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Das kostbare Nass wird für Mückaer und Förstgener teurer

Der Alleingang von Mücka endet. Die Weichen sind gestellt, in den Trinkwasserverband aufgenommen zu werden.

© picture alliance / dpa

Von Carla Mattern

Noch hat die Karte des Trinkwasserzweckverbandes Neiße-Schöps zwei große weiße Flecken im Verbandsgebiet. Die Gemeinde Mücka versorgt bisher selbstständig ihre Einwohner und Unternehmen mit Trinkwasser. Auch die Stadt Niesky gehört nicht zum Versorgungsgebiet des Verbandes. Einer der weißen Flecke wird mit Jahresbeginn verschwinden. Denn zu den zehn Verbandsgemeinden im Gebiet des ehemaligen Kreises Niesky kommt eine elfte hinzu.

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Die Gemeinde Mücka stellt im Oktober den Antrag, dem Trinkwasserzweckverband Neiße-Schöps beizutreten. Die Gründe, warum sie ihren Alleingang beendet, sind bekannt. Die Gemeinde hat das Trinkwasser im Vergleich zu anderen Versorgern sehr preiswert verkauft und kaum in das Trinkwassernetz und die zwei Wasserwerke in Mücka und in Förstgen Geld gesteckt. Das hat dafür gesorgt, dass mittlerweile ein Investitionsstau von etwa 200 000 Euro aufgelaufen ist. Zu viel, als dass es Mücka alleine stemmen könnte. Dazu kommen die Auflagen, die Mücka nicht erfüllen kann. Sie müsste beispielsweise einen zweiten Mitarbeiter einstellen und die alten Wasseruhren komplett austauschen.

Deshalb hat die Gemeinde bereits vor dem Sommer nach Lösungen gesucht und nach möglichen Partnern oder Dienstleistern Ausschau gehalten. Daraufhin sahen sich auch Mitarbeiter des Trinkwasserzweckverbandes und Fachleute aus dem Landratsamt in Mücka und Förstgen um, sichteten Unterlagen und vertieften sich in Analysen. Sie stellten beispielsweise fest, dass die Wasserqualität aus dem Wasserwerk Förstgen in Ordnung ist, informiert Mückas Bürgermeister Markus Kiese. Nach der Sommerpause stand dann fest: Der Trinkwasserzweckverband kann sich vorstellen, Mücka ab Jahresbeginn mitzuversorgen.

Im November werden die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Boxberg-Klitten, Kreba-Neudorf, Hähnichen, Waldhufen, Quitzdorf am See, Vierkirchen, Hohendubrau, Horka, Kodersdorf und Neißeaue über den Antrag der Gemeinde Mücka diskutieren. Er könne der Entscheidung natürlich nicht vorgreifen, sagt Klaus Kopke, der Geschäftsführer des Trinkwasserzweckverbandes Neiße-Schöps. Aber es sei davon auszugehen, dass im Dezember die Verbandsversammlung den Beitritt befürwortet. Der Verband sei in der Lage, die notwendigen Investitionen vorzunehmen. Das werde für die Trinkwasserabnehmer keine Auswirkungen auf die Gebühren haben. „Der Beitritt von Mücka wird den Zweckverband nicht in eine neue Gebührenkalkulation stürzen“, sagt Klaus Kopke. Dass der Trinkwasserzweckverband aber trotzdem über höhere Gebühren diskutiert, hänge eher mit dem Einwohnerschwund zusammen, sagt der Geschäftsführer.

Für die Einwohner in Mücka und Förstgen wird das Trinkwasser aber auf jeden Fall teurer, wenn der Beitritt zum Verband kommt. Sie zahlen künftig genauso viel wie alle anderen im Versorgungsgebiet des Verbands Neiße-Schöps. Der Verband erhebt monatlich eine Grundgebühr von 7,65 Euro und einen Kubikmeterpreis von 1,62 Euro, so Kopke. Bisher zahlen die Einwohner der Gemeinde Mücka eine Jahresgrundgebühr von 15 Euro und pro Kubikmeter wasser 1,34 Euro. Hätte die Gemeinde Mücka alle Vorschriften eingehalten, hätte sie einen ähnlichen Preise wie der Trinkwasserzweckverband Verband kassieren müssen, sagt Klaus Kopke.