SZ +
Merken

Das neue Parkhaus getestet

Ab diesem Monat werden die Parkdecks im neuen Ortsteilzentrum offiziell betrieben und kosten Geld.

Teilen
Folgen
© Arvid Müller

Von Ines Scholze-Luft und Peter Redlich

Mehr als zwei Monate durfte hier jeder auf den 145 Stellflächen sein Auto kostenlos abstellen. Das wurde reichlich genutzt. Investor Christoph Dross wollte den Radebeulern Gelegenheit geben, die neuen Parkdecks zu testen. Ab diesem Monat sind die Kassenautomaten in Betrieb – geht die Schranke nur für den auf, der auch bezahlt. Wie gut und sicher ist das modernste Parkhaus im Kreis?

Ein- und Ausfahrt geht nur mit Rücksicht vor den Fußgängern

Die Einfahrt zum Parkhaus in der Hauptstraße in Radebeul-Ost ist eine Brückenauffahrt. Vor der Einfahrt ist ein Bürgersteig. Wer einbiegt, muss nicht nur bergauf entgegenkommende Autos beachten, sondern vor allem auch Fußgänger, die mitunter erschrecken, wenn bei der Bergabeinfahrt plötzlich von hinten Autos kommen.

An der Schranke wird hier eine Chipkarte gezogen, die bei der Ausfahrt wieder eingezogen wird. Dross sagt, dass die Karte den Vorteil bietet, auf den darin eingearbeiteten Chip verschiedene Berechtigungen zu laden – etwa für Teilzeit- oder Dauerparker. Die Ein- und Ausfahrt hat unter dem Beton eine Heizung, so dass im Winter nichts rutschig wird.

Die Stellflächen haben unterschiedliche Größen, besonders für Frauen

Frauen und Einparken – der alte Herrenwitz zieht hier nicht. Schon die üblichen Stellplätze haben eine Breite von 2,70 Meter, was mehr als in vielen Parkhäusern Deutschlands ist, wo 2,50 Meter üblich sind. Unter den 145 Stellplätzen gibt es zwölf, die ausdrücklich beschildert für Mutter und Kind sind. Diese Stellplätze sind drei Meter breit. Christoph Dross: „Wir haben uns an den neuesten Vorschlägen des ADAC für benutzerfreundliche Parkhäuser orientiert.“

An den Ausgängen zum Einkaufsmarkt wurde noch nachgebessert

Die Körbe für den unmittelbar angeschlossenen Einkaufsmarkt von Rewe stehen schon auf dem Parkdeck bereit. Die Ausgangstüren vom Deck waren bisher geschlossen, mussten per Hand geöffnet werden. Dort hat Dross in den letzten Wochen nachbessern lassen. Die Türen hält inzwischen ein Magnet und sie bleiben tagsüber offen. Die Fußgänger können wahlweise eine Treppe, eine Rolltreppe oder den Fahrstuhl nutzen. Ausfälle gab es bisher lediglich bei der Rolltreppe zum Rewe-Markt.

Die Parkpreise sind geringer als in Dresdner Parkhäusern

Eine Stunde Parken kostet 50 Cent. Für jede weitere Stunde geht es in Ein-Euro-Schritten aufwärts. 24 Stunden kosten 4,50 Euro. Wer Dauerparker ist, zahlt im Monat 70 Euro, hat aber keinen festen, nur einen garantierten Platz. Wer seine Chipkarte verliert, muss 35 Euro zahlen.

Der Kassenautomat befindet sich neben dem Ausgang des Rewe-Marktes. Wer dort einkauft, parkt eine Stunde kostenlos. Dross würde sich wünschen, dass weitere Händler dies ähnlich ihren Kunden anbieten. Die Preise sind niedriger als in Dresden und ähnlich denen in Meißen.

Beim Thema Sicherheit gibt es Vorteile zur Tiefgarage

Die Metallgitter an den Außenwänden lassen tagsüber viel Licht rein – ein Vorteil gegenüber Tiefgaragen. Nachts sind die Parkdecks beleuchtet. Das Parkhaus wird videoüberwacht. Dross: „Wir wollen auch Vandalismus vorbeugen und haben einen Sicherheitsdienst beauftragt.“

Fazit: Ein modernes Parkhaus mit ausreichend Platz, moderaten Preisen, bei dem man an der Einfahrt aufpassen muss. Von den 70 Dauerparkplätzen sind fast alle vergeben.

www.sidonienhoefe.de