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Das Siegerlächeln

Die Firma RTT ist Unternehmen des Jahres 2013. Die Mitarbeiter dürfen sich doppelt freuen.

Von David Berndt

Die Hände muss er sich nicht schmutzig machen. Obwohl der Zittauer Bert Handschick sein Geld unter anderem mit Müll verdient. Oder besser mit der Sortierung davon, etwa dem Inhalt gelber Säcke oder Industrieabfällen, aber auch der Herstellung von Recyclaten oder der Aufbereitung von Ersatzbrennstoffen und nicht zuletzt dem Bau von Sondermaschinen, dem Ursprung seiner Firma RTT.

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Dafür wurde die Zittauer Firma am Mittwochabend als Unternehmen des Jahres 2013 ausgezeichnet. Und damit vor allem eine Person, Bert Handschick. Der Unternehmensgründer und Macher von RTT Robotertechnik-Transfer GmbH hat mitten im Abgesang der DDR den Grundstein für die Firma gelegt. „Die entsprechenden Anträge hatte ich noch bei einem Ministerium der DDR gestellt. Die Antwort und Fördermittel kamen dann schon vom Bundesministerium für Bildung und Forschung“, sagt Handschick. 1990 war das, kurz vor Weihnachten.

Damit war allerdings auch Handschicks akademische Laufbahn an der Hochschule beendet. Den Diplom-Ingenieur hatte er da schon in der Tasche. „Bedingung war, dass man das Vollzeit und ohne Kompromisse macht. Meine Dissertation habe ich also in den Papierkorb geworfen und meine befristete Stelle im Februar 1991 gekündigt.“

Mittwochabend sah sich Bert Handschick zuerst noch als einer von vielen Gästen beim Neujahrsempfang des Zittauer Oberbürgermeisters, darunter auch dessen Görlitzer Amtskollege. Hier wird auch der Unternehmerpreis verliehen. Noch zu Beginn der Laudatio ahnt Handschick nicht, dass er gleich den Preis entgegennehmen darf. Trotz des Redners. Denn mit Frank Worlitz hatte Handschick einst gemeinsam studiert. Im Gegensatz zu ihm ist der Laudator damals an der Hochschule geblieben. Und das bis heute. Doch je länger Worlitz redet, umso klarer wird dem 60-jährigen Preisträger, dass er gemeint ist. „Ich war sehr überrascht. Deswegen konnte ich auch nicht viel sagen.“

Handschick sprach nicht viel länger als zwei Minuten. Er bedankte sich bei seinen Mitarbeitern und nahm den Preis im Namen des gesamten Teams entgegen. „Ohne meine Leute wäre das nicht möglich.“ 350 Maschinen von RTT stehen in über 30 Ländern weltweit. Neuseeland, USA, Brasilien, Japan, Russland und Europa. 55 Mitarbeiter sind dafür verantwortlich. Die dürfen sich doppelt freuen. Zum einen über den Preis. Zum anderen über das heutige Frühstück. Denn der Chef gibt einen aus. „Natürlich muss sich einer vor den Karren spannen. Aber es geht doch nicht um Einzelpersonen.“

Die Freude ist Handschick auch gestern noch anzusehen. Die Ehrung sei eine ganz besondere. Denn neben diversen regionalen und überregionalen Auszeichnungen steht sie für die Anerkennung seitens der Stadt, sagt der Unternehmer. Denn gewürdigt wird nicht nur der Erfolg von RTT, sondern auch die enge regionale Bindung. Aufträge an Zulieferer versucht Handschick, an umliegende Firmen zu verteilen. Der Großteil seiner Mitarbeiter kommt von der Zittauer Hochschule. Und auch um die Zukunft von RTT macht sich der Unternehmer des Jahres keine Sorgen. Die Stimmung im Unternehmen ist gut. Laut Handschick verlassen seine Mitarbeiter die Firma in der Regel erst mit dem Eintritt in die Rente. Bei ihm sei da ja noch reichlich Zeit. Auch das sei ein Grund für den Erfolg.

Die Auftragsbücher sind voll. Rund acht Millionen Euro Umsatz hat RTT im vergangenen Jahr gemacht. Vor allem mit dem Kerngeschäft, den Sortiermaschinen. Eigens dafür wurde 1998 die Tochter RTT Systemtechnik GmbH gegründet, deren Mehrheitsanteile 2009 an die Kölner Firma Steinert Elektromagnetbau GmbH verkauft wurden. Handschick ist aber nach wie vor Geschäftsführer und hat das Sagen. „Wir bestimmen das Tempo, setzen unsere Ideen um und sind nicht die Werkbank für andere.“ Die nächsten Projekte stecken schon in den Startlöchern. Dazu kommen noch Wartung und Reparatur der Maschinen rund um die Welt.