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Das nötige Kleingeld fehlt, die Millionen aber sind da

Veronika Petzold aus Herbergen äußert sich zu dem Artikel „Spritpreise hoch wie nie“ (15. Juni):

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Da fahrten täglich ganze Heerscharen mit Kleinwagen eines renommierten französischen Herstellers spazieren, um festzustellen, ob im Discounter in Pirna ein anderes Angebot als meinetwegen in Radeberg vorhanden ist. Da schimpfen Leute über hohe Spritpreise, Feinstaubbelastung und Auspuffgase, und kreisbekannte Spediteure kutschieren zum Beispiel Bauschutt von Radeberg nach Pirna. Da werden Schulen geschlossen, die vor zwei Jahren saniert wurden, um die Schüler anschließend stundenlang in die nächste unsanierte Schule zu fahren. Es werden Schlaglochpisten gesperrt, weil kein Geld vorhanden ist (Millionen für einen Autobahnbau sind aber da). Teure Sperrschilder werden von Woche zu Woche demoliert oder übersprüht, wo man fürs gleiche Geld die Strecke hätte flicken können. Da werden Anlieger dieser gesperrten Straße zur Kasse gebeten, und die 40-Tonner dürfen ungehindert früh um fünf über die gleiche Piste donnern. Es werden Absprachen mit dem Landratsamt und Anliegern geführt, wovon die Verkehrspolizei nichts weiß, und die Pkw-Fahrer, die in die nächste Stadt wollen, werden abgestraft, weil sie die einzige Verbindung dorthin nutzen.

Dazu fällt mir ein Spruch aus meinem Poesie-Album aus meiner Kinderzeit ein: „Willst das Große du erreichen, fange mit dem Kleinen an. Deine Tadler werden schweigen, ist das Kleine groß getan.“

Wie sinnig! Nur scheint diesen Spruch kaum noch jemand zu kennen und sich schon gar nicht daran zu halten!