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Das nächste Fiasko

Schock in Suhl, Bedauern in Dresden: Mit den Volleystars Thüringen zieht sich nun auch die erste Frauen-Mannschaft aus der 1. Bundesliga zurück.

Von Michaela Widder

Es ist ein mulmiges Gefühl. Wenn die Dresdner Volleyballerinnen am Sonnabend um den Einzug ins Play-off-Halbfinale kämpfen, könnte es für Suhl gleichzeitig das letzte Spiel in der Bundesliga sein. Nicht nur für diese Saison, sondern für lange Zeit. Die Volleystars Thüringen, die dem DSC im ersten Viertelfinale 1:3 unterlagen und nur mit einem Sieg ein drittes Spiel erzwingen können, haben keine Erstliga-Lizenz für die nächste Saison beantragt. Damit ist die zehnjährige Bundesliga-Zeit des Vereins Geschichte.

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„Es ist schade und schlecht für die Liga. Suhl war immer eine Mannschaft mit Qualität. Es ist traurig, wenn wir einen volleyballstarken Standort verlieren“, sagte Alexander Waibl. Der DSC-Trainer war von der Nachricht des Liga-Konkurrenten genauso überrascht worden wie die Suhlerinnen selbst. Die Mannschaft hatte vom Aus am Dienstagabend vor dem Training erfahren. Bei einigen Spielerinnen flossen Tränen.

Als Grund gab der Pokalfinalist in einer Mitteilung eine, aus seiner Sicht unrechtmäßige, Geldstrafe über 10 000 Euro wegen Verstoßes gegen Lizenzauflagen sowie eine fehlende Ausnahmegenehmigung für seine zu niedrige Halle an. Die Deutsche Volleyball-Liga (DLV) wies die Vorwürfe zurück. „Für die Rücknahme der Geldstrafe gibt es überhaupt keine rechtliche Grundlage“, sagte DVL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung. Zudem sei im Gegensatz zu den Aussagen des Vereins noch nicht entschieden, dass es für die Saison 2014/15 keine Ausnahme-Spielgenehmigung mehr gebe.

Letztendlich war aber die ohnehin finanziell missliche Lage entscheidend für den Schritt. „Die Strafe brachte das Fass dann zum Überlaufen“, erklärt Suhls Geschäftsführer und Teammanager Ingo Rust gestern auf SZ-Anfrage. Nachdem sich vor zwei Wochen ein Hauptsponsor zurückgezogen hatte, hätte der Verein nur mit einem radikalen Sparkurs überhaupt in der Liga überleben können. Einen Nachrücker wird es nicht geben, weil kein einziger Zweitligist aufsteigen will.

Wie sich die Nachricht auf das Spiel gegen den DSC auswirkt, ist nicht absehbar. „Das ist eine unglaublich emotionale Belastung. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich die Mannschaft sauber aus der 1. Liga verabschieden möchte“, sagt Rust. Auch Waibl glaubt, dass seine Frauen auf „eine maximal kämpferische Suhler Mannschaft“ treffen. Außerdem könne ein Gefühl von „jetzt erst recht“ entstehen. Emotionalität in der Wolfsgrube ist garantiert.