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Das Salzhaus leert sich

Der Vermieter des Gebäudes in der Innenstadt kämpft derzeit mit dem Auszug mehrerer Mieter. Doch es gibt Hoffnung.

Von Doreen Hotzan

An den Eingangstüren zum Geschäft Buchfink im Salzhaus hängen zwei rote Schilder. Darauf wird auf den Räumungsverkauf des Geschäftes hingewiesen. Rabatte bis zu 50 Prozent sollen die Kunden ein letztes Mal anlocken. Denn der Grund für den Räumungsverkauf ist die Schließung des Ladens zum 29. Februar.

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Zwischen den teilweise leergeräumten Regalen sind Mitarbeiter damit beschäftigt, die restlichen Bücher in Kartons zu verstauen. „Haben Sie keine Zeitungen mehr?“, fragt eine Kundin erstaunt. „Nein, wir schließen“, antwortet Buchfink-Angestellter Tilo Rönsch und verweist auf die Schilder an den Eingangstüren. Die Kundin nimmt die Mitteilung bedauernd zur Kenntnis.

Bis gestern Nachmittag konnte man noch die Gelegenheit nutzen, im Buchfink nach einer Leselektüre zu schmökern. Doch nun hat das Geschäft nach fünf Jahren seine Türen geschlossen. „Natürlich bedauern die Kunden diesen Schritt“, sagt Tilo Rönsch, dessen Frau der Buchfink gehört. Aber was solle man machen. Die Konkurrenz im Internet sei sehr groß. „Die Leute bestellen Bücher eher bei Amazon“, betont Tilo Rönsch. Das habe sich bei den Umsätzen bemerkbar gemacht. „Wir haben das Weihnachtsgeschäft abgewartet und dann die Entscheidung getroffen, dass wir schließen“, erläutert er.

Ein paar Meter weiter arbeiten Maler in den Räumen, wo bis vor Kurzem noch das Blumengeschäft Ralf’s Studio Flora zu finden war. An den Scheiben hängen Plakate, die auf einen Umzug und die Eröffnung des Geschäftes in der Neustadt 26 hinweisen. Tätsächlich ist der Blumenladen von Ralf Bießlich dort zu finden. Doch zu dem Umzug wollte sich der Inhaber gestern nicht äußern.

Auch das Landratsamt erwägt einen Auszug aus dem Salzhaus Anfang 2013 (die SZ berichtete).

Einen Umzug innerhalb der Innenstadt plant das Geschäft Jeans Welt in der Reichenberger Straße 19. Dort weisen im Schaufenster Plakatwände auf den Standortwechsel im April in die Innere Weberstraße 14 hin. Den Grund kann man nur erahnen, denn weiterhin ist auf den Plakaten zu lesen: „Wir müssen raus! Der Abriss droht!“ Auch der Räumungsverkauf wird mit Rabatten bis zu 70 Prozent angekündigt. Für eine Stellungnahme waren die Geschäftsinhaber gestern nicht zu erreichen.

Zwar hat das Salzhaus zwei Mieter verloren, aber es gibt schon Interessenten für die leerstehenden Räume. Das bestätigt Bärbel Wienrich von der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH, denen das Gebäude gehört. „Wir arbeiten daran, aber ich kann noch keine Namen preisgeben“, sagt sie.