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Das Land Sachsen wird um 42 Seen reicher

Der Freistaat übernimmt die Verantwortung für geflutete Tagebaue in der Lausitz und bei Leipzig.

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Von Thomas Mielke und Tilo Berger

Investoren im Lausitzer Seenland können ihre Pläne aus der Schublade holen, Kommunen und Zweckverbände bekommen Planungssicherheit: Gestern Abend vereinbarten das Land Sachsen und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) die Übernahme von 42 gefluteten Tagebauen in die Verantwortung des Freistaates. Von dem Vertrag hängen maßgeblich eine ganze Reihe von Investitionen im Lausitzer Seenland ab, beispielsweise der Bau eines Restaurants, einer Ferienhaussiedlung, einer Marina mit schwimmenden Häusern und eines Yachtclubs am Geierswalder See.

Kanäle zwischen den Seen

Der Freistaat greift den Seenlandschaften in der Lausitz und bei Leipzig allein für Infrastrukturmaßnahmen in den nächsten Jahren mit insgesamt 90Millionen Euro unter die Arme. Von dem Geld werden beispielsweise schiffbare Verbindungen zwischen den Lausitzer Seen gebaut.

Da die LMBV den Verkauf von Uferflächen seit drei Jahren verweigert, waren bisher im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes, dem Gebiet um Hoyerswerda, mehrere Vorhaben blockiert. Auch der Bau einer 150-Millionen-Euro teuren Erlebniswelt „Lausitzer Seenland“ am Sabrodter See und die Errichtung einer Ferienlandschaft mit Ferienhaus-Anlage, Hotel, Hafen, Campingplatz und Military-Reitstrecke am Partwitzer See wäre ohne zum Kauf stehende Flächen zum Scheitern verurteilt.

Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD), der gestern den entsprechenden Vertrag in Zwenkau bei Leipzig unterschrieb, hofft auf baldige und zahlreiche Investitionen im Lausitzer Seenland und im Neuseenland bei Leipzig. „Der Weg ist frei“, sagte er der SZ.

Freistaat sichert Qualität

23 Seen befinden sich in der Lausitz, 19 im Leipziger Revier. Die Gewässer bleiben Eigentum der LMBV, bis sie fertig saniert und weitgehend geflutet sind. Dann gehen sie ins Eigentum des Freistaates über, der sich langfristig um die Gewässerqualität kümmert. Dafür erhält das Land von der LMBV einen finanziellen Ausgleich, der von See zu See schwankt. Die meisten Gewässer erreichen den vorgesehenen Pegel etwa zwischen 2012 und 2020.

Die Brandenburger Seite des Lausitzer Seenlandes hofft weiter auf eine ähnliche Einigung zwischen ihrer Landesregierung und der bundeseigenen LMBV.

Die weitere Flutung der stillgelegten Tagebaue gehört zu den Schwerpunkten der Bergbausanierung in diesem Jahr. Für die Arbeiten in beiden Revieren stehen 2008 insgesamt fast 250 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld geben der Bund und die von Bergbau-Altlasten betroffenen Länder.

www.lmbv.de