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Das lange Warten auf Entschädigung

Bekommen die Ehrenberger für Überspannungsschäden Geld von Mitnetz Strom? Jetzt durften sie Anträge abgeben.

Von Frank Korn

Die Hoffnungen von einem Großteil der Kriebsteiner, deren Elektrogeräte durch Überspannung im September kaputt gegangen waren, auf eine Entschädigung durch die Versicherung des Stromanbieters sind gestiegen.

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Der Energieversorger Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH, kurz Mitnetz Strom, hat am Mittwoch und Freitag im Bürgerhaus Ehrenberg Sprechstunden abgehalten, die von 29 Geschädigten genutzt wurden. Allerdings fiel dabei noch keine Entscheidung, ob und wie die Betroffenen entschädigt werden. „Wir haben den Bürgern Hinweise zum Ausfüllen der Anträge gegeben und darauf geachtet, dass diese vollständig ausgefüllt waren“, sagte Stefan Buscher, Pressesprecher der Mitnetz Strom. Die Anträge werden nun an die Versicherung des Stromanbieters weitergeleitet. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes fallen Schäden durch Überspannung unter das Produkthaftungsgesetz, nach dem sich auch die Mitnetz Strom zu richten habe, so Buscher. Demnach können nun Betroffene, deren Anträge abgelehnt wurden, diese Anträge erneut einreichen. „Allerdings gilt ein Selbstbehalt von 500 Euro“, so Buscher.

Auch der Grünlichtenberger Andreas Voland, dem durch die Überspannung drei Geräte – zwei Steuerteile für Heizung und Klärgrube sowie ein Netzgerät für Weidestrom – kaputtgegangen waren, hat die Sprechstunde genutzt und einen Antrag auf Regulierung eingereicht. „Der Schaden beläuft sich auf eine Summe von 1 400 Euro. Ich habe Kopien der Unterlagen abgegeben, die ich schon bei der Versicherung eingereicht habe“, sagte Voland dem Döbelner Anzeiger. Der Grünlichtenberger ist sich sicher, dass die Versicherung des Energieversorgers nach der Gesetzesänderung einlenken musste und hofft, dass er die über dem Selbstbehalt liegende Summe ersetzt bekommt.

Der Kriebsteiner Bürgermeister Christoph Merker (Freie Wähler) ist froh darüber, dass nun offenbar Bewegung in den Fall gekommen ist. Die Gemeinde hatte wegen der Überspannung einen Schaden in Höhe von etwa 8 200 Euro.

Am 24. September des vergangenen Jahres hatte es wegen einer Überspannung in über 350 Haushalten insbesondere in den Ortsteilen Grünlichtenberg, Ehrenberg und Höckendorf sowie in der Grundschule Grünlichtenberg Schäden an elektrischen Geräten gegeben. Als Ursache der Störung hatte Mitnetz-Strom einen Defekt an einem Mast einer Leitung zwischen der Kirche Grünlichtenberg und Reichenbach ausgemacht. Daraufhin hatte sich die Spannung im Netz kurzzeitig erhöht.

Anfangs wandten sich die betroffenen Stromkunden in der Hoffnung auf eine Schadensregulierung an den Netzbetreiber. Doch dessen Versicherer wies das zurück. Die Kriebsteiner wehrten sich und legten Widersprüche ein, die aber genauso abgewiesen wurden. Der TV-Anwalt Christopher Posch kritisierte während einer Versammlung mit 150 Geschädigten in Ehrenberg (DA berichtete) die Ablehnung der Widersprüche und auch die Art und Weise, wie das geschehen war. Er ermunterte die Betroffenen, sich nicht abspeisen zu lassen. „Das Einschalten des TV-Anwalts hat mit Sicherheit etwas gebracht“, sagte Andreas Voland. Es sei ein gutes Zeichen, dass die Mitnetz Strom diese Sprechstunden angeboten habe.