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Das Trinkwasser wird immer besser

Gute Leitungen, immer weniger Rohrbrüche, kein Blei mehr im Netz: Der Süd-Oberlausitzer Wasserversorger Sowag vermeldet viel Positives.

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© dpa

Von Gabriel Wandt

Löbau/Zittau. Wird auch die große Hitze dem Süd-Oberlausitzer Wasserversorger Sowag in die Hände spielen? Das wird sich erst nach dem Sommer zeigen. Doch wenn Kinder im heimischen Planschbecken baden wollen und Pflanzen nach den Hitzetagen Wasser brauchen, wird wohl weiterhin öfter als sonst der Gang zum Wasserhahn führen, weil viele Regentonnen leer sind. Davon hatte die Sowag schon im Frühjahr profitiert, wie die SZ berichtete. Daneben hat das Unternehmen, das sich für die meisten Gemeinden in der südlichen Oberlausitz um Trink- und Abwasser kümmert, weitere erfreuliche Dinge zu berichten.

Denn die Investitionen in das gut 1 000 Kilometer lange Trinkwassernetz zahlen sich aus. Die Zahl der Rohrbrüche und anderer Schäden ist auf einen historischen Tiefstand gerutscht: 121 Havarien hat es 2014 gegeben, so wenige wie noch nie in diesem Gebiet. Das kommt daher, dass das durchschnittliche Alter der Rohrleitungen bei nur noch 36 Jahren liegt, erläutert Michael Kuba, Technischer Geschäftsführer bei der Sowag. Die vielen Erneuerungen der vergangenen Jahre werden auch in Zukunft helfen, denn heute verlegte Rohre haben eine Lebensdauer von etwa 80 Jahren. Die meisten Probleme hat die Sowag mit Leitungen aus den 1970er Jahren und solchen, die kurz vor oder kurz nach der Wende verlegt wurden. Da sei es um Masse, nicht um Qualität gegangen, so Kuba.

In diesem Jahr setzt die Sowag ihre Netz-Investitionen fort. Wie schon seit Längerem, sollen auch dieses Jahr wieder rund zwei Millionen Euro in die Rohrleitungen und Anlagen investiert werden. Dazu kommt die Sanierung des Ebersbacher Wasserwerks, die bereits begonnen hat und rund drei Millionen Euro kostet. Eine Großbaustelle der Vergangenheit ist aber geschafft: Die Sowag hat 2014 die letzten 160 Bleianschlüsse gewechselt – und kann damit nun ein komplett bleifreies Leitungsnetz vorweisen.

Auch weiterhin reagieren muss die Sowag jedoch auf den Bevölkerungsschwund. Der führt dazu, dass die Sowag seit Jahren kontinuierlich weniger Trinkwasser produzieren kann. Das diesjährige Frühjahr bildet da die große Ausnahme. Und so kommt es, dass die Sowag voriges Jahr 78 Hausanschlüsse stillgelegt hat. Sie werden nicht mehr benötigt, weil in den Wohnungen niemand mehr lebt. Die Sowag bemüht sich, solche nicht mehr benutzten Anschlüsse tatsächlich vom Netz zu trennen, damit stehendes Wasser nicht zum Keimrisiko wird. Wenn Grundstückseigentümer dies nicht wollten, müssten sie eine Mindestmenge Wasser abnehmen oder notwendige Rohrnetzspülungen bezahlen, so Kuba. Wenn man auf die Gesamtzahl von rund 27 000 Hausanschlüssen blickt, erscheinen die 78 abgeklemmten ziemlich gering. Doch hier zeigt sich ein Trend, der sich über die Jahre durchaus bemerkbar macht. Auch die Zahl der Einwohner, die von der Sowag mit Wasser versorgt werden, ist erneut gesunken: von rund 81 600 auf 80 500 Personen. Dies führt dazu, dass die produzierte Trinkwassermenge von 3,54 Millionen Kubikmetern im Jahr 2013 auf 3,44 Millionen zurückgegangen ist.

Die Menschen zwischen Lückendorf und Cunewalde werden auch dieses Wochenende viel Wasser brauchen. Zum Trinken, zum Baden, zum Blumengießen. Nach dem Sommer wird sich zeigen, welche Rekorde die Sowag vielleicht auch durch Rekordtemperaturen aufrechterhalten kann.