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Das Mewa-Bad soll weiterleben

In Ostritz haben sich jetzt Einwohner getroffen, die dabei helfen wollen, die Freizeiteinrichtung auch 2018 wieder zu öffnen.

© Rafael Sampedro

Von Jan Lange

Ostritz. Damit Kinder auch künftig im Mewa-Bad in Ostritz planschen können, muss sich etwas tun. Die Stadträte hatten bereits im Frühjahr ein stärkeres Engagement der Ostritzer angemahnt. Es müsse eine andere Form der Betreibung gefunden werden, damit das Freibad auch 2018 öffnen kann. Angesichts ihrer angespannten Haushaltslage kann sich die Neißestadt das Mewa-Bad kaum noch leisten. Schon seit Jahren diskutieren die Stadträte immer wieder, ob sie die Einrichtung wieder öffnen oder schließen sollen. Gehört doch das Betreiben eines Freibades zu den freiwilligen Aufgaben einer Kommune. Bis jetzt ist das Mewa-Bad immer wieder geöffnet worden. Viele andere Kommunen gaben ihre Freibäder bereits auf – innerhalb von neun Jahren haben in Deutschland mehr als 370 Bäder für immer geschlossen.

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Damit das nicht auch in Ostritz geschieht, haben sich jetzt mehr als ein Dutzend Einwohner im „Cafe am Markt“ getroffen. Der Grundtenor ist klar: Sie wollen nicht, dass das Mewa-Bad geschlossen wird. Nun soll nach Möglichkeiten gesucht werden, wie der Badbetrieb unterstützt werden kann. In der Diskussion im Stadtrat war im Frühjahr auch die Gründung eines Fördervereins angeregt worden. Ein solcher Verein könne aber den Badbetrieb nicht allein stemmen, meint Margit Müller, die viele Jahre im Stadtrat saß und sich bereits in der Vergangenheit mit einer Spendenaktion für den Erhalt des Mewa-Bades eingesetzt hat. Nun gehört sie zum Kreis der potenziellen Retter des Ostritzer Freibades. Ein Förderverein könne nach Meinung von Frau Müller beispielsweise Veranstaltungen organisieren, um das Freibad zu beleben oder Spenden einwerben, um den Zuschuss der Stadt zu reduzieren.

Das Minus beläuft sich nach dieser Saison auf über 8700 Euro. Das sind fast 500 Euro mehr als im Vorjahr. Das liegt auch an der geringeren Besucherzahl. Kamen 2016 noch gut 3 350 Badegäste, sind es in diesem Sommer nur rund 2900 gewesen. Das durchwachsene Wetter ist nach Ansicht der Ostritzer Bürgermeisterin Marion Prange (parteilos) der Hauptgrund für den Rückgang. Dass das Minus nicht noch höher ausgefallen ist, hängt auch mit den neuen Kartenangeboten zusammen. So wurde in dieser Saison eine Zehner-Karte für Kinder zum Preis von 12,50 Euro sowie eine Zehner-Karte für Erwachsene für 20 Euro eingeführt. Darüber hinaus gibt es ebenfalls eine Saisonkarte. Peggy Schneider, Betreiberin des „Cafe am Markt“, schlug bei dem Treffen der Mewa-Retter vor, auch eine Jahreskarte für Familien anzubieten. Die Leubaerin betreibt mit ihrem Mann seit diesem Jahr auch den Imbiss im Mewa-Bad. Für sie ist es deshalb auch wichtig, dass das Freibad weiter offen bleibt.

Die finanzielle Absicherung des Badbetriebes sei aber nicht das einzige Problem, betont Marion Prange. Auch die personelle Absicherung mit Rettungsschwimmern wird zunehmend zum Problem. In dieser Saison sind drei Rettungsschwimmer abwechselnd tätig gewesen, einen vierten hatte die Stadt trotz mehrfacher Aufrufe nicht gefunden. Aus der Runde der Mewa-Retter kam nun der Vorschlag, die Hochschule Zittau/Görlitz anzusprechen, ob sich nicht einige Studenten zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen wollen und dann Dienste im Ostritzer Freibad übernehmen. Weitere Probleme sind die technische Ausstattung und die Pflege der Anlage. Normalerweise müsste die Folie im Becken nach zehn bis 15 Jahren ausgetauscht werden, sagt die Bürgermeisterin. Die derzeitige Folie liege bereits fast 20 Jahre im Becken. „Wir hoffen, dass sie weiter dicht ist“, so Frau Prange. Andernfalls müsste eine größere Summe in die Hand genommen werden. Selbst wenn die Folie nicht erneuert werden muss, kleinere Reparaturen stehen vor jeder Badesaison an. So müssten laut Bürgermeisterin nächstes Mal die Fugen der Fliesen rund um das Becken erneuert werden. Das könnte auch in Eigenregie erfolgen, findet die Rathauschefin.

Über die Vorschläge und Ideen soll bei den nächsten Treffen weiterdiskutiert werden, sagt Georg Salditt, der die Versammlung initiiert hatte. Man könne zu jedem Problem substanzielle Hilfe leisten, findet er. „Wenn wir das hinkriegen, wird die Stadt auch nicht Nein sagen“, so Salditt mit Blick auf eine weitere Öffnung des Mewa-Bades. Steffen Blaschke, CDU-Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister, kann dies zwar nicht versprechen, mit einem deutlich stärkeren Engagement der Ostritzer könnten die Stadträte aber von einem Weiterbetrieb überzeugt werden. „Wenn aus 500 Euro Spenden vielleicht 4000 Euro werden, ist das ein Signal“, findet Blaschke.

Am 16. Oktober, um 19 Uhr, ist die zweite Zusammenkunft der Mewa-Badretter im „Cafe am Markt“