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Das Lauschen der Anderen

übers Abhören der Politiker

Gabriel Wandt

Ja, das gute alte, persönliche Gespräch: So schlecht ist es eben doch nicht, die Leute persönlich zu treffen, wenn es um wichtige Dinge geht. Die meiste Technik lässt sich schnell auch gegen den Besitzer einsetzen – das wussten viele Menschen in der DDR auch schon, bevor es Filme wie „Das Leben der Anderen“ im Kino gab. Nun ist es nicht der eigene Staat, der die Bürger abhört, es sind die berühmten Freunde. Das macht es nicht besser, und so nachvollziehbar es ist, so erschreckend ist es auch: Kaum jemand ist wirklich überrascht davon, dass die Amerikaner die höchsten deutschen Spitzenpolitiker belauschen.

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Und doch erscheint fraglich, ob all das wirklich Konsequenzen hat. Ja, zweifelsohne, auf allzu große Leichtfertigkeit im Umgang mit Facebook, Twitter & Co. kann man nicht oft genug hinweisen. Trotzdem ist Fakt, dass diese Netzwerke wie auch die Unterwegs-Kommunikation mit internetfähigen Smartphones längst nicht mehr wegzudenken sind.

Dasmüssen sie auch nicht, wenn sie bewusst eingesetzt werden. Und der deutsche Geheimdienst weiß ja wohl auch, wie man Mobiltelefone anzapft. Da wird er doch Frau Merkel eine etwas weniger umständliche Technik anbieten können als derzeit gebräuchlich, wenn Handytelefonate verschlüsselt geführt werden sollen? Da hilft vielleicht mal – ein persönliches Gespräch.