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Das Märchen von der Sebnitztalbahn

Die IG Kohlmühle hatte zur Erlebnisfahrt eingeladen. Und es gab mehr als eine Überraschung.

Von Anja Weber

Die Frauen und Männer von der Interessengemeinschaft Kohlmühle haben ihre Plakate, mit denen sie den Erhalt der Sebnitztalbahn fordern, längst zur Seite gestellt. Das Anliegen selbst verfolgen sie noch.

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Um die Strecke vor dem Aus zu bewahren, mussten und müssen auch mehr Fahrgäste die Bahn benutzen. „Wir haben mit unseren Aktionen versucht, mehr Leute zur Fahrt mit der Sebnitztalbahn zu bewegen. Mit den Erlebnisfahrten ist uns das auch gelungen. Und nun freuen wir uns, dass durch den Lückenschluss nach Dolni Poustevna die Strecke erweitert wird“, sagt Petra Kaden von der IG Kohlmühle. Wegen des regen Interesses an der Fahrt im vergangenen Jahr hatten sich die Kohlmühler auch in diesem Jahr wieder dazu entschieden. Und Zugpassagiere, die die Erlebnisfahrt noch nicht kannten, waren überrascht. Denn im Zug tummelten sich allerlei Märchenfiguren. Die dritte Märchenfahrt der IG Kohlmühle mit der Städtebahn Sachsen startete in Neustadt. Es hatten sich wieder viele Fahrgäste eingefunden. Die beiden Triebwagen waren mit Papppfefferkuchen geschmückt, die von zwei Frauen der IG Kohlmühle und des Schwarzbachbahnvereins gebastelt worden waren. Mitglieder der IG Kohlmühle schlüpften in Märchenkostüme. Unterstützt wurden sie von Mitgliedern des Schwarzbachbahnvereins und des Theatre Libre Sebnitz.

Bis nach Sebnitz wurden den Kindern, ihren Eltern und Großeltern von der Märchenerzählerin Andrea Reimann Märchenrätsel gestellt. Als in Sebnitz alle Fahrgäste eingestiegen waren, erzählte sie dann das Märchen von Hänsel und Gretel. Die großen und kleinen Fahrgäste lauschten gespannt. Das Lied von Hänsel und Gretel wurde von Ingo Halama in einer modernen Version gesungen, und die mitfahrenden Märchenfreunde stimmten ein. In Bad Schandau angekommen, liefen die etwa 200 Fahrgäste hinter den Märchenfiguren her bis zum Bahnhofsgebäude. Dort erwartet sie die nächste Überraschung. Auf dem Bahnhof standen ein Backofen und ein Pfefferkuchenhaus, eine Leihgabe vom Ulbersdorfer Kulturklub. Die Zuschauer hatten großen Spaß, als die Hexe, alias Christoph Ehrlichmann vom Theatre Libre, dahinter hervorkam. Das Märchen wurde von den Mitgliedern des Theatre Libre auf lustige, moderne Art gespielt. Die Zuschauer hatten viel zu lachen, und die Kinder tobten, als die Hexe von Hänsel, gespielt von Hohnsteins Tourismuschef André Häntzschel, in den Ofen bugsiert wurde. Auf der Rückfahrt nach Neustadt verteilten die Mitglieder der IG noch Süßigkeiten sowie Mal- und Bastelbögen an die Kinder.

„Wir danken allen für die Spenden, die für die Unkosten verwendet werden. Und wir freuen uns über den großen Zuspruch, den die Märchenfahrt gefunden hat“, sagt Petra Kaden. Ein besonderes Dankeschön richten die Mitglieder der IG Kohlmühle an die Städtebahn. „Ohne die sehr gute Zusammenarbeit und deren Kulanz wären diese Fahrten nicht möglich“, sagt Petra Kaden. So hat die Städtebahn zum Beispiel auch die Kosten für Märchenerzählerin Andrea Reimann übernommen. Die nächste Gelegenheit für eine Erlebnisfahrt gibt es am 27. November, 14 Uhr ab Neustadt. Auf der Fahrt wird Stollen verkauft. Die Kaffeetassen sollten nicht vergessen werden.

Damit jeder Fahrgast einen Sitzplatz bekommt, werden Anmeldungen erbeten bei Andrea Reimann unter Telefon 035971 839776 oder auf www.ig-kohlmühle.de