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Das Mosaik zu Osho bleibt bruchstückhaft

Schmiedeberg. 80 Gäste diskutierten kontrovers über die Kommune im Pöbeltal.

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Von Franz Herz

Einzelne Informationssteinchen zu der Osho-Kommune in Schmiedeberg fanden sich auf einer Diskussionsveranstaltung am Donnerstagabend, aber kein aktuelles Gesamtbild. Der christliche Verein „Begegnungszentrum Sonnenblume“ hatte in Schmiedeberg in die Friedenskapelle eingeladen.

Ein Steinchen ist die Familiengeschichte eines Elternpaares aus dem Vogtland. Sie machen sich Sorgen, nachdem ihr Sohn in die Kommune nach Schmiedeberg gezogen ist. Seitdem beschäftigen sie sich mit dem Thema und gaben offenbar den Anlass zu dem Abend.

Den Einstiegsvortrag hielt der evangelische Theologe Winfried Müller. Er betreibt in Jena einen Informationsdienst zu Sekten, neuen religiösen und ideologischen Gemeinschaften und Psychogruppen. Nach einem Überblick über den Osho/Baghwan-Kult blieben zur Kommune in Schmiedeberg viele Fragen offen. Müllers Hauptkritikpunkt war, dass in Schmiedeberg therapieähnliche Verfahren angewendet werden, ohne dass dort jemand als Psychotherapeut zugelassen sei. Er sagte: „Die Aktivitäten sind nicht an der wissenschaftlichen Medizin orientiert, sondern allein an den Kriterien der Hauke Messerschmidt.“ Sie ist als „Mahamudra“ bekannt, hat die Kommune gegründet und war ihre geistige Leiterin, ehe sie im Mai dieses Jahres starb.

Müller deutete an, dass die Kommune auch eine wirtschaftliche Macht darstelle mit einer Reihe von Vereinen und Firmen im Umfeld. Seine Frage, wie sich das im Ort auswirke, blieb offen.

Angehörige von Osho Manjusha antworteten mit persönlichen Erfahrungsberichten über die Rolle der Kommune für ihr Leben. Diese und speziell Mahamudra hätten ihnen geholfen, mit Lebensproblemen und Krankheiten fertig zu werden. Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit oder Hindernisse beim Wunsch auszuscheiden, gibt es nach ihrem Bekunden nicht.

Ihnen antworteten Mitglieder der Schmiedeberger Baptistengemeinden mit christlichen Glaubensbekenntnissen. Überraschend schnell beendete dann Diskussionsleiter Markus Geiger die Veranstaltung. Für die Hauptfrage des Abends „Was ist los im Pöbeltal?“ fand sich so keine tiefer gehende Antwort mehr. Die Diskussion setzte sich danach in vielen Einzelgesprächen fort.