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Das Marieneck ist wieder eröffnet

Zehn Monate dauerte die Sanierung des Wirtshauses nach der Flut. Der Betreiber hat schon ans Aufgeben gedacht.

© Daniel Förster

Von Felix Hahn

Als das Hochwasser vergangenes Jahr im Juni den Markt überspülte, war auch das Wirtshaus Marieneck betroffen. Der Gastraum stand 80 Zentimeter unter Wasser, die Küche sogar 1,70 Meter. „Wir haben ernsthaft über eine Beendigung des Geschäfts nachgedacht“, sagt Geschäftsführer Mario Gabriel. Zwar begannen die Aufräumarbeiten unmittelbar nach dem Abfließen der Flut, doch erst jetzt – rund zehn Monate nach dem Hochwasser – kann wieder eröffnet werden.

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Die lange Dauer der Renovierung hängt für Mario Gabriel vor allem mit dem Alter des Gebäudes zusammen: „Die alte Bausubstanz, also Lehm und Sandstein, war sehr schwer zu trocknen.“ Um das Trocknen zu beschleunigen, wurden die alten Wände an manchen Stellen durch Ziegelmauerwerk ersetzt. Doch nicht nur die Bausubstanz machte dem Geschäftsführer zu schaffen. „Bevor unsere Versicherung ihre Arbeit aufnahm, musste sich erst die Versicherung des Vermieters mit der Schadensregulierung befassen.“ Der Schaden des Vermieters habe am Ende bei ungefähr zwei Millionen Euro gelegen. „Da benötigte es nicht nur eine, sondern mehrere Unterschriften, bevor das abgesegnet war.“

Die Zusammenarbeit mit der eigenen Versicherung verlief nicht einfacher. Die Verhandlungen mit den Gutachtern erwiesen sich als zäh, erzählt Mario Gabriel. Besonders, da das Geschäft erst im Mai 2012 eröffnet worden war. „Bei einer Eröffnung sind die Personalkosten immer höher. Viele Sachen sind einfach nicht exakt kalkulierbar.“ Laut dem Geschäftsführer sehen die Gutachter das anders: „Alles, was abgezogen werden kann, wird gegengerechnet. Das ermittelte Ausfallgeld steht überhaupt nicht im Verhältnis zur Realität.“

Die Hektik kurz vorm Hochwasser sorgte ebenfalls für Probleme. Ein Großteil der Inneneinrichtung wurde beim Ausbau und Transport beschädigt. Jetzt arbeitet das Marieneck mit Provisorien. „Für das Ostergeschäft kann man sich Möbel bei Geschäftspartnern leihen, aber dauerhaft ist das keine Lösung.“ In der Küche sieht das Bild nicht anders aus. Die alten Fliesen waren unbrauchbar. „Durch das Anbringen der neuen Fliesen wurde die Küche kleiner. Es passten nicht mehr alle Teile – zum Beispiel die meisten Edelstahlplatten – und somit mussten wir die Küche auch neu planen.“ Das alles dauerte seine Zeit. „Jeder baut, die Handwerker sind ausgelastet.“

Laut Mario Gabriel steht das Lokal nun wieder ganz am Anfang. Er übt sich in vorsichtigem Optimismus. Ziel sei es, ab sofort zumindest wieder Getränke auszuschenken. Ob die Küche in vollem Umfang arbeitsfähig ist, stand bis Donnerstag noch nicht fest. So muss für dieses Wochenende auch das geplante Brunch abgesagt werden. „Falls die Küche ausfällt, finden wir einen anderen Weg, den Betrieb zu gewährleisten. Es ist nicht unser Anspruch, nur Bockwürste zu verkaufen“, sagt der Geschäftsführer, der sich mehr Unterstützung gewünscht hätte. Die Stadt Pirna solle sich besser um die Unternehmer der Innenstadt kümmern. „Allgemein wird für den Hochwasserschutz zu wenig getan. Es gibt viele Pläne, aber nichts Konkretes.“