merken
PLUS

„Das Wellenspiel taugt nicht als Steuersparmodell“

Die SZ wollte vom Freizeitbad-Chef wissen, wie er die Finanzierung des Bades in der Zukunft sieht und was er von einem Freibad in Meißen hält.

© hübschmann hübschmann

Nicht nur dem Kindertag galt die große Party, zu der das Wellenspiel gestern eingeladen hatte. Das Meißner Freizeitbad feierte auch seinen 15. Geburtstag. Die SZ sprach mit Geschäftsführer Dr. Fedor Arlt auch darüber, welche Chancen er für ein Freibad am Freizeitbad sieht.

Fedor Arlt ist Geschäftsführer der Städtischen Dienste Meißen GmbH, die Wellenspiel und Burgberg-Aufzug betreibt. Foto: J. Schubert
Fedor Arlt ist Geschäftsführer der Städtischen Dienste Meißen GmbH, die Wellenspiel und Burgberg-Aufzug betreibt. Foto: J. Schubert

Herr Arlt, woran erinnern Sie sich besonders gern, wenn Sie an 15 Jahre Wellenspiel zurückdenken?

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

An die Feiern zum Kindertag, weil es hier immer rappelvoll ist. Das zeigt auch, dass die Wellenspiel-Mitarbeiter mit ihren Einfällen für solche Feste richtig liegen. Und ich finde es sehr schön zu sehen, mit welcher Freude die Kinder zu den Sommerschwimmkursen kommen und hier in kurzer Zeit das Schwimmen erlernen.

Das Wellenspiel kostet die Stadt im Jahr über eine Million Euro. Wie ist es, Chef eines Zuschuss-Unternehmens zu sein?

Es sind 1,1 Millionen Euro. Davon gehen 702 000 Euro an die städtische SEEG als Miete. Der Rest ist ein Zuschuss zu den Betriebskosten des Freizeitbades. In Deutschland werden Sie keine Kommune finden, in der ein öffentliches Bad ohne Zuschüsse auskommt. Allein schon die in den Jahren gestiegenen Energiekosten können wir aus den Einnahmen allein nicht schultern, so sehr wir uns auch über die jährlich 190 000 bis 200 000 Besucher freuen.

Im gerade zu Ende gegangenen Wahlkampf war in der Stadt auch davon die Rede, das Freizeitbad mit den Stadtwerken zusammenzuführen, um Kosten zu sparen. Was halten Sie davon?

Als Steuersparmodell funktioniert das nicht. Vor drei Jahren hat der Gesetzgeber der Möglichkeit, innerhalb eines Unternehmens Gewinne und Verluste gegenzurechnen, einen Riegel vorgeschoben. Insofern würde bei einer Zusammenlegung der Gewinn schmelzen, den die Stadtwerke an die Stadt abführen. Wir sparen durch mehr Energieeffizienz. So wurden Beleuchtung und Lüftung optimiert und eine Schlammwasseraufbereitungsanlage installiert, durch die wir Wärme zum Heizen der Halle gewinnen.

Seit fünf Jahren kämpft der Meißner

Freibadverein für die Wiedereröffnung eines Freibades. Warum ist das nicht auf dem großen Außengelände am Wellenspiel möglich?

Für eine Stadt wie Meißen ist das nicht zu bezahlen. Es gibt Richtgrößen, wie viel Geld Sie für einen Kubikmeter Wasser brauchen, um ein Freibad zu bauen, die Vorschriften zur Wasserqualität einhalten und Aufsicht und Rettungsschwimmer bezahlen zu können. Da kommen nach meinen Berechnungen zwei bis 2,3 Millionen Euro zusammen. Dazu müssen Sie noch 150 000 bis 200 000 Euro an jährlichen Betriebskosten hinzurechnen. Und das bei durchschnittlich 40 Badetagen im Jahr. Das Wellenspiel in dieser Zeit stillzulegen, würde die Kosten noch mehr in die Höhe treiben. Denn: Wird das Wasser nicht bewegt, können sich Keime und Algen bilden, die mit großem Aufwand beseitigt werden müssen. Natürlich würde auch ich es begrüßen, wenn es ein Freibad in Meißen gäbe. Ich sehe aber nur zwei Möglichkeiten, das notwendige Geld dafür aufzubringen: potente Sponsoren oder an anderer Stelle im städtischen Haushalt einsparen.

Gespräch: Harald Daßler