - Zittauer Promis erzählen

Die kulinarischen Traditionen von Bernd Großer oder Andre Matthausch sind gar nicht so verschieden zu anderen Oberlausitzern.

Der Gänsebraten ist der Deutschen liebstes Weihnachtsessen.
Der Gänsebraten ist der Deutschen liebstes Weihnachtsessen. © dpa

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, stellt sich immer die Frage, welche Gerichte an den Festtagen serviert werden sollen. Soll es ganz traditionell sein oder die Familie doch einmal mit etwas Neuem überrascht werden. Vor dieser Frage stehen ebenso Prominente aus Zittau. Sechs von ihnen erzählen, was Weihnachten bei ihnen auf den Tisch kommt und wie sie das Fest feiern.

Beim Zittauer Tierpark-Chef kommen Mauke, Bratwurst und Sauerkraut traditionell an Heiligabend auf den Tisch.
Beim Zittauer Tierpark-Chef kommen Mauke, Bratwurst und Sauerkraut traditionell an Heiligabend auf den Tisch. © Matthias Weber

Bernd Großer, Direktor des Zittauer Tierparks:

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Am Heiligabend selbst wird bei uns Mauke, Brat-, Blut- und Leberwurst sowie selbstgemachtes Sauerkraut serviert. Gans, Pute oder Ente kommen dann an den Feiertagen auf den Tisch. Dazu gibt es selbstgemachte Klöße, Sauerkraut oder Rotkraut. Diese Gerichte werden bei uns traditionell zu Weihnachten verspeist. So kenne ich es bereits aus meinen Kindertagen. Den 24. Dezember werden wir in Familie verbringen, an den beiden Feiertagen kommt dann die Großfamilie zusammen. Das können schon mal bis zu 20 Leute sein. Wir treffen uns dabei in Radgendorf, wo ich aufgewachsen bin, und auch in Zittau, wo ich heute zu Hause bin.

Der Zittauer IHK-Chef Matthias Schwarzbach feiert Weihnachten seit 61 Jahren zu Hause. Die Kinder kommen dann gern aus der Ferne zurück.
Der Zittauer IHK-Chef Matthias Schwarzbach feiert Weihnachten seit 61 Jahren zu Hause. Die Kinder kommen dann gern aus der Ferne zurück. © Matthias Weber

Matthias Schwarzbach, Leiter der Zittauer IHK-Geschäftsstelle:

Bratwurst mit Sauerkraut steht bei uns am 24. Dezember, zu Mittag, auf dem Speiseplan. Abends essen wir dann eher leichte Fischkost und gönnen uns dazu ein Glas Weißwein. Am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es dann Ente mit Rotkraut und Kartoffelklößen. Die Ente holen wir direkt beim Bauern. Dazu wird ein schöner Rotwein gereicht - was nicht einfach bei Rotkraut ist. In diesem Jahr versuche ich es mit einem "Lemberger" aus dem Badischen. Wild vom Jäger des Vertrauens servieren wir am 2. Weihnachtsfeiertag. Diesmal ist es eine Rehkeule. Solange ich denken kann, gibt es bei uns zu Hause schon Bratwurst und Ente oder Gans. Etwas variieren tun wir die Speisen seit etwa 15 Jahren am Abend des 24. Dezember. Hier sind wir "moderner" geworden - mal kommt Seeteufel, mal heimischer Zander oder Saibling auf den Tisch. Weihnachten kommen unsere Kinder mit ihrem Partner und dem Enkelkind nach Hause. Meine Eltern wie auch Tanten und Onkels leben leider alle nicht mehr. Familientreffen mit meiner Schwester und ihrer Familie mit drei Kindern und Enkelkindern finden dann traditionell am 2. Weihnachtsfeiertag zum Kaffeetrinken bei uns in Ostritz statt. Dazu gibt es jetzt schon viele Jahre „Dresdner Stollen“ und selbst gebackene Plätzchen aller am Tisch Sitzenden. Meine Schwester wohnt in Dresden und die bringt naturgemäß einen guten Dresdner Stollen mit. Seit 61 Jahren feieren wir Weihnachten zu Hause. Ich bin noch nie wo anders gewesen. Und unsere Kinder wollen Weihnachten auch „nach Hause“ kommen und laden uns nicht zu sich ein - weder ins Erzgebirge noch nach Hamburg.

An den Weihnachtsfeiertagen öffnet die "Seeger Schänke" erst abends. So können die Mitarbeiter von Kult-Wirt Andre Matthausch auch ein bisschen die Festtage genießen.
An den Weihnachtsfeiertagen öffnet die "Seeger Schänke" erst abends. So können die Mitarbeiter von Kult-Wirt Andre Matthausch auch ein bisschen die Festtage genießen. © Rafael Sampedro

Andre Matthausch, Kult-Wirt der "Seeger Schänke" in der Inneren Weberstraße:

Heiligabend verbringe ich traditionell in Lückendorf bei meiner Familie. Wir sind da ein ganz bunter Haufen und haben auch jedes Mal Freunde dabei, die mittlerweile eigentlich schon zur Familie gehören. Seit fast acht Jahren feiern auch meine Tochter und ihre Mama mit. Weihnachten mit Kindern ist ja was ganz Besonderes und noch viel schöner. Bei uns gibt es dann stets Bratwurst und weiße Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat. Aber wir gehen auch noch auf die Wünsche unserer Freunde und Gäste ein. Da wir meist international sind, kommt ebenso Fisch und Eisbein auf den Tisch, damit jeder glücklich ist. Bei uns steht auch immer die Tür offen, so das keiner allein sein muss an dem Abend. Da ist stets ein Platz noch frei. An den Feiertagen öffnet die "Seeger Schänke" erst am Abend, damit die Mitarbeiter wenigstens einen halben Feiertag zu Hause sind. So kann ich mich ganz traditionell vom meiner Mutti bekochen lassen. Meist gibt es Ente oder Gans, am zweiten Tag dann Kaninchen. Was es dieses Jahr genau gibt, da lasse ich mich überraschen. Denn ich bin froh, wenn ich bekocht werde. Bei Mutti schmeckt es doch am besten.

Zittaus Schauspielchefin feiert dieses Jahr in Zittau und wird ungarische Speisen zubereiten.
Zittaus Schauspielchefin feiert dieses Jahr in Zittau und wird ungarische Speisen zubereiten. © SZ-Archiv

Dorotty Szalma, Schauspielintendantin des Zittauer Theater:

Bei meinen Schwiegereltern in Polen gibt es immer eine Vielzahl an äußerst schmackhaften Gängen, die ich nicht im Stande bin aufzuzählen - geschweige denn, zu essen. In Österreich, bei meinen Eltern, gibt es meist eine Suppe und einen ausgesprochen leckeren Fisch, sowie variierende Nachspeisen. Bei meinen Großeltern in Ungarn gab es entweder eine köstliche Ente oder eine noch köstlichere Gans. Ich habe folgende These aufgestellt: Entweder durften früher europaweit ausschließlich Sterneköche Nachwuchs bekommen oder ich habe verdammt viel Glück im Leben. So oder so, dieses Jahr feiern wir, mein Mann, mein Kind und ich zu dritt in Zittau und ich darf Szalmas Erbe unter Beweis stellen. Dies tue ich mit Palatschinken a lá Hortobágy sowie einer ungarischen Fischsuppe. Sollten sie schiefgehen, habe ich noch genug Zutaten für Toast Hawaii.

Kinochefin Ilona Schaller wird erstmals seit vielen Jahren Weihnachten in Berlin verbringen.
Kinochefin Ilona Schaller wird erstmals seit vielen Jahren Weihnachten in Berlin verbringen. © Rafael Sampedro

Ilona Schaller, Leiterin des Zittauer Filmpalastes:

Bei uns wird immer Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut und Kartoffelmus serviert. Das hat am Heiligabend seit Jahren Tradition. Mittags essen wir an diesem Tag immer nur was Kleines. Vor dem Essen besuchen wir zusammen die Christmesse, machen danach gleich die Bescherung, weil unser Enkel nicht so lange warten kann. Anschließend wird dann gegessen. An den Feiertagen kommt bei uns Gans oder Ente auf den Tisch. Mein Mann mag aber beides nicht und isst deshalb Wild. Ob es dieses Jahr alles genauso sein wird, kann ich noch gar nicht sagen. Denn erstmals seit vielen Jahren werden wir bei der Schwester meines Mannes in Berlin Weihnachten verbringen. Sonst haben wir uns immer in Zittau getroffen, mit den Kindern, der Schwiegermutter und der Schwester und ihrer Familie. Aber diesmal gehen die Kinder zu den Schwiegereltern und deshalb haben wir uns entschieden, mal zur Schwester nach Berlin zu fahren. Ich vermute schon, dass sie die gleichen Gerichte wie in den Vorjahren servieren wird, denn sie kennt sie ja auch von uns. Und Tradition ist eben Tradition. 

Felix Weickelt trifft sich am ersten Weihnachtsfeiertag mit der gesamten Familie bei der Großmutter in Oberseifersdorf.
Felix Weickelt trifft sich am ersten Weihnachtsfeiertag mit der gesamten Familie bei der Großmutter in Oberseifersdorf. © Rafael Sampedro

Felix Weickelt, Türmer der Johanniskirche:

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Mittags gibt es am Heiligabend nur eine kleine Suppe, abends dann Abbernsalat mit Bratwurst. Die kommt vom Nachbarn, der selbst schlachtet. Da ich derzeit die Generalvertretung von unserem erkrankten Kantor übernommen habe, ist der Heiligabend sehr stark geprägt von den Christvespern. Nach dem Abendbrot bei den Eltern muss ich noch mal zurück nach Zittau, um bei der letzten Christmesse mitzumachen. Sonst habe ich als Türmer am 24. Dezember abends frei. Am ersten Weihnachtsfeiertag trifft sich dann die ganze Familie bei meiner 92-jährigen Großmutter in Oberseifersdorf. Sie serviert uns ein klassisches Gericht mit Fleisch, da sie selbst Fleischermeisterin war. Wir lassen uns da immer überraschen, aber es wird eher keine Gans sein. Das weihnachtliche Beisammensein auf dem Johannisturm, so wie im Vorjahr, wird es diesmal leider nicht geben. Aufgrund der umfangreichen Aufgaben mit den Orgeldiensten habe ich das dieses Jahr nicht geschafft. Nächstes Jahr will ich es wieder anbieten.

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