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Das richtige Maß

In Dresden wäre ein Mädchen fast durch ein zu weites Brückengeländer gestürzt. In Löbau und Zittau sehen die Rathäuser keine Probleme.

Von Matthias Klaus

Das hätte böse enden können: Auf der Carolabrücke in Dresden wäre die zweijährige Amy beinahe durch das Brückengeländer gefallen. Die Kleine lief zunächst neben Mutti Annekathrin Schellhorn. Die 33-Jährige schob einen Kinderwagen. Plötzlich griff die Tochter das Brückengeländer, steckte den Kopf und den halben Körper zwischen den Stäben durch. Die Mutter konnte sie gerade noch zurückziehen. Hätte sie einen Sekundenbruchteil zu spät reagiert, wäre das Kind in die Elbe gefallen.

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Der Vorfall löste eine Debatte um die Sicherheit von Brückengeländern im Freistaat aus. Das Geländer der Carolabrücke stammt von 1971. Es hat senkrechte Stäbe, Abstand gut 14 Zentimeter. Nach heutigen Richtlinien sind aber nur 12 Zentimeter erlaubt. Allerdings gibt es auch in der Oberlausitz Abweichungen von diesem Maß, bestätigt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Doch für ältere Brückengeländer gilt Bestandsschutz. Erst wenn größere Instandsetzungen nötig werden, wird auch das Geländer der betroffenen Brücke erneuert. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr für Brücken an Bundes- und Staatsstraßen zuständig. In Löbau spielt das Thema nicht normgerechte Brückengeländer keine Rolle. „Wenn irgendwo etwas erneuert wird, dann natürlich nach den heute geltenden Vorschriften“, sagt Rathaus-Sprecherin Eva Mentele. Ihr sei kein Fall bekannt, in dem es Probleme mit zu großem Abstand der Brückenstäbe gegeben habe. Auch sei verweist auf den Bestandsschutz, den ältere Brücken genießen.

Ähnlich sieht es der Zittauer Bürgermeister Michael Hiltscher (CDU). „Bei unseren größeren Brücken sehe ich keine Probleme“, sagt er. Problematisch sehe er allerdings kleinere Übergänge über Durchlässe oder Gräben. „Teils gibt es da nur einen Hand- und Knielauf, kein richtiges Geländer“, so der Bürgermeister. Natürlich, gibt Michael Hiltscher zu bedenken, ist der Höhenunterschied bei einer Brücke über einen Graben ein ganz anderer, als bei einer Elbebrücke.