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„Das war nicht unsere letzte Aktion“

Anhalten, hinsetzen, fotografieren – es dauerte nur drei, vier Minuten, dann war das Foto mit Hans-Joachim Weigel am Dienstag im Kasten. Der Bürgermeister von Schönfeld hatte sich, mit Warnweste angetan, mitten auf die B98 im Ort hingesetzt.

Von Udo Lemke

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Anhalten, hinsetzen, fotografieren – es dauerte nur drei, vier Minuten, dann war das Foto mit Hans-Joachim Weigel am Dienstag im Kasten. Der Bürgermeister von Schönfeld hatte sich, mit Warnweste angetan, mitten auf die B 98 im Ort hingesetzt. Ziel der Aktion: „Wir müssen auf uns aufmerksam machen.“ Nicht nur Weigel fürchtet, dass mit dem Regierungswechsel in Dresden das Projekt der Ortsumfahrung für Schönefeld in der Schublade verschwindet. „Es sollte schon mal 2012, dann 2015 losgehen. Wir wollen nicht noch weitere zehn Jahre warten, langsam kommen wir uns verschaukelt vor.“

Der Lkw-Verkehr, der durch Kronospan in Lampertswalde, aber auch durch Wacker in Nünchritz angezogen wird, belastet die Schönfelder zunehmend mit Lärm und Abgasen. Und wie eine weitere Drohung muss ihnen das Vorhaben vorkommen, den Flugplatz in Großenhain zu einem 222 Hektar großen Industriegebiet umzubauen. „Das beauftragte Planungsbüro arbeitet derzeit an den erforderlichen Grundlagen für den Entwurf des Bebauungsplanes. Die Fertigstellung des Plans wird für Ende 2016 anvisiert. Die öffentliche Auslegung des Plans ist danach vorgesehen“, erklärte dazu Tobias Lorenz vom zuständigen Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement. Ganz gleich, welche Nutzung auf dem neuen Industriegelände kommen wird, mit ihr kommt zusätzlicher Verkehr. Und Professor Gerd-Axel Ahrens, Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrs- und Infrastrukturplanung an der Technischen Universität Dresden, merkt an, dass Industriegebiete solcher Größe üblicherweise an Autobahnen oder Eisenbahnknotenpunkten errichtet würden.

Bürgermeister Weigel gibt sich weiter kämpferisch. Zur kurzen Sitzblockade auf der B 98 sagt er: „Das war nicht unsere letzte Aktion, wir haben noch mehr vor. Ich hoffe, dass das dazu beiträgt, dass sich die Minister in Dresden Gedanken machen.“

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