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Das neue Gesicht der Paka

Von Dresden über England und Österreich nach Glashütte: Ronny Ruider ist jetzt Geschäftsführer der Pappenfabrik.

© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

Glashütte. Erstaunlich schnell hat sich Ronny Ruider in seinen neuen Job eingearbeitet. Er kennt nicht nur die Produkte und die wichtigsten Abläufe im Unternehmen sondern inzwischen jeden Mitarbeiter mit Namen. Und das sind einige. 62, um ganz genau zu sein. „Wenn die Leute meinen Namen kennen, dürfen sie erwarten, dass ich ihren kenne“, sagt der 36-Jährige.

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Seit Oktober letzten Jahres arbeitet er für die Paka, der Glashütter Pappen- und Kartonagenfabrik GmbH. Zunächst stellte ihn Firmenmitinhaber und Geschäftsführer Eckehart Klemm als Werksleiter ein. „Das war zum Warmlaufen“, sagt Ruider heute. Er konnte sich einen Überblick über die Firma, die Produkte und die Produktionsabläufe verschaffen, Mitarbeiter kennenlernen. „Wir haben ein super Team“. Und auch zu Eckehart Klemm fand er einen guten Draht. Zum Jahreswechsel stieg der 36-Jährige zum Geschäftsführer auf. Damit trat er die Nachfolge von Christoph Klemm an. Der Sohn von Firmenmitinhaber Eckehart Klemm hatte diese Position zwischen 2008 und 2015 inne und hat das Unternehmen inzwischen verlassen, um sich beruflich neu zu orientieren.

Nach so einer langen Zeit in einer Firma habe er das Recht dazu, sagt Ruider und verweist auf seinen beruflichen Werdegang, der ihn schon zu mehreren Firmen brachte. Gestartet ist er ihn in Mannheim, wo der gebürtige Dresdner Betriebswirtschaft studierte. Danach arbeitete er beim Kaufhof-Konzern. Parallel zur Arbeit macht er seinen Master in BWL. Später war er für den Werkzeughersteller Festool tätig, für den er auch für ein paar Jahre in England arbeitete. Von dort wechselte er nach Österreich, war Geschäftsführer einer Recyclingfirma. 2014 kehrte er aus familiären Gründen in seine Heimatstadt Dresden zurück. Hier suchte er mithilfe der Industrie- und Handelskammer einen neuen Job.

Verpackungen für alle Branchen

Die IHK brachte ihn mit Klemm zusammen, der einen Geschäftsführer suchte. Ruider reizte das Angebot, eine Pappenfabrik zu leiten. „Hier werden spannende Produkte hergestellt, die vielfach einsetzbar sind“, sagt er. Die brauchen Privatleute wie Firmen. Denn fast jeder Hersteller verpackt seine Produkte. Dementsprechend viele Auftragnehmer hat die Firma. Die einen arbeiten in der Metallindustrie, andere in der Glasproduktion, wieder andere stellen Parfüme her, die auch verpackt werden müssen. Ronny Ruider, der auch im Vertrieb gearbeitet hat, hat für sich erkannt, dass die Paka zwar gute Produkte herstellt. Doch davon wissen zu wenige. Selbst in der Region sei die Produktpalette vielen nicht bekannt. Neulich war er bei einem Notar. „Der kannte unsre Firma, aber nicht unsere Verpackungen“, erinnert sich Ruider. Das habe er geändert. Firmenmitinhaber Eckehart Klemm räumt ein, dass man das Marketing in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren hat. „Wir haben zu wenig geklappert. Dabei gehört Klappern zum Handwerk.“ Auch in seiner Branche. Diese Aufgabe hat Ronny Ruider übernommen. Er hat inzwischen wichtige Kunden besucht, um sich und die Produktpalette der Firma vorzustellen. „Alle habe ich noch nicht geschafft. Dazu war die Zeit zu kurz.“

Die Geschäftspartner der Paka sind klein- und mittelständische Unternehmen in ganz unterschiedlichen Branchen. Und das soll auch in Zukunft so bleiben, ergänzt Klemm. So mache man sich nicht zu sehr von einem Partner abhängig. Schon jetzt sei es schwierig, für das Jahr zu planen. Denn die wenigsten Aufträge, die die Paka bekommt, sind langfristig. Die meisten kommen kurzfristig rein. Eckehart Klemm hat sich inzwischen damit abgefunden. Und auch Ronny Ruider wird sich damit anfreunden müssen. Der junge Mann ist zuversichtlich, dass die Firma, die auf eine fast 170-jährige Geschichte zurückblicken kann, weiter erfolgreich am Markt agiert. Die Voraussetzungen seien gut.

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Firmeninhaber Klemm ist überzeugt, dass Ruider der richtige Mann zur richtigen Stunde ist, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Denn die Paka möchte in diesem Jahr einen Umsatz in Höhe von sieben Millionen Euro machen. Das wäre etwa genauso viel wie 2015. „Mit dem Ergebnis waren wir zufrieden“, sagt Klemm.