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Das Lößnitzbad darf öffnen

Das Gesundheitsamt hat entschieden, dass die Anforderungen der Corona-Schutz-Verordnung im Naturbad nicht gelten.

Noch in dieser Woche können Besucher wieder im Naturbad schwimmen und auf dem Gelände die Sonne genießen.
Noch in dieser Woche können Besucher wieder im Naturbad schwimmen und auf dem Gelände die Sonne genießen. © Norbert Millauer

Von Beate Erler

Radebeul. Nun ging doch alles ganz schnell. Noch Mitte letzter Woche hatten das Gesundheitsamt des Landkreises Meißen und die Geschäftsführer der Stadtbäder und Freizeitanlagen GmbH (sbf) die Radebeuler um etwas Geduld gebeten. Viele fragten sich, ob und wann das Lößnitzbad diesen Sommer öffnen wird.

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Am Dienstag hatte sbf-Geschäftsführer, Titus Reime dann gute Nachrichten für alle Fans des Naturbadesees: „Das Lößnitzbad soll noch diese Woche öffnen“, sagt er. Voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag ist es soweit. Bis dahin sollen noch Hinweisschilder aufgestellt werden. Ansonsten war das Badgelände schon seit längerer Zeit für die Öffnung vorbereitet worden.

Während die meisten Freibäder schon Mitte Mai unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen die Freibadsaison einläuteten, mussten die Tore des Lößnitzbades aber vorerst geschlossen bleiben. Es sollte erst geklärt werden, wie mit dem Sonderfall einer offenen Badestelle, ohne Aufsicht, umzugehen ist. Nun steht fest: „Der Betreiber macht vor Ort nicht von seinem Hausrecht Gebrauch und somit gelten auch nicht die Anforderungen der Corona-Schutz-Verordnung“, so das Gesundheitsamt.

Als einer der wenigen Badeseen darf das Lößnitzbad also ohne genehmigtes Hygienekonzept sowie ohne Auflagen öffnen. Das Gesundheitsamt empfiehlt dem sbf aber eine Beschilderung, auf der Hinweise zur aktuellen Situation, zur Abstandsregelung von 1,50 Meter sowie zur Händehygiene und Husten-Nies-Etikette für die Badegäste zu erkennen sind. Titus Reime erklärt, dass trotzdem ein Hygienekonzept erstellt wird, auch wenn es keine Pflicht ist.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

Grundsätzlich gäbe es kein höheres Risiko durch das Coronavirus beim Baden in einem Naturbadesee als in einem Freibad, so das Gesundheitsamt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über den Wasserweg übertragen wird. Außerdem sind nach jetzigem Kenntnisstand keine relevanten Konzentrationen des Virus in Badegewässern zu erwarten, die zu einer Infektion führen können.

Auch das Umweltbundesamt hält das Baden für ungefährlich: Ein Eintrag von Corona-Viren in Badegewässern durch infizierte Personen ist zwar möglich, aber äußerst gering. Ob eine Ansteckung auf diesem Weg überhaupt möglich ist, sei noch nicht geklärt. Die Wahrscheinlichkeit ist aber, wegen der Verdünnung im Wasser, ebenfalls sehr gering. Hinzu kommen steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung in den nächsten Wochen, die zu einer noch stärkeren Inaktivierung der Viren führen werden, so das Umweltbundesamt.

Damit die Menschen im Landkreis Meißen gesund bleiben und die Infektionszahlen nicht wieder ansteigen, bittet das Gesundheitsamt dennoch, alle Personen mit einem Infekt der Atemwege, nicht baden zu gehen, um andere Badende nicht zu gefährden. Dies gelte völlig unabhängig vom Krankheitserreger.

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