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Das längste deutsche Städtebündnis

Vor 670 Jahren wurde der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet. Er überdauerte die Zeiten und bestand bis 1815.

Wenn am Sonntag der Tag der Oberlausitz im Kalender steht, wird auch der Sechsstädtebund wieder Erwähnung finden. Diesmal sogar mit einem Jubiläum: Denn zum Schutz des Landfriedens schlossen sich Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau am 21. August 1346 zu einem Bündnis zusammen. Wahrscheinlich ging die Gründung von Karl IV. aus, dessen Landvogt in der Urkunde genannt ist. Ein ähnliches Bündnis hatte bereits 1339 König Johann von Böhmen zwischen oberlausitzischen (ohne Zittau) und schlesischen Städten gestiftet. Ebenso bemühte sich Herzog Johann von Görlitz um ein oberlausitz-schlesisches Landfriedensbündnis.

Die Blütezeit des Städtebundes fiel in die ersten 200 Jahre seines Bestehens. In dieser Zeit gelangten Görlitz und Zittau in den Besitz der landesherrlichen Gerichtsbarkeit in ihren Landvogteien. Löbau gelang es, seine Weichbildgerichtsbarkeit auf den Gütern der zerfallenden Herrschaft Kittlitz durchzusetzen. Parallel zur Festigung ständestaatlicher Strukturen intensivierte sich im ausgehenden 14. Jahrhundert auch die Kommunikation unter den im Sechsstädtebund zusammengeschlossenen königlichen Städten der Oberlausitz.

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1547 schränkte Landesherr Ferdinand I. im Oberlausitzer Pönfall die Machtentfaltung der Städte stark ein. Zwar konnten sie ihre Position später wieder festigen, ihr Übergewicht in der Landespolitik war aber nicht wiederherstellbar. Als 1815 infolge der Bestimmungen des Wiener Kongresses die Lausitz geteilt wurde und Görlitz und Lauban an Preußen fielen, endete das Bestehen des Sechsstädtebundes nach fast 500 Jahren. Er war damit das am längsten bestehende deutsche Städtebündnis.

Am 21. Juni 1991 wurde der Bund neu belebt. Ihm gehören jetzt sieben Städte an, da der ehemalige Görlitzer Stadtteil östlich der Neiße heute die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec ist. Der neue Bund trägt lediglich symbolischen Charakter. Er steht für gemeinsame Initiativen für eine attraktive Region, vor allem in den Bereichen Kunst, Kultur und Tourismus. (SZ)