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Das Pfarrhaus ist fertig

Anderthalb Jahre dauerte die Sanierung. Auf Fledermäuse mussten die Bauleute besonders achtgeben – mit Zeitverzug.

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© Anne Hübschmann

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Annette Waffenschmidt steht vor ihrem frisch sanierten Pfarrhaus und ist zufrieden. „Am Sonntag habe ich das Gebäude nach dem Gottesdienst mit einem Segen eingeweiht, danach wurde gefeiert“, sagt die Lampertswalder Pfarrerin. Anderthalb Jahre musste die Martins-Kirchgemeinde auf ihr Haus verzichten. Jetzt sind Pfarrbüro, Gemeinderaum und Pfarrerinnenwohnung zwar immer noch ausgelagert. Doch im Wesentlichen ist der Umbau abgeschlossen, und das sollte noch vor den Sommerferien gewürdigt werden.

Pfarrerin Annette Waffenschmidt auf der neuen Treppe vor dem neu verkleideten Pfarrhaus in Lampertswalde.Fotos: Anne Hübschmann
Pfarrerin Annette Waffenschmidt auf der neuen Treppe vor dem neu verkleideten Pfarrhaus in Lampertswalde.Fotos: Anne Hübschmann © Anne Hübschmann

Gebäudeseiten herausgenommen

Das Pfarrhaus in dem romantischen kleinen Rundensemble vor der Kirche wurde vermutlich im 17. Jahrhundert gebaut. Das Fachwerk unter der Holzverkleidung war besonders an der westlichen Seite so marode geworden, dass sogar Einsturzgefahr bestand, wie Annette Waffenschmidt sagt. So wurden nacheinander alle Gebäudeseiten herausgenommen und das Fachwerk von der Königsbrücker Firma Klimke erneuert. Die Maurerarbeiten dabei erledigte die Firma Steinborn aus Schönfeld, ein neues Dach setzte die Firma Jarsumbek drauf.

Beim Abbau der Ostseite aber waren die Fledermäuse im Weg. „Wir durften diese Gebäudeseite erst öffnen, als sie ihre Kinderstube beendet hatten“, schildert die Pfarrerin Zugeständnisse an die geschützte Tierart. In den drei Monaten liefen halt andere Arbeiten. Doch auch die neue Fassade musste den Flügeltierchen angepasst werden. Die Naturschutzbehörde forderte Fledermauskästen und auch Ersatzquartiere am Nachbarhaus während der Bauzeit. Die Holzverkleidung – unbehandelte sägeraue Lärche – ist so gearbeitet, dass die Fledermäuse dahinter können. Das ist der Weißiger Zimmerei Heinke zu verdanken. Die Holzverkleidung ist wetterbeständig und muss nicht gestrichen werden.

Insgesamt 18 Gewerke arbeiteten an der Sanierung mit: Tischler und Maler, Lehmbauer und Steinmetze. Die gesamte Elektrik wurde von der ortsansässigen Firma Dörschel erneuert. Noch vorigen Freitag wurde der letzte Handschlag gemacht. Ursprünglich sollte die Fertigstellung bereits Ende des Jahres 2014 sein. Und nun sind noch immer Restarbeiten. So ist der Estrich im Untergeschoss noch nicht trocken, der Fußboden fehlt also noch. Hier werden wieder Pfarrbüro und Kirchenarchiv einziehen. Der Gemeinderaum ist bereits abgehakt. Küche und Toiletten im Erdgeschoss waren intakt und wurden belassen. Alles sieht nun hell und frisch aus. Der Spruch im Eingangsbereich wandelte sich vom scharfen Dunkelbraun zum edlen Grau. Im Obergeschoss wurde die Pfarrerswohnung saniert. Hier kam ein verborgener kleiner Raum zum Vorschein, der wahrscheinlich seit Jahrhunderten erstmalig von Licht durchflutet wird.

Ins Vorhäuschen hinein führt jetzt eine neue Metalltreppe. „Die Alte war aus Stein und hatte ihre Jahre hinter sich“, sagt Pfarrerin Annette Waffenschmidt. Wie viel der Bau insgesamt gekostet hat, möchte sie aber nicht verraten. Bezahlt wurde alles mit Eigen- und Fördermitteln.

„Es wurde Zeit, dass die Arbeiten vorbei sind“, sagt Küster Rene Pfützner. Er wohnte bis vor Kurzem mit seiner Familie auf dem Pfarrhof und bekam alles unmittelbar mit. Doch nun hat das Gebäude nicht nur ein frischeres Aussehen, sondern auch einen höheren Wert: Durch die Wärmedämmung ist es besser isoliert und muss weniger beheizt werden. Peu á peu wollen Annette Waffenschmidt und ihr Mann im Juli aus der kirchlichen Interimsbleibe in die Pfarrwohnung zurückziehen. Dann sollen auch die kirchlichen Einrichtungen folgen.