merken
PLUS

Das neue Erfolgsduo

Lucas Röser trifft doppelt und legt Moussa Koné ein Tor auf. Dynamos Stürmer ergänzen sich gut und sind grundverschieden.

© WORBSER-Sportfotografie

Von Daniel Klein

Anzeige
Winterdorf, Eislaufen und Hüttengaudi!

Im Döbelner Winterdorf warten eine überdachte Eisbahn, ein beheiztes Hüttengaudi-Festzelt und massig Programmacts auf Groß und Klein.

Natürlich muss er immer wieder erzählen, was er sich dabei gedacht hat. Aus 30 Metern draufhalten, den Ball über den Torwart in den Winkel zirkeln – schöner geht es kaum. Noch dazu ist der Treffer von Lucas Röser zum 3:2-Endstand in Bielefeld ein extrem wichtiger.

Allein dieser Sonntagschuss am Freitagabend hätte seine Aufstellung gerechtfertigt, der Arbeitsnachweis fällt aber noch weitaus umfangreicher aus: Röser erzielt vorher das 2:1 und legt das Ausgleichstor für Stürmerkollege Moussa Koné auf. Damit wird man der Mann des Spiels. „Es war intuitiv, ich habe mir einfach mal ein Herz gefasst“, beschreibt er die Entstehung seines Siegtreffers. Sich aus dieser Entfernung zu trauen, spricht für viel Selbstvertrauen. Davon hat sich der 24-Jährige in den vergangenen Monaten eine Menge geholt.

Dabei war sein Start bei Dynamo nach seinem Wechsel vom Drittligisten Großaspach im vergangenen Sommer eher ein holpriger. Nach zwei Toren in den ersten beiden Saisonspielen litt er lange unter Ladehemmung. Da er sich auch körperlich kaum durchsetzen konnte, wuchs die Kritik am Neuzugang, manche ordneten ihn bereits unter Fehleinkauf ein. Doch Röser kämpfte sich zurück – erst in die Startelf und dann in die Torjägerliste, seit Ende November trifft er regelmäßig, in Bielefeld zum achten und neunten Mal. Es war sein erster Doppelpack für Dynamo. Damit hat der lange unterschätzte Stürmer endgültig seine Zweitligareife unter Beweis gestellt.

Vor allem in den Zweikämpfen entwickelte er sich enorm, schirmt die Bälle nun viel besser ab, sichert und verteilt sie. „Rhythmus und Spielpraxis sind natürlich enorm wichtig, die Tore geben ihm zusätzliches Selbstvertrauen“, erklärt Trainer Uwe Neuhaus, der zwischenzeitlich auf Peniel Mlapa als Ein-Mann-Sturm gesetzt hatte. Das ging schief, nun hat er offenbar ein anderes Erfolgssystem gefunden.

Die zweite Hälfte gegen Regensburg und 87 Minuten in Bielefeld spielten die Schwarz-Gelben mit dem Doppelsturm Röser/Koné. Warum diese Konstellation so vielversprechend ist, war auf der Alm deutlich zu sehen: Röser kommt den Mittelfeldspielern oft entgegen, Koné sprintet dagegen in die Tiefe. Dadurch haben die Passgeber mehr Optionen als bisher. „Die beiden ergänzen sich sehr gut“, findet Neuhaus. „Koné ist ein Spielertyp, den wir bisher noch nicht hatten. Deshalb hatten wir in der Winterpause gezielt nach einem solchen gesucht.“ Würde er die Doppelspitze Röser/Mlapa aufstellen, „wäre das ein völlig anderes Spiel“. Wahrscheinlich auch ein nicht so erfolgreiches.

Über die Frage, wer neben ihm aufläuft, oder ob er wieder den Alleinunterhalter gibt – darüber macht sich Röser keine Gedanken. Muss er auch nicht, den Platz in der Startelf hat er sich vorerst gesichert. „Egal, welches System der Trainer wählt, wir stehen als Mannschaft dahinter und fühlen uns wohl damit“, erklärt er. „Manchmal muss man das System auch an den Gegner anpassen.“

In Bielefeld passte es so gut, weil auch die Arminia im 4-4-2 spielt. „Da ist die Zuordnung absolut logisch“, meint Neuhaus. Der nächste Gegner Darmstadt lief zuletzt auch in dieser Formation auf. Gut möglich also, dass der Trainer an seinem Erfolgsduo festhält. Und vielleicht muss Röser am Freitag wieder erzählen, was er sich dabei gedacht hat. Wobei: „Man kann nicht immer alles erklären“, sagt Neuhaus.