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Das TJG spielt sich aus dem Corona-Loch

Das Dresdner Kinder- und Jugendtheater freut sich auf eine ganz analoge Spielzeit mit einem Zufallsmotto. Was in der neuen Spielzeit auf dem Programm steht.

Das Dschungelbuch läuft ab September 2020 im TJG in Dresden.
Das Dschungelbuch läuft ab September 2020 im TJG in Dresden. © Marco Prill/TJG

Dresden. Vielleicht sollte man in dieser Zeit öfter mal Klassiker zeigen. Weil die Menschen, wenn sie im Alltag mit so vielen Veränderungen zu tun haben, einfach etwas Vertrautes brauchen, kulturmäßig gesehen. Was auch immer der Grund ist, im Dresdner Kinder- und Jugendtheater TJG geht es ab Herbst mit lauter Titeln aus dem allseits bekannten Kanon in die neue Spielzeit: „Dschungelbuch“, „Oh, wie schön ist Panama“ und „Rotkäppchen“ stehen auf dem Spielplan. Namen wie „Momo“, „Bambi“ und die „Weihnachtsgans Auguste“ sollen und werden Eltern, Erzieher und Lehrer locken.

Es sei dem TJG gegönnt: 203 Vorstellungen sind coronabedingt ausgefallen, sagt Intendantin Felicitas Loewe. Und auch jetzt dürfen Kitas und Schulen die Gruppen noch nicht in das Theater im Kraftwerk Mitte schicken. Wobei sich das mit der neuen sächsischen Corona-Verfügung bald ändern soll.

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Das doppelte Lottchen läuft derzeit im TJG . Fotograf: Marco Prill
Das doppelte Lottchen läuft derzeit im TJG . Fotograf: Marco Prill © Marco Prill/TJG

Anders als sonst gibt es kein offizielles Motto für die Spielzeit, aber es hat sich ein ungeschriebenes Thema ergeben: das Verhältnis von Mensch und Natur. Eine Inszenierung des Sachbuchs „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer kommt als Jugendstück im Mai 2021 zur Aufführung, und auch andere Produktionen wie „Bambi“ oder „Das Dschungelbuch“ haben dieses Thema im Fokus – „Rotkäppchen“ letztlich ja auch.

Umweltschutz hat für viele Kinder eine hohe Relevanz

Das Thema Tierschutz, Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit hat für viele Kinder und Jugendliche eine große Relevanz. Und das, was die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer bewegt, ist nun mal der Nordstern für das TJG. Darum hat es in den vergangenen Jahren den Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stark ausgeweitet. Die Theaterakademie unter Leitung von Sophia Keil managt nicht nur viele Kurse und andere Formate für junge Laien, sie verantwortet auch diverse Inszenierungen. In diesen können Jugendliche unter Profi-Bedingungen selbst Theater machen, das dann auf den regulären Bühnen aufgeführt wird.

Im TJG verbringen also auch außerhalb der Vorstellungen viele Kinder und Jugendliche ihre Freizeit – und sie taten das während Corona weiter: virtuell. Es gab Video-Proben, eine digitale Ferienakademie und drei digitale Premieren. „Das hat uns gezeigt: Wenn wieder etwas ausfällt, können wir ruhiger sein“, sagt Keil, „die Theaterarbeit geht im digitalen Raum weiter.“

Intendantin Felicitas Loewe bestätigt das, aber sie sagt auch sichtlich erleichtert: „Wir gehen jetzt erst mal ins Analoge zurück.“ Los geht es im September auf der großen Bühne mit dem verschobenen „Dschungelbuch“, das Ende April Premiere gehabt hätte.

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Übrigens läuft noch vier Mal die Kästner-Adaption von „Das Doppelte Lottchen“ auf der Interims-Sommerbühne hinterm Theater. Hierher war das Theater ausgewichen, nachdem der Zoo coronabedingt als Spielort weggefallen war. Perspektivisch will Intendantin Loewe dort aber unbedingt wieder im Sommer spielen.

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