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Das sind die FDP-Direktkandidaten

Vier Männer wollen sich im Landtag für die Kommunen, Bildung und Digitalisierung einsetzen – und gegen Windräder.

Hoch hinaus wollen die vier Direktkandidaten der FDP zur Landtagswahl Martin Bahrmann, Alexander Wolf, Berthold Pursche und Sven Borner (v. l.). Deshalb haben sie sich die Baeyerhöhe als Ort für das Pressefoto ausgesucht – den höchsten Ort im Landkreis.
Hoch hinaus wollen die vier Direktkandidaten der FDP zur Landtagswahl Martin Bahrmann, Alexander Wolf, Berthold Pursche und Sven Borner (v. l.). Deshalb haben sie sich die Baeyerhöhe als Ort für das Pressefoto ausgesucht – den höchsten Ort im Landkreis. © Claudia Hübschmann

Landkreis. Die Baeyerhöhe lässt sich nicht anmerken, wie sehr sie gerade symbolisch aufgeladen wird. Still – und ein wenig nass nach dem dringend nötigen Regenguss – steht das Getreide rings um den kleinen Platz auf dem höchsten Punkt im Landkreis, als sich die vier Direktkandidaten am Montagmorgen hier einfinden. Der Ort soll einerseits für den beschwerlichen Aufstieg stehen, den die FDP als außerparlamentarische Opposition durchmache, aber auch für Innovation, denn sie ist nach dem Begründer der europäischen Gradmessung benannt. Und nicht zuletzt verbinden die FDP-Männer damit etwas ganz Konkretes: ihre Ablehnung des Plans, hier weitere, große Windräder aufzustellen. Das sind die vier FDP-Direktkandidaten:

Martin Bahrmann (32), Wahlkreis 39

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Der Standortleiter der Euro-Schulen in Meißen, der bereits im Meißner Stadtrat sowie im Kreistag sitzt, tritt zum zweiten Mal zur Landtagswahl als Direktkandidat für die FDP an (Listenplatz 8). Die Selbstständigkeit der Kommunen und deren ordentliche finanzielle Ausstattung nennt er im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung auf der Baeyerhöhe in Klipphausen als eines seiner wichtigsten Ziele. „Gerade wenn es um Bildung geht, fehlt immer Geld“, sagt Bahrmann, der Vater von zwei Kindern ist. „Wir haben riesige Unterrichtsausfallzeiten. Das ist einer meiner Kernpunkte – neben der Entbürokratisierung, die wahrscheinlich jeder Liberale nennen wird.“

Sven Borner (47), Wahlkreis 37

Auch der Riesaer Vater von vier Kindern (Listenplatz 23) hat sich dem Thema Bildung verschrieben – von frühkindlichen bis zum lebenslangen Lernen. Er selbst absolviert neben der Arbeit bei Neways Electronics ein Masterstudium in Governance an der Fernuniversität Hagen. „Es ist nicht damit getan, einen Beruf zu erlernen oder einen Studienabschluss zu machen – das Lernen geht auch für Erwachsene immer weiter.“ Schulen müssten perfekt ausgestattet sein, sowohl baulich – „da haben wir in Riesa einige Baustellen“ – als auch in der Ausstattung mit digitalen Lernmitteln.

Die Schulabbrecherquote müsse gesenkt werden, der Oberschulabschluss und die Berufsausbildung im öffentlichen Ansehen aufgewertet. „Es ist noch immer so: Wer es nicht aufs Gymnasium schafft, gilt ein bisschen als Verlierer.“ Aber es könnten nicht alle Akademiker sein. „Irgendeiner muss die Hochschulen ja auch bauen.“

Alexander Wolf (54), Wahlkreis 40

Der Finanzökonom und Betriebswirt ist seit Mai Stadtrat in Radebeul und kandidiert zum dritten Mal für die FDP im Kreis (Listenplatz 51). Schon seit 20 Jahren ist er ihr Vorsitzender in Radebeul. Sein großes Thema ist die Entbürokratisierung. Sowohl die Bürger als auch besonders der Mittelstand müssten von unnötigen Gesetzen und Verordnungen befreit werden. „Hier werden vollkommen unnütz Ressourcen verschwendet, um teilweise fragwürdigen Anforderungen Genüge zu tragen.“

Außerdem sei es dringend notwendig, die öffentliche Verwaltung zu verschlanken und alle relevanten Antragsverfahren online zu ermöglichen. Dabei sei auch das Thema Breitbandausbau ganz wichtig. „Selbst in Radebeul gibt es nach wie vor Funklöcher“, sagt Wolf. „Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand.“

Berthold Pursche (20), Wahlkreis 38

Dem Studenten der Wirtschaftswissenschaften, der zum ersten Mal als Direktkandidat antritt (Listenplatz 55), ist vor allem das Thema Digitalisierung wichtig. „Hier oben haben wir zum Glück gutes Netz, ich habe vorhin extra nachgeguckt.“ 

Martin Bahrmann verweist lachend auf den Funkmast in Sichtweite. „Aber das ist leider nicht überall so im Landkreis“, sagt Pursche und berichtet, wie ein wichtiger Telefonanruf vor Kurzem unterbrochen wurde, weil er kein Netz mehr hatte. Dann müsse man erst fünf, zehn Kilometer weit fahren. „Das ist fürchterlich, das kann im Jahr 2019 einfach nicht sein.“ 

Der Breitbandausbau werde zwar flächendeckend vorangetrieben, aber für Pursches Geschmack noch viel zu langsam – vor allem, wenn es um Schulen gehe. „WLAN ist an der Schule neben dem Abc das A und O.“

Beim Thema ländlicher Raum liegt ihm vor allem seine Herkunft Großenhain am Herzen. Die Stadt habe zwar eine gute ÖPNV-Anbindung, „aber es fehlen die jungen Leute, es fehlen die Familien“. Die müssten wieder zurückgeholt werden, zum Beispiel, indem Bildungseinrichtungen auf dem Land unterstützt werden. „Damit nicht die Ballungszentren alles abbekommen.“

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