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Pirna

Das muss Dohmas Gemeinderat liefern

Besonders ein Thema drückt die Bürger in der Region. Es geht dabei um die geplante Infrastruktur.

So beschaulich liegt das Dorf Dohma vor den Toren von Pirna.
So beschaulich liegt das Dorf Dohma vor den Toren von Pirna. © Daniel Schäfer

Zwei Dinge sind jetzt schon mal sicher: Eine politische Parteienvielfalt wird der nächste Gemeinderat in Dohma mit den Ortsteilen Cotta und Goes nicht aufweisen. Sämtliche 18 Kandidaten, die für dieses Ehrenamt antreten, gehören der Wählervereinigung Dohmaer Wasser an. Ein sehr weibliches Gesicht wird der nächste Gemeinderat auch nicht haben. Silvia Sachse ist die einzige Frau, die für die Kommunalwahl in Dohma kandidiert. Zu vergeben sind zwölf Sitze.

Die To-do-Liste für die nächsten Volksvertreter ist lang. Ganz oben steht die geplante Bahntrasse von Dresden nach Prag, die nahe Goes bzw. Dohma und Cotta verlaufen soll, und der Aufreger in den Ortsteilen ist. Das bestätigt Lothar Förster aus Goes, von dessen Grundstück man die geplante Trasse sehen könnte. „Sollte tatsächlich überirdisch gebaut werden, dann würde es eine enorme Verschlechterung der Lebensqualität für uns alle bedeuten, einhergehend mit einer Entwertung der Grundstücke“, ordnet der Anwohner ein. Deshalb erhofft er sich vom nächsten Gemeinderat, dass sich die Abgeordneten für die unterirdische Variante der geplanten Bahnlinie einsetzen werden. Auf dem jetzt vorliegenden Wahlprogramm der Wählervereinigung Dohmaer Wasser steht das auch an erster Stelle: Unterstützung der Bürgerinitiative Basistunnel zur Erlangung eines durchgängigen Tunnels von Heidenau bis Tschechien, ohne offene Streckenführung.

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Der neue Kindergarten in Cotta ist schön geworden. Der Weg dahin war allerdings sehr holprig und belastet die Gemeinde Dohma bis heute.
Der neue Kindergarten in Cotta ist schön geworden. Der Weg dahin war allerdings sehr holprig und belastet die Gemeinde Dohma bis heute. © Daniel Schäfer

Außerdem will sich die Wählervereinigung verstärkt für den weiteren Breitbandausbau in der Gemeinde Dohma einsetzen. Den Anfang machen Cotta A und B, wo derzeit im Auftrag der Deutschen Telekom neue Kabel verlegt werden, sodass Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung stehen. Die Freischaltung des Netzes erfolgt nach Baufortschritt. In Cotta B sind die ersten Anschlüsse mit hohen Bandbreiten bereits buchbar. Das Gesamtprojekt wird im dritten Quartal 2019 in Betrieb genommen.

Weitere Ziele der Wählervereinigung sind unter anderem: Erhöhung der Anzahl der Gewerbetreibenden, eine durchgängige Gestaltung des Fußweges in Cotta A sowie die Erneuerung der Straßeneinläufe in Cotta B. Für den Ortsteil Goes soll eine Lösung des Parkplatzproblems her. „Da jetzt ein altes Gehöft schön saniert wurde und mehrere Mieter eingezogen sind, wird immer öfter am Rundling geparkt, wodurch es auch sehr eng ist“, erklärt Lothar Förster.

Und schließlich hat sich die Wählervereinigung noch ein weiteres Thema auf die Fahnen geschrieben: Eine klare Absage an eine eventuelle Hochzeit mit der Großen Kreisstadt Pirna. Deshalb lautet das Motto der politischen Gruppierung auch „Wir erhalten unsere Eigenständigkeit!“ Eine Eingemeindung Dohmas nach Pirna war in den vergangenen Jahren immer wieder Thema. Eine Option, für die sich die Dohmaer aber offensichtlich bis heute nicht erwärmen können. Dohma und Pirna bilden lediglich eine Verwaltungsgemeinschaft.

Fazit: Die Aufgabenliste der künftigen Mandatsträger in der Gemeinde ist ansehnlich. Dabei kann der jetzige Gemeinderat durchaus auf Erfolge zurückblicken. Und das unter schwierigen finanziellen Bedingungen. Bei dem Bau des neuen Kindergartens in Cotta 2014/2015 kam es u. a. zu Schimmelbildung und einem folgenreichen Wasserschaden. Der Neubau musste komplett entkernt und wieder aufgebaut werden. Darauf weist Bürgermeister Matthias Heinemann (Wählervereinigung Dohmaer Wasser) explizit hin: „Zu beachten ist, dass die Gemeinde durch den Kindergartenneubau in Cotta A einer verpflichtenden Haushaltskonsolidierung unterlegen hat, was zu einem Stau an Investitionen geführt hat.“ Derzeitig stehen die Schadensersatzforderungen im Fokus, die Klagen liegen bereits bei Gericht. Zur Höhe der Summe wollte Heinemann keine Aussage machen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Besser hingegen ist es mit dem Verkauf des Schlosses in Cotta gelaufen. Ein Unternehmer aus Freital erwarb 2017 das historische Gebäude von der Gemeinde Dohma und lässt es zu mehreren Wohnungen umbauen. Zum aktuellen Baustand wollte sich der Geschäftsmann gegenüber SZ allerdings nicht äußern. Ebenfalls eine Erfolgsgeschichte ist die Gründung der Jugendfeuerwehr in Dohma und den Ortsteilen. Die Wehr startete im Mai 2017; heute machen 35 Mädchen und Jungen mit.

Überhaupt sind Brandschutz und Feuerwehr wichtige Themen, denen ich der Gemeinderat in den vergangenen fünf Jahren gewidmet hat. So wurde der Löschfeuerteich in Cotta B saniert und Zisternen zur Sicherstellung Löschwasserversorgung in Cotta A eingebaut.

Dafür Stillstand in Goes? Nein. Der Rundling wurde aufwendig erneuert. „Es ist sehr schön geworden, wir wohnen hier gut“, bestätigt Lothar Förster. Vorausgesetzt, die geplante Bahntrasse wird nicht oberirdisch am Rande des Dorfes gebaut.

Die Kandidaten

Wählervereinigung Dohmaer Wasser: Henrik Oltersdorf, Ronny Kühnel, Richard Schwarz, Roland Häcker, Thomas Ziesenis, Thomas Oertel, Steffen Klinke, Ronny Strauß, Steffen Janich, Steffen Spittler, Jörg Mathes, Steffen Pilz, Mathias Kürbs, Ulf Mende, Ronny Seidel, Uwe Leuner, Silvia Sachse, Aron Sachse

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