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Das Rodewitzer Lädchen wächst

Simone Hölzel zieht mit ihrem Lebensmittelgeschäft um. Nicht nur die Räume werden größer, sondern auch das Angebot.

Von Katja Schäfer

Das Durchhalten hat sich gelohnt. Jetzt kann Simone Hölzel mit ihrem kleinen Lebensmittelladen in Rodewitz/Spree sogar in größere Räume ziehen. Und das, obwohl sie zwischenzeitlich ums Überleben kämpfen musste.

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Vor knapp vier Jahren hatte die Rodewitzerin ihr Lädchen eröffnet. Nachdem der Penny-Markt geschlossen worden war, gab es im Dorf nirgends mehr Lebensmittel zu kaufen. Simone Hölzel sah das als Chance, aus der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Im Erdgeschoss des Hauses, das der Familie gehört, richtete sie ein Geschäft ein. Das wurde gut angenommen. Doch dann öffnete wieder ein großer Einkaufsmarkt im Ort, ein Nahkauf. „Das hat sich natürlich bemerkbar gemacht. Es kamen weniger Leute zu mir“, blickt Simone Hölzel nur ungern zurück. Doch aufgeben wollte sie auf keinen Fall. Denn das Lädchen ist ihr Leben. Sie setzte darauf, dass die Stammkunden ihr die Treue halten. Das taten viele auch. Dennoch waren es schwere anderthalb Jahre. Dann zog der Nahkauf nach Cunewalde um. Seitdem schlägt der Gong im Lädchen wieder viel öfter an. Und Simone Hölzel kann sich einen Wunsch erfüllen: Vom kleinen Verkaufsraum, wo es eng wird, wenn drei Kunden zugleich da sind, zieht sie jetzt in größere Räume um.

Kunden finden das Lädchen aber auch künftig an der Alten Dorfstraße 3a in Rodewitz. Sie müssen nur eine andere Tür benutzen. In den vergangenen Wochen und Monaten hat Maik Hölzel mit Unterstützung von Verwandten und Bekannten Räume, die vorher unter anderem als Lager dienten, zum neuen Laden für seine Frau umgebaut. Dabei wurde auch der Fußboden um 25 Zentimeter erhöht, damit die nahe Spree bei einem Hochwasser nicht wieder so viel Schaden anrichten kann wie kurz nach der Eröffnung im August 2010.

Der neue Verkaufsraum ist reichlich doppelt so groß wie der bisherige. An den Wänden ringsum stehen Regale. „Da kann ich endlich alle Ware gut sichtbar präsentieren“, freut sich Simone Hölzel. Bisher musste sie aufgrund der beengten Verhältnisse manches im Hinterzimmer oder unterm Ladentisch lagern und holte es vor, wenn Kunden danach fragten. Im neuen Laden, der am Donnerstag eröffnet wird, gibt es – anders als bisher – Einkaufskörbchen. Neu ist auch ein Tisch mit zwei Stühlen. „Da können sich die älteren Leute mal ausruhen, bevor sie wieder nach Hause laufen“, begründet die Unternehmerin. Sie ist sich sicher, dass die Sitzplätze auch gern für einen Schwatz genutzt werden.

„Ansonsten bleibt alles so, wie es ist“, betont Simone Hölzel. Die Kunden finden weiterhin ihre bekannten Produkte von den gewohnten Firmen, zum Beispiel vom Pech-Bäcker aus Cunewalde, von der Landschlachtstelle Sohland, vom Bauernhof Pietzschke aus Schönbach, vom Fruchtimport Krauter und Weidmann aus Bautzen und Kekila-Säfte aus Lawalde. Auch Spielzeug, Präsente und Zeitschriften gibt es weiterhin. Die neuen Räume geben der Händlerin die Möglichkeit, das Sortiment zu erweitern. So findet man bei ihr künftig auch ein paar Bio-Produkte und mehr Confiserie-Waren wie handgemachte Schokolade. „Mir ist es wichtig, gute Dinge anzubieten und auch das Besondere, das es nicht überall gibt“, sagt die Rodewitzerin.

Trotz der Vergrößerung bleibt der Laden das Lädchen. Der Name ändert sich eben so wenig wie das Konzept. Denn Simone Hölzel ist zufrieden damit, wie sich alles entwickelt hat. „Es hat sich gelohnt durchzuhalten“, freut sie sich und gibt zu: „Ich könnte mein Lädchen nicht mehr hergeben. Nicht nur ich, sondern die ganze Familie hängt sehr daran.“ Dafür nimmt sie auch in Kauf, dass sie seit dreieinhalb Jahren keinen einzigen Tag Urlaub hatte.