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Das Projekt Brotbackhaus nimmt Gestalt an

Eine Brotback-Aktion spült Geld in die Spendenkasse. Auch der Lionsclub unterstützt das ehrgeizige Vorhaben.

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Krabatmühlen-Chef Tobias Zschieschick (v.l.n.r.), Lionsclub-Präsident Bernd Bittroff und Hobby-Brotbäcker Michael Buchta unterstützen das Projekt Brotbackhaus, das auf dem Terrain des Erlebnishofes Krabatmühle realisiert werden soll.
Krabatmühlen-Chef Tobias Zschieschick (v.l.n.r.), Lionsclub-Präsident Bernd Bittroff und Hobby-Brotbäcker Michael Buchta unterstützen das Projekt Brotbackhaus, das auf dem Terrain des Erlebnishofes Krabatmühle realisiert werden soll. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Schwarzkollm. Der Duft von frischem Brot liegt in der Luft. Im Garten hinter dem Einfamilienhaus von Familie Buchta wird an diesem Samstagvormittag fleißig im Steinofen gebacken. Zwanzig Brote entstehen in Handarbeit, um am Nachmittag an den Mann gebracht zu werden. Hobby-Brotbäcker Michael Buchta hat sich an diesem Tag Unterstützung von seinem Freund, dem gelernten Bäcker Ingo Giertz, geholt, zumal diese Aktion einen guten Zweck verfolgt.

Der Hintergrund: In der Krabatmühle Schwarzkollm ist der Bau eines Brotbackhauses mit Backstube und Steinofen geplant. Die Kosten dafür belaufen sich auf 190.500 Euro. In der Gesamtsumme sind 180.500 Euro Baukosten veranschlagt und etwa 10.000 Euro für die Ausstattung.

Die Finanzierung des Projektes soll mit Geldern aus dem europäischen Leader-Programm, mit Eigenmitteln sowie Spenden finanziert werden. Eigens dazu wurde auch eine Crowdfunding-Aktion mit einem Wunschbetrag von 10.000 Euro ins Leben gerufen, die bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Dennoch zählt weiterhin jeder Euro, um das Vorhaben erfolgreich in die Tat umsetzen zu können.

Symbolischer Obolus als Spende

Michael Buchta hatte deshalb die Idee, mit einer ganz speziellen und eigens entwickelten Backmischung zwanzig Mischbrote zu backen und diese mit einem symbolischen Spendenbeitrag von mindestens 10 Euro pro Brot zu verkaufen, um mit dem Erlös den Bau des Brotbackhauses zu unterstützen. Die Zutaten hat Michael Buchta beigesteuert. Das Mehl wurde von der Bäckerei Bresan aus Sollschwitz kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Hierbei kommt bereits das zum Tragen, was sich der Geschäftsführer der Krabatmühle Tobias Zschieschick wünscht und was die Philosophie der Krabatmühle seit jeher ausmacht: Den regionalen Kreislauf und das Miteinander mit Leben zu erfüllen, zu kooperieren und sich gegenseitig zu unterstützen. „Zum einen werden die Menschen damit in unsere Projektarbeit aktiv mit einbezogen und zum anderen kann damit unser Brotbackhaus weiter Gestalt annehmen. Denn die Krabatmühle ist nicht nur Symbolträger für Schwarzkollm, sondern weit darüber hinaus“, erklärte Tobias Zschieschick, der den Fördermittelantrag für das neue Gebäude im Februar beim Landkreis Bautzen einreichen möchte. Somit wäre ein vorzeitiger Baubeginn möglich. Der Mühlenchef rechnet damit, dass das Brotbackhaus spätestens im kommenden Jahr fertiggestellt und in Betrieb genommen werden kann. Wenn alles planmäßig funktioniert. Laufe doch das Vorhaben parallel zum normalen Alltagsgeschäft, das es auch zu bewältigen gäbe.

Tobias Zschieschick hofft, dass im Brotbackhaus neben Angeboten zur ergänzenden Kinder- und Jugendarbeit weitere Ideen umgesetzt werden. So stehen Brotbacktage von interessierten Hobbybäckern im Raum mit dem Vorteil, gleichzeitig das unverwechselbare Mühlenflair erleben zu können. Zudem soll der Nachwuchs an das alte Bäckerhandwerk (wieder) mehr herangeführt werden. „Es gibt vielfältige Möglichkeiten, das Brotbackhaus mit Leben zu füllen“, ist sich der Mühlenchef sicher.

Der Schwarze Müller alias Dieter Klimerk sieht auch in den sorbischen Bräuchen eine Chance der Belebung. So ließen sich beispielsweise zu Beginn des Jahres Nester für die Vogelhochzeit oder im Frühjahr Osterbrot backen. Die gelebte Philosophie „Vom Korn zum Brot“ soll hierbei besonders zum Tragen kommen, sei doch in der Schwarzen Mühle, laut Krabat-Sage, auch Getreide zu Mehl gemahlen worden.

Bei der Brotbackaktion mit Michael Buchta kamen mehr als 200 Euro zusammen. Und auch der Lionsclub unterstützt das Vorhaben mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro, die aus dem Erlös des Teschen-Marktes 2019 stammen. „Alle Mitglieder waren von der Idee sofort begeistert die Krabatmühle zu unterstützen“, sagt Lionsclub-Präsident Bernd Bittroff.

Apropos Unterstützung: Die Krabatmühle sucht noch einen Namen für das Brot, das Michael Buchta kreiert hat. Erste Ideen wie „Hankabrot“, „Mühlenbrot“ und „Rabenkruste“ stehen bereits im Raum. Weitere Ideen können gern bei der Krabatmühle gemeldet werden.

Kontakt: Krabatmühle, Koselbruch 22, Hoyerswerda OT Schwarzkollm, Telefon 035722 951133, [email protected]

Spendenkonto: https://www.krabat-muehle.de/de/der-verein/spenden-spendenkonto.html