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Das passiert jetzt mit der Robotron-Kantine

Der Flachbau ist gerettet, und nun? Die Stadt Dresden hat nun einen klaren Fahrplan vorgelegt.

Die Architektur der Kantine muss erhalten bleiben, fordern viele Dresdner.
Die Architektur der Kantine muss erhalten bleiben, fordern viele Dresdner. © Sven Ellger

Sie stand schon kurz vorm Abriss. Doch die Robotron-Kantine hat eine zweite Chance bekommen. Die Stadt kauft den Flachbau für 2,2 Millionen Euro. Aber wie geht es jetzt weiter? Das sind die wichtigsten Antworten zur Zukunft der Kantine.

Was hat die Stadt mit der Kantine vor? Wer soll einziehen?

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Dazu hat der Stadtrat schon einen eindeutigen Beschluss gefasst. Das Kunsthaus Dresden wird einziehen, ebenso ein offenes Labor, in dem es wissenschaftlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich um die Zukunft Dresdens geht. Außerdem werden die Räume zeitweise der Ostrale-Kunstausstellung zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sucht die Stadt aber noch nach Ideen, wie man die Kantine noch nutzen könnte.

Dürfen die Dresdner denn über die Zukunft der Kantine mitreden?

Ja, am Freitag erst hat die Stadt zu einer Ideenrunde ins benachbarte Hygienemuseum eingeladen. Etwa 100 Dresdner kamen. Sie sollten sich nicht nur darüber Gedanken machen, wie die Robotron-Kantine noch genutzt werden könnte, sondern auch, ob sie sich architektonisch verändern soll. Immerhin steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz.

Welche Ideen sind am Freitag zusammengekommen?

Der Tenor: Die Robotron-Kantine soll architektonisch im Großen und Ganzen erhalten bleiben, insbesondere die großen Säle, die verzierten Wände und die Brüstung aus Betonformsteinen. „Und das Gebäude soll seine baulichen Grenzen sprengen“, fasste Stadtplanerin Anja Heckmann die Wünsche zusammen, etwa mit einem Skulpturenpark. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, das Gebäude zu einem leuchtenden Magneten im Herzen der Stadt werden zu lassen, und zwar wortwörtlich, beispielsweise über Lichtprojektionen. Viele Teilnehmer würden es außerdem gern sehen, wenn die Kantine für Kinder- und Jugendkunstprojekte, Chöre und Orchester, sowie Vereine offen stünde. Immer wieder wurde auch darauf hingewiesen, dass sich etwas an den Wegen zwischen dem Rathaus und dem Großen Garten ändern müsse. Die Lage sei für Fußgänger und Radfahrer prekär, so Heckmann. „Da muss etwas passieren.“

Was passiert jetzt mit diesen Ideen? Werden diese ernstgenommen?

Das Nutzungs- und Raumprogramm für die Robotron-Kantine befindet sich derzeit in Arbeit. Die Ideen sollen darin einfließen. Bis spätestens März kommenden Jahres will die Stadt das Papier fertig haben. Anschließend geht es an die Umsetzung. Es sei geplant, die Kantine 2025 zu eröffnen, so Thomas Henkel von hpm-Henkel-Projektmanagement, das den Bürgerdialog am Freitag ausrichtete.

Spielt die Kantine weiterhin eine Rolle bei der Kulturhauptstadt-Bewerbung?

Zwar soll die Kantine erst ab 2025 genutzt werden. Der Weg zur Eröffnung ist aber bereits Bestandteil des Kulturhauptstadt-Konzepts. Dieses bestünde aus einem vorgedachten und einem partizipativen Teil, erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Freitag. Die Kantine habe großes Potenzial, mithilfe aller Einwohner und der Arbeit der Stadtverwaltung zusammen wieder nutzbar gemacht zu werden. „An dieser Stelle entfaltet sich ein neuer Stadtteil zwischen dem Rathaus und dem Großen Garten.“ Die Kantine sei ein Leitprojekt für die Bewerbung.

Warum sollte die Kantine überhaupt abgerissen werden?

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Nach der Wende waren in der ehemaligen Kantine zum Beispiel eine Diskothek und die Probebühne der Semperoper untergebracht. Seit einigen Jahren steht sie leer. Nun sollte sie Platz machen für das neue Wohnviertel „Lingner Altstadtgärten“, das auf dem einstigen Robtron-Areal enstehen wird. Dagegen regte sich aber Widerstand seitens Linke, Grüne und SPD. Sie beschlossen zu prüfen, ob die Kantine erhaltenswert ist. Schließlich wurde nach Verhandlungen mit dem Immobilieneigentümer der Abriss abgewendet und der Kauf beschlossen.

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