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Das liest Löbau

Literatur aus der Region ist beliebt. Die SZ sagt, was 2014 gut ging und was die Leser dieses Jahr erwartet.

Von Carina Brestrich

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Wer denkt, Regionalliteratur sei dröge und oll, der bekommt bei Diana Engemann den Gegenbeweis. Die Inhaberin des Buchgeschäfts „Lies-chen“ in der Inneren Zittauer Straße in Löbau hat in ihrem Laden einen ganzen Regalabschnitt mit „Regionales“ überschrieben. Die Bücher darin sind keinesfalls Ladenhüter. „Auch wenn es nach viel aussieht: Aber das Angebot an Literatur über die Oberlausitz ist sehr überschaubar. Und das wenige, was es gibt, das kaufen die Leute auch gern“, sagt die Buchhändlerin.

Einige Favoriten haben sich in der Regionalsparte im vergangenen Jahr dennoch herauskristallisiert. So war der größte Renner in ihrem Geschäft der im November erschienene Erzähl-Band „Heimkehr“ der Taubenheimer Erfolgsautorin Annelies Schulz. Für Diana Engemann keine wirklich große Überraschung. „Die Bücher von Annelies Schulz haben den Nerv der Kunden getroffen“, sagt sie. Daher sei das Buch auch gern als Weihnachtsgeschenk gekauft worden. So wie auch „Weihnachten in der Oberlausitz“. Der Band von Dietmar Sehn, der in Kleindehsa bei Löbau aufgewachsen ist, stand bei den hiesigen Lesern ebenfalls hoch im Kurs. Er beleuchtet in seinem Buch heimische Bräuche, Lieder und Gedichte rund ums Weihnachtsfest. „Das mögen die Leser: kurze, kleine Geschichten zum Schmökern“, sagt Diana Engemann.

Ähnliches berichtet Eva-Maria Berger, Leiterin der Thalia-Filiale auf der Bahnhofstraße in Löbau. Eine Hitliste kann sie zwar nicht benennen, wohl aber sei es nicht schwer, Abnehmer für das schmale Sortiment an Literatur aus und über die Oberlausitz zu finden. Gekauft werde für das eigene Regal zu Hause, aber auch zum Verschenken, etwa als Gastpräsent. „Die Menschen wollen zeigen, wie schön es hier ist. Und Touristen möchten gern etwas von hier als Erinnerung mitnehmen“, sagt sie.

Im Zittauer Gebirge aber werden sie dabei immer seltener fündig. Zumindest wenn es um die Literatur aus dem Lusatia Verlag in Bautzen geht. Das Unternehmen verlegt unter anderem die Bücher von Annelies Schulz: „Das Zittauer Gebirge gehörte mal zu unseren stärksten Gebieten“, erklärt Verlagsinhaber Frank Stübner. Inzwischen aber stagnieren in dem Gebiet die Umsätze: „Mehrere Geschäfte, die unsere Bücher im Sortiment hatten, zum Beispiel Schreibwarenläden, gibt es nicht mehr.“

Dennoch war 2014 ein Erfolgsjahr für den Verlag, der rund 130 Händler zwischen Dresden und Görlitz beliefert. Insbesondere durch den Buchhandel im Raum Löbau-Zittau habe der Verlag den Umsatz um 20 Prozent steigern können. Das liege vor allem an der Beliebtheit der Bücher von Annelies Schulz. Von der ersten Auflage ihres aktuellen Buchs „Heimkehr“ seien bereits zwei Drittel verkauft, sagt Frank Stübner.

Eine positive Bilanz zieht auch der Oberlausitzer Verlag in Spitzkunnersdorf. Zu den Bestsellern dort gehörten 2014 das Oberlausitzer Familienkalenderbuch und das Oberlausitz-Universalwerk „Stolz darauf, ein Oberlausitzer zu sein“ von Hans Klecker. Der Stadtführer „Mystisches Görlitz“ von Autor und Verlagschef Andreas Gerth reiht sich in die Top Drei der Buchhits 2014 ein: „Wir verzeichnen eine ungebrochene und sogar ansteigende Lesefreude im Bereich gesammelter Heimatgeschichten“, bilanziert Andreas Gerth. Sachbücher und belletristische Werke seien dabei gleichermaßen beliebt. Was also dürfen die Leser im Südkreis dieses Jahr von den hiesigen Verlagen erwarten? Frank Stübner vom Lusatia Verlag gibt einen Ausblick: „Es wird auf jeden Fall ein Hörbuch von Annelies Schulz geben.“ Damit reagiert der Verlag auf die große Nachfrage und die positiven Resonanzen nach den Lesungen von Annelies Schulz. Außerdem wird das beliebte Hausbuch dieses Jahr zum 25. Mal erscheinen. „Dieses Jubiläum werden wir dabei auf jeden Fall aufgreifen.“ Andreas Gerth vom Oberlausitzer Verlag will dagegen noch nicht zu viel verraten. Der Verlag werde in Sachen Buchtiteln traditionelle, aber auch neue Wege gehen, lässt er durchblicken. Näheres will er erst im Vorfeld der Buchmesse bekannt geben: „Es wird einige grandiose Überraschungen geben.“

Wenig wahrscheinlich scheint aber, dass unter den Neuerscheinungen der beiden Verlage ein Titel über Löbau dabei sein wird. Dabei besteht genau da dringend Bedarf, sagt Eva-Maria Berger von Thalia: „Wir werden immer wieder nach Büchern über die Stadt gefragt. Aber da gibt es auf dem Markt momentan eine Lücke“, sagt die Filialleiterin.

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