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Das Warten auf den Schulbescheid

Eltern, deren Kinder am Lessing-Gymnasium lernen werden, haben schon Gewissheit. Spannend wird es für andere.

Von Peggy Zill

Heute, spätestens übermorgen sollten die Eltern der zukünftigen Fünftklässler die Schulbescheide aus ihren Briefkästen fischen können. Dann ist endlich sicher, welche Schule die Kinder nach den Sommerferien besuchen werden. Seit Monaten bereiten sich die Oberschulen, Gymnasien und Eltern sowie Schüler auf den neuen Lernort vor. Vergangene Woche stoppte das Kulturministerium jedoch das Verschicken der Bescheide. Grund waren das noch nicht beendete Einstellungsverfahren sowie noch laufende Abstimmungen hinsichtlich der Klassenbildung an einzelnen Standorten, wie die Bildungsagentur erklärte.

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„Unseriöse Taktik“

Für Kreiselternsprecher Peter Lorenz steckt hinter der Verschiebung etwas anderes. „Wir vermuten eine unseriöse Taktik dahinter, ohne Rücksicht auf Verluste, die Klassen über die Köpfe von Schulleitern und Eltern hinweg gewaltsam auf die Maximalgrenze von 28 Schülern pro Klasse aufzufüllen, da nun klar wird, dass das Lehrpersonal nicht reichen wird.“ Der Freistaat sei recht einfallsreich, wenn es darum ginge, die Bürger zu blenden. „Erst werden die Bescheide mit einer Woche Verspätung verschickt, dann kommt die Fußball-Weltmeisterschaft, dann sind Ferien, und dann Landtagswahlen. Und dann: Huch, gar kein Lehrer vor überfüllten Klassen“, beschreibt es Peter Lorenz.

So schlimm dürfte es allerdings in der Region Döbeln nicht kommen. Wie Lutz Steinert, Sprecher der Bildungsagentur in Chemnitz, erklärte, habe es in den vergangenen Tagen keine gravierenden Änderungen gegeben. Es habe Überlegungen gegeben, Schüler von Aue nach Schneeberg umzulenken. „In Mittelsachsen gibt es keine solchen Brennpunkte“, so Steinert. Böse Überraschungen werden die Eltern in der Region Döbeln deshalb wohl nicht erleben.

Die Eltern, deren Kinder am Döbelner Lessing-Gymnasium lernen werden, haben schon seit einer Woche Gewissheit. „Die Nachricht, dass die Bescheide zurückgehalten werden sollen, kam zu spät. Da war die Post schon fertig“, erklärt Schulleiter Michael Höhme. Mit den vorhandenen Lehrern sei es kein Problem, den Unterricht abzudecken. Die verschickten Bescheide sind verbindlich. Drei fünfte Klassen wird das Gymnasium dieses Jahr bilden.

Mehr Schüler für Waldheim

Auch an der Roßweiner Oberschule hat sich nichts mehr geändert. Zwei Klassen wird es geben und die sind voll bis zur erlaubten Grenze. „Es muss trotzdem gehen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Gerd Baumert. Heute werden die Bescheide an die Eltern verschickt.

An der Waldheimer Oberschule wurden die Schreiben ebenfalls gestern fertiggemacht. „Planungstechnisch hat sich in den vergangenen Tagen zwar nichts mehr geändert, aber es gab noch Verschiebungen bei der Schülerzahl“, so Schulleiter Jürgen Köber. Bis Mitte März hatten sich 55 Jungs und Mädchen angemeldet. Nun sieht es so aus, als würden es bis 58 bis 60 Schüler sein. „Die Zahl ist noch nicht ganz stabil“, so Köber. Es komme zum Beispiel noch darauf an, wie viele sitzenbleiben. Mit mehr als 56 Schülern können in Waldheim jedoch drei Klassen gebildet werden. „Damit sind wir zufrieden“, sagt der Schulleiter, zumal die Klassen dann nicht bis zum letzten Platz belegt sind. Mit der Ausstattung an Personal ist Köber noch nicht ganz zufrieden. „Für Deutsch würden wir zum Beispiel noch jemanden gebrauchen können.“

Die neuen Lehrer, die eingestellt worden sind, haben laut Peter Lorenz nur befristete Verträge bekommen. „Und das Finanzministerium hat dafür keinen Cent lockergemacht.“ Er befürchtet, dass es in den kommenden Jahren noch viel schlimmer wird: Dann steigt die Zahl der Schüler und der Lehrer, die in Rente gehen.