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Das sind die schönsten Sommertheater in Sachsen

Sachsen ist nicht nur reich an Hochkultur, sondern auch an unterhaltsamem Sommertheater. Hier finden Sie die schönsten Freiluftbühnen.

„Der kleine August“ läuft auf der Seebühne Kriebstein, die einen herrlichen Blick auf die Talsperre bietet.
„Der kleine August“ läuft auf der Seebühne Kriebstein, die einen herrlichen Blick auf die Talsperre bietet. © André Brau

Bis die ersten Stadttheater ihre fensterlosen Säle eröffnen, sind es noch locker vier Wochen hin – Zeit, um unter freiem Himmel Kultur zu genießen. Sachsen ist reich an Natur- und Felsenbühnen, an launigem Schauspiel und Musiktheater in Ruinen und Schlössern. Manchmal vielleicht mit Glas- oder Scheunendach, aber immer lauschig und unterhaltsam. Hier stellen wir Ihnen die schönsten Sommertheaterbühnen Sachsens vor.

Die Großen

Felsenbühne Rathen

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Der Platzhirsch unter den Freilufttheatern: Auf der Felsenbühne Rathen spielen traditionell die Landesbühnen Sachsen. Neben den Klassikern wie „Winnetou“ und „Der Freischütz“ sind noch bis September zu sehen: „Die Sonne über dem Traumzauberbaum“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Zorro – das Musical“, und die Rockoper „Faust“. Und, zum letzten Mal in Rathen: „Carmina Burana“ am 25.8..

Anfahrt: Mit der S-Bahn bis Rathen (Tickets gelten als Fahrkarten), dann aufs Schiff und 20 Minuten hochspazieren – planen Sie genug Zeit ein, falls ein Schiff mal voll ist.

Klosterhof Zittau

Der pittoreske Klosterhof dient als Sommerspielort des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz Zittau. In diesem Jahr gibt es die Grusel-Trash-Komödie „Ein Biss für zwei“ zu sehen, und zwar am 13.8.

Anfahrt: Der Klosterhof liegt in der Klosterstraße 3, unweit des Theaters. Es gibt einige Parkplätze umliegend. Oder mit der Regionalbahn bis Zittau, dann 15 Minuten zu Fuß.

Waldbühne Jonsdorf

Die zweite Außenspielstätte des Gerhart-Hauptmann-Theaters ist die malerische Waldbühne in Jonsdorf. In diesem Jahr gibt es noch zweimal die Eigenproduktion „Vier Fäuste für ein Halleluja“ zu sehen (10. und 11.8.), dazu kommen bis Ende August zahlreiche Gastspiele. Tipp: Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung am 23.8.

Anfahrt: Über Löbau, Oderwitz und Großschönau erreicht man nach vielen Kurven die Waldbühne Jonsdorf. Parkplätze gibt es genügend. Es fährt auch ein Bus von Zittau bis Jonsdorf, von dort sind es 15 Minuten zu Fuß.

Seebühne Kriebstein

Ordentlich Mückenspray sollte man einpacken, wenn man sich auf den Weg macht zur Sommerspielstätte des Mittelsächsischen Theaters Freiberg Döbeln. Einmal eingenebelt gibt es die Talsperre als fantastischen Hintergrund, der eigentlich Kulisse genug ist. Die Operette „Frau Luna“ ist für dieses Jahr schon abgespielt, dafür ist noch zweimal ein Best-Of des Traumzauberbaums zu sehen (16./17.8.) und am 24. und 25.8. das herzerfrischende Kinderstück „Der kleine August“.

Anfahrt: Von Dresden kommend auf der A4 bis Hainichen, dann die Landstraße bis Kriebstein. Parkplätze am Campingplatz. Eine Regionalbahn fährt bis Waldheim, von dort aus gibt es einen Bus.

Die Zentralen

Dresdner Bärenzwinger

Mitten in der Innenstadt hat sich das Team des Dresdner Sommertheaters als Platzhirsch etabliert. Jahr um Jahr gibt es intelligentes Sprechtheater zu sehen, diesmal ist „Sündige Hexen“ im Programm. Der Bärenzwinger verfügt über ein Glasdach und ist darum regensicher.

Anfahrt: Der Bärenzwinger liegt am Brühlschen Garten 1 in Dresden. Sie erreichen ihn am besten mit der Tram 3 oder 7 bis Haltestelle Synagoge. Parkplätze an der Frauenkirche, dem Polizeipräsidium oder der Carolabrücke.

Sommertheater der Comödie Dresden

Das Dresdner Privattheater Comödie hat das hübsche Schloss Übigau aus dem Winterschlaf erweckt: bis zum 25.8. läuft „Das Wirtshaus im Spessart“. Vom 28.8. bis 7.9. sind die Burlesque-Künstler „The Firebirds“ am Dresdner Elbhang zu sehen. Außerdem zeigt die Comödie „Spanisch für Anfängerinnen“ im Hotel Elbflorenz.

Anfahrt Elbschloss Übigau: Es liegt an der Rethelstraße 47 in Dresden, Parkplätze in den umliegenden Straßen sowie ab 18 Uhr auf dem Edeka-Parkplatz in der Tauberthstraße. Mit der Tram 9 oder 13 bis Haltestelle An der Flutrinne.

Anfahrt Hotel Elbflorenz: Zur Rosenstraße 36 in Dresden kommen Sie am besten mit der S-Bahn oder den Tramlinien 7 und 10 bis Haltestelle Freiberger Straße. Es gibt auch einzelne Parkplätze in den umliegenden Straßen.

Theaterruine St. Pauli, Dresden

Seit einigen Jahren nicht mehr freiluft, sondern mit Glasdach. Dafür kann man die Amateurtheaterstücke regensicher von Mai bis September sehen. Mehrere eigene Inszenierungen der hauseigenen Theatertruppe sind im Programm, dazu ausgewähnte Musikaufführungen.

Anfahrt: Die Theaterruine St. Pauli liegt am Königsbrücker Platz in Dresden. Von den Straßenbahnhaltestellen Tannenstraße und Bischofsweg sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Von außerhalb am besten über die AB-Abfahrt Hellerau zu erreichen, Parkplätze sind im Wohnviertel Leipziger Vorstadt rar.

Die Versteckten

Gründer Gut Wölkau

Jethro T. Gründer hat sich einen Traum erfüllt und sein eigenes Theater eröffnet. Seitdem schreibt, inszeniert und spielt er in seinem „Theater im Pferdehof“ in Wölkau in der Oberlausitz, bei gutem Wetter draußen, bei Regen in der Scheune. Neben der Eigenproduktion „Die Nachtigall und die Rose“ (13./14.9.) gibt es am 29.8. ein Gastspiel von Uwe Steimle, am 20.9. ist der Musiker Julian Wolf zu Gast.

Anfahrt: Das Gründer-Gut befindet sich am Ziegeleiweg 4 in Wölkau, Ortsteil Demitz-Thumitz. Auf der Autobahn A4 die Ausfahrt Uhyst nehmen, zuerst den Schildern Richtung

Bischofswerda und dann denen nach Wölkau folgen. Von Bischofswerda fährt auch ein Bus bis Wölkau.

Waldbühne Sohland

Seit 1991 ist die bei Schirgiswalde versteckt im Wald gelegene Bühne wieder in Betrieb. Das Ensemble der Spielgemeinschaft mischt sich aus mehreren Generationen, die Atmosphäre ist familiär. Am 10./11.8. zeigen sie „Petroleum Miezen“, am 18.8. spielt das Puppentheater Glöckchen das Gastspiel „Wie die Hexe Wackelzahn den König überlisten wollte“.

Anfahrt: Sohland erreichen Sie über die A4, Abfahrt Bautzen Salzenforst, dann Richtung Neukirch fahren und links nach Oppach orientieren. Innerhalb des Ortes Sohland weist ein Schild den Weg den Hügel hinauf, nach zehn Minuten erreicht man die Bühne. Für Gehbehinderte kann ein Transfer organisiert werden. Ein Bus fährt ab Bautzen nach Sohland.

Naturbühne Maxen

Viele Ehrenamtliche haben die alte Naturbühne wieder aufgebaut. Wo früher Boxkämpfe stattfanden, gibt es jetzt Amateurtheater der Maxener Truppe und durchaus namhafte Gastspiele, zum Beispiel am 20.8. Inge Borg. Die Saison in Maxen läuft bis zum 8.9.

Anfahrt: Die Naturbühne liegt am östlichen Rand von Maxen, an der Verbindungsstraße zwischen Maxen und Wittgensdorf. Auf dem Hügel sieht man schon die Schilder und den Parkplatz. Mit Zug und Bus (über Heidenau und Burkhardswalde) dauert es von Dresden etwa eine Stunde.

Naturbühne Reichenau

Ohne viel Technik und Schnickschnack, dafür mit Picknick-Erlaubnis, kann man im Pulsnitztal die Aufführungen der Laientruppe ansehen. Dieses Jahr läuft noch bis zum 21.9. „Biest“ nach dem Motiv von „Die Schöne und das Biest“. Tipp: Am Schuleingangswochenende am 17.8. gibt es in der Nachmittagsvorstellung freien Eintritt für alle Vorschulkinder.

Anfahrt: Die Naturbühne Reichenau liegt in der Gemeinde Haselbachtal. Von Dresden kommend verlassen Sie die A4 bei Hermsdorf, fahren Richtung Hoyerswerda, dann Richtung Kamenz und biegen rechts nach Reichenau ab. An der Gräfenhainer Straße gibt es einen Parkplatz. Mit Zug und Bus ist es über Königsbrück etwas komplizierter, geht aber auch.

Freiluftbühne auf dem Gellertberg

Noch eine Theateraufführung hat die Freilichtbühne auf dem Gellertberg in diesem Jahr zu bieten: ein Gastspiel des Bierhahn Blumi am 24.8. Dabei ist das antik anmutende Theater in Niederau prädestiniert für die schöne Muse und müsste dringend mehr bespielt werden. Vielleicht findet sich ja ein mutiger Veranstalter? Immerhin werden ab und an Kinofilme gezeigt.

Anfahrt: Das Freilichttheater auf dem Gellertberg erreichen Sie von Dresden kommend über Weinböhla, von wo Sie Richtung Niederau fahren. Dort weisen Schilder den Weg. In Niederau hält auch eine S-Bahn.

Die Musikalischen

Batzdorfer Barockfestspiele

Das Batzdorfer Schloss ist ein durch private Hand renoviertes und in Stand gehaltenes Schloss oberhalb der Elbe bei Klipphausen. Hier finden die Pfingst- und Barockfestspiele statt, letztere vom vom 27.8. bis 1.9. Höhepunkt ist „Die schoen Magelona“ mit Corinna Harfouch am 27.8. Die Vorstellungen finden nicht unter freiem Himmel statt, dafür ist das Ambiente im Schlosshof unnachahmlich schön.

Anfahrt: Das Schloss liegt, natürlich, in der Schloßstraße 2 in Klipphausen. Auf der A4 fährt man Wilsdruff ab und Richtung Meißen und biegt dann rechts nach Reichenbach/Scharfenberg ab. Links liegt das Schloss. Mit dem Zug klappt es auch, wenn man etwas Zeit und ein Fahrrad mitbringt: Vom Bahnhof Meißen sind es etwa 30 geradelte Minuten.

Saloppe/Serkowitzer Volksoper

Am kommenden Montag, den 12.8., hat die neue Inszenierung der Serkowitzer Volksoper Premiere in der Sommerwirtschaft Saloppe in Dresden. „Romolus der Große“ ist laut Veranstaltern eine „neue barocke Heldenoper, die sich freilich bei Weitem nicht so ernst nimmt, wie es die Genrebezeichnung vermuten lassen könnte“. Wie man die Serkowitzer Volksoper kennt, wird es laut, launig und intelligent. Termine bis 8.9., Karten gibt es nur online.

Anfahrt: Die Saloppe liegt am Dresdner Elbufer in der Brockhausstraße 1. Man fährt mit der Tram bis Wilhelminestraße und geht dann 5 Minuten zu Fuß. Mit dem Auto geht es über die Bautzner Straße stadtauswärts, vor dem Schloss Albrechtsberg rechts abbiegen. Der Parkplatz ist ausgeschildert. Am allerschönsten erreicht man die Saloppe aber zu Fuß an der Elbe entlang, eine Fußtreppe führt den Hang hinauf.

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