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Das Ostseegefühl hielt nur einen Sommer

Am Wochenende wurden die Strandkörbe am See gestohlen. Die Macher sind betrübt, stecken den Kopf aber nicht in den Sand.

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© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Daniela Pfeiffer

Für ihn ist es besonders bitter: Steve Gerlach hatte letzten Sommer praktisch Klinken bei zig Tourismusverbänden an Nord- und Ostsee geputzt. Mit dem Ergebnis, dass ihm zwei für den Berzdorfer See je einen Strandkorb sponserten. Im Juni wurden sie am Deutsch Ossiger Ufer aufgestellt und waren seitdem beliebte Sitzgelegenheiten. Ein Anfang sollte das sein, jeder weitere wäre willkommen gewesen.

Doch nun ist es schon vorbei mit dem Ostseefeeling. Kaum waren sie für die neue Saison wieder heraus gestellt worden, verschwanden sie am Osterwochenende spurlos. „Obwohl sie mit einer festen Kette und Schloss gesichert waren“, sagt Steve Gerlach. Als Mitglied der Initiative Görlitzer See ist er einer von denen, die an den Ufern etwas schaffen wollen.

So soll es in diesem Sommer ein Künstlersymposium geben, das in eine Ausstellung von deutschen, polnischen und tschechischen Künstlern münden soll. Denn am See künstlerische Akzente zu setzen, ist eines der erklärten Ziele der Initiative. Zum Auftakt soll der Metall-Reiher, der bislang noch in der Stadt steht, an den See gebracht werden. „Mit diesem ersten Exponat möchten wir das Brennpunktthema Vögel am See auf eine etwas andere Art zur Schau stellen“, sagt Steve Gerlach.

Für die ganz großen Vorhaben wird in diesem Sommer wohl kein Geld da sein, füchtet er. Mehrere Fördermittelanträge wurden abgelehnt. Deshalb der Fokus auf die kleinen, aber feinen Sachen. Auch die Marmeladenmeisterschaft soll es wieder geben, genau wie Fotogen, die Ausstellung, bei der die See-Besucher das schönste Bild auswählen dürfen. Wie immer verspricht das eine schöne Kulisse zu werden.

Nur Strandkörbe werden dazu vermutlich erstmal nicht gehören. Steve Gerlach glaubt nicht, dass die Touristiker im hohen Norden prompt Ersatz liefern. Seine Promotionaktion vom Vorjahr wiederholen möchte er im Moment nicht. „Ich halte es nicht für den besten Zeitpunkt, die See-Entwicklung macht gerade nicht die positivsten Schlagzeilen, das wird auch im Norden wahrgenommen. Ich denke, da müssten wir einen besseren Zeitpunkt finden.“ Wenn aber Zeichen und Wunder geschehen und von irgendwo her neue Strandkörbe kommen, wäre die Freude groß.