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Das Problem der Dippser CDU mit der Macht

Die Kandidaten zur Kommunalwahl stehen fest, aber es gab in der Partei auch Kritik – beispielsweise an fehlenden Gewerbeflächen.

Von Franz Herz
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Hier endet bisher des Gewerbegebiet Reinholdshain. Rechts ist eine Erweiterung geplant. Die Pläne sind bestätigt, aber die Stadt hat es bisher nicht geschafft, die Fläche zu erschließen. Das war bei der CDU-Mitgliederversammlung einer von mehreren Kritikp
Hier endet bisher des Gewerbegebiet Reinholdshain. Rechts ist eine Erweiterung geplant. Die Pläne sind bestätigt, aber die Stadt hat es bisher nicht geschafft, die Fläche zu erschließen. Das war bei der CDU-Mitgliederversammlung einer von mehreren Kritikp © Archiv: Egbert Kamprath

Die CDU will bei der Kommunalwahl am 26. Mai in Dippoldiswalde das Oberbürgermeisteramt erlangen. Dafür hat die Partei Kerstin Körner nominiert. Das Oberbürgermeisteramt wäre eine mächtige Position in der Dippoldiswalder Politik. Aber die Partei hat auch Probleme mit der Macht. Das zeigte die Fragerunde mit den Kandidaten um die Oberbürgermeister-Kandidatur – neben Körner hatten sich Peter Antoniewski und Peter Waldenburger beworben –, das zeigten auch die Ergebnisse bei der Kandidatenaufstellung zum Stadtrat am Dienstag. Hier bekamen drei Bewerber über 80 Prozent der Stimmen. Nur einer aus dieser Spitzengruppe ist schon im Stadtrat vertreten, dort aber erst vor Kurzem nachgerückt: Thomas Baumgart. Die anderen, teils seit Jahrzehnten aktiven Stadträte bekamen weniger als 70 Prozent. Ihre Arbeit im Rat zahlte sich hier nicht sichtbar aus. Nicht mehr angetreten ist René Schlechter, Stadtrat und Ortsvorsteher in Dippoldiswalde. Er ist seit 20 Jahren in der Dippser Kommunalpolitik aktiv. „Jetzt sollen einmal Jüngere ran“, sagte der 60-Jährige im Gespräch mit der SZ

Auch Peter Antoniewski musste erfahren, dass Macht nicht immer hochgeschätzt wird. Er war seit November 2014 der zweite Mann im Rathaus neben Oberbürgermeister Jens Peter und ist jetzt, seitdem dieser erkrankt ist, der amtierende Bürgermeister von Dippoldiswalde. Gerne hätte er für das Oberbürgermeisteramt kandidiert. Aber er wurde von seinen Parteifreunden in Mithaftung genommen für Versäumnisse der letzten fünf Jahre bei der Ausübung der Macht. Der Unternehmer Thomas Kreher aus Paulsdorf konfrontierte Antoniewski damit, dass er vor einem Jahr einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt auf eine Fläche von 20 000 Quadratmeter habe, um in Reinholdshain sein Unternehmen zu erweitern. Er betreibt in Schmiedeberg einen Onlineversand mit 25 Mitarbeitern. Eine Antwort hätte er nicht bekommen. Monika Seifert aus Schmiedeberg kritisierte den schlechten Eindruck, den man bekommt, wenn man auf der Bundesstraße B 170 nach Dippoldiswalde hineinfährt. Auf der rechten Seite steht die teilweise abgerissene Hafermühle, auf der linken Seite die Ruinen des ehemaligen VEB Hydraulik. Holger Felix, der ehemalige Ortsvorsteher von Reichstädt, bemängelte, dass der Breitbandausbau in Dipps langsamer vorangeht als beispielsweise in Wilsdruff, obwohl beide zur gleichen Zeit die Fördermittel bekommen haben. Sytse Wiersma aus Reinholdshain machte den Beigeordneten mitverantwortlich für Dinge, die an der Stadtspitze schiefgelaufen sind. Seine Aufgabe wäre gewesen, schlechte Vorlagen zu korrigieren.

Dieser Art von Kritik musste sich Kerstin Körner nicht stellen. Sie arbeitet in Pirna und leitet im Landratsamt die Abteilung für Gesundheits- und Verbraucherschutz. Allerdings gab es Nachfragen nach ihrer Gesundheit. René Stoppok sprach an, dass sie eine Zeit lang eine berufliche Auszeit genommen hat und fragte, ob sie dem Amt als Oberbürgermeisterin gesundheitlich gewachsen sei. Körner bestätigte, dass sie eine Auszeit hatte, aber wegen der Krankheit eines Kindes und nach dem Tod ihres Lebensgefährten. Sie versicherte aber: „Ich bin und war kerngesund. Ich fühle mich fit für die Aufgabe in Dippoldiswalde.“ Ihre Parteifreunde sahen es ähnlich und wählten sie mit 18 Stimmen zur Kandidatin. Antoniewski erhielt 16, Waldenburger keine Stimme.

Die CDU-Bewerber:

Oberbürgermeister: Kerstin Körner.

Stadtrat: Torsten Teubner, Hans-Jochen Sandig, Jürgen Strzebin, Günter Geißler, Matthias Thümmel, Jens Mücklich, Rocco Krönert, Thomas Baumgart, Katrin Waldenburger, Gotthard Winter, Emanuel Schmidt, Jens Stoppok, Sytse Wiersma.

Ortschaftsräte in Dippoldiswalde: Konrad Wohlgemuth, Emanuel Schmidt, Katrin Waldenburger. Obercarsdorf: Sven Schaale. Paulsdorf: Agnes Roderfeld, Thomas Kischko. Reichstädt: Falk Hennig, Helfried Lohse, Tobias Döring, Stephan Steckel, Lutz Lange, Sven König. Reinholdshain: Sytse Wiersma. Seifersdorf: Jürgen Strzebin. Ulberndorf: Gotthard Winter.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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