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Das liebste Stück

Vorhaben. Für den Plan des Wechselbads fährt der Chef schon mal bis zum Theater der Welt.

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Von Monika Dänhardt

Am 9. September startet das Theater Wechselbad nach der Sommerpause schon in die vierte Spielzeit. Und zwar gleich mit einer Uraufführung: „Penis Monologe", das Pendant zu den „Vagina-Monologen“. „Wir erarbeiten das Stück gemeinsam mit dem amerikanischen Autor Willard Manus“, sagt der künstlerische Leiter der Bühne, Gerd Schlesselmann. Und verweist darauf, dass solche Stücke zum Programm des Theaters gehören, das nicht umsonst Wechselbad (der Gefühle) heißt. Man sei stolz auf ein Angebot für die Zuschauer, das von nachdenklichen Stücken, wie „Kopenhagen“, bis zu sehr unterhaltsamen wie „What a Feeling!“ reicht. Auch wenn das Publikum eher in „Ladies Night“ rennt als in ein Politstück wie „Feelgood“.

Über den Tellerrand blicken

Für so einen anregenden Spielplan fährt Gerd Schlesselmann schon mal nach Stuttgart zu „Theater der Welt 2005“ und lädt Inszenierungen von „Weltklasse“ ein. Einfach, um auch mal die Dresdner über den Tellerrand blicken zu lassen. So plant man im Wechselbad für 2006 unter anderen das Gastspiel einer Theatertruppe aus Ungarn. Und zwar mit der Inszenierung „Peasantopera“ über die im Deutschlandradio bei der Berichterstattung über Theater der Welt zu hören war: „Nur selten gelingt das Neben- und Ineinander von Wort und Musik, Sprache und Rhythmus so überzeugend, dass, …aus dem eins und eins der Medien mehr als eine Verdopplung wird.“ Mit einer Theatertruppe aus Schweden, die in Stuttgart eine faszinierende und stimmige Inszenierung der „Kleinen Meerjungfrau“ präsentierte, ist er im Gespräch. Außerdem nutzt Gerd Schlesselmann seine guten Kontakte zum zukünftigen Intendanten des Schauspielshauses Hamburg, Friedrich Schirmer, um von dort „Cosi fan tutte“ in der Fassung von Robert Lehmeier und Jens-Karsten Stoll nach Dresden zu holen. Ein Stück, in dem zehn smarte Jungs über die Last mit der Lust sinnieren.

Dies alles spricht dafür, dass sich das Theater Wechselbad auf einem zukunftsorientierten Weg befindet. „Wir schreiben schwarze Zahlen und können uns über Wasser halten“, sagt der Theaterchef. Wobei er seiner Mannschaft dankbar sei. Der Vermieter sitzt als Mitgesellschafter mit im Boot. Dies wirkt sich positiv auf die Mietforderungen aus – und auf die Gestaltung des Hauses. Im November soll der letzte Raum im Erdgeschossneu gestaltet sein. Der Zuschauerraum behält auch aus Kostengründen, weiterhin seinen spröden Charme. Zur Mannschaft zählen aber vor allem die Schauspieler. Gerd Schlesselmann will weiter auf Schauspiel-, statt Regietheater setzen und zwar mit Mimen aus der Region: „Hier gibt es sehr viele gute Leute, die eben auch für kleine Gagen engagiert Theater spielen.“

www. theater-Wechselbad.de