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Das Vergnügen mit der Tour

Aktion. Zum zehnten Mal gehen Jung und Alt, Familien und Singles, Bewegungsfaule und Freizeitsportler gemeinsam auf Tour.

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Von A. Krause und S. Rössel

Wohin das Auge blickt: Radfahrer – mit oder ohne Helm, im grünen SZ-Dress, Jung und Alt. Auf dem Theaterplatz brodelt die Stimmung. Die Radler, die schon durch das Ziel gewandert sind, winken mit ihren Medaillen. Andere sitzen bereits mit einem Becher Bier in der einen und einer Pizza in der anderen Hand auf einer der vielen Bänke um das König-Johann-Denkmal.

Während der Mittagszeit ist an ein Durchkommen zu einem der Stände kaum zu denken, man muss sich einfach von der Masse treiben lassen. Schließlich kommen gerade die Teilnehmer der 30-Kilometer-Tour und der Freizeitrunde über zehn Kilometer an. Zwischen Schloss und Hofkirche stehen Hunderte Fahrradfahrer, um sich ihre wohlverdienten Medaillen abzuholen. Bis zur Ziellinie sind es nur noch 50 Meter, doch näher rückt sie nur langsam, schließlich darf nicht einmal der kleinste Teilnehmer auf zwei Rädern leer ausgehen. Da zeigt sich wahre Liebe zum Fahrrad: Stolz führen die Rückkehrer von den kleinen und großen Schleifen ihre bunten und sicher oftmals teuren Stücke vor. Manche mögen sich gar nicht davon trennen und schieben sie zwischen Ständen und Biertisch-Reihen durch, obwohl kaum Platz zum Treten ist. Auch alles Neue rings ums Fahrrad findet Beachtung. Der Verkaufsstand von Little John Bikes ist kräftig umlagert. Textilien, Zubehör und die jüngsten Zweiradmodelle werden mit interessierten Blicken beäugt. Einige versuchen sogar eine Probefahrt. Am Nachmittag werden auch noch zwei von dem Händler gespendete Räder versteigert. Sie erbringen 600 Euro, die der „Aktion Toleranz“ zukommen.

Die Jugend will gar nicht aufhören mit dem Radfahren. Geschwindigkeitstests auf Standrennrädern werden angeboten. Die Stände sind dauernd belegt, und man muss Angst haben um die Standfestigkeit der Räder – so sehr treten manche auf Rekordjagd in die Pedale.

Nun soll in Dresden noch viel mehr mit dem Fahrrad gefahren werden. Dafür wirbt jedenfalls Professor Gerd-Axel Ahrens vom Lehrstuhl Verkehrs- und Infrastrukturplanung der TU Dresden. Er engagiert sich im EU-Projekt „UrBike“ zur Förderung des Radverkehrs in den Städten und fordert vor allem den Einzelhandel auf, Radler als Kunden zu locken.

Die AOK-bietet an ihrem Stand automatische Blutdruckmessung. Mit einem Puls von 109 zehn Minuten nach seiner Tour ist ein Teilnehmer zufrieden.

Eine kleine Insel der Ruhe auf dem Theaterplatz gibt es im Vip-Bereich der Sächsischen Zeitung. Nach der Fahrt plaudern hier Jürgen Eckoldt, Geschäftsführer der CDU-Stadtratsfraktion, und Andreas Lämmel (CDU), Landtagsabgeordneter und Präsident des Tourismusverbandes, mit SZ-Vertretern. Peter Lames, Chef der SPD-Stadtratsfraktion, und Bundestagskandidat Michael Sturm tragen rote SPD-Hemden. Aus Dresden kommen übrigens 5 008 der insgesamt 9 656 Teilnehmer am 10. SZ-Fahrradfest.