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„Das wird trotzdem ein toller Triathlon“

Die Veranstalter des Knappenmans müssen wegen Covid-19 zu sonst unüblichen Regularien greifen.

Wettkampfleiter Harald Skopi ist zuversichtlich, dass die Sportler trotz aller Einschränkungen Freude am Wettkampf haben werden.
Wettkampfleiter Harald Skopi ist zuversichtlich, dass die Sportler trotz aller Einschränkungen Freude am Wettkampf haben werden. © Foto: Mirko Kolodziej

An der Umzäunung des Kanu-Bootshauses auf der Weißkollmer Seite des Dreiweiberner Sees hängt ein großes Transparent. Darauf zu sehen sind eine Förderbrücke aus dem Tagebau, ein Schwimmer, ein Läufer und ein Radfahrer. Vermerkt ist der Termin für den 32. Knappenman-Triathlon. Wie immer ist es das letzte August-Wochenende. Ein Schriftzug in Neonfarben weist aber darauf hin, dass sonst wohl ziemlich wenig sein wird, wie immer. „Ohne Zuschauer“ steht dort.„Das wird trotz aller Covid-19 geschuldeter Einschränkungen ein toller Triathlon. Wir versuchen jedenfalls, alles umzusetzen, was in unserer Macht steht, dass es ein toller Triathlon wird“, sagt Harald Skopi, der Wettkampf-Gesamtleiter.

Als die Veranstalter vom Sportbund Lausitzer Seenland – Hoyerswerda Anfang Juni verkündeten, die Organisation des größten Sportereignisses der Region unter ständiger Anpassung an die aktuellen Regeln fortführen zu wollen, setzte ein regelrechter Run auf die Startplätze ein. „Am Freitag der vorigen Woche war der letzte Startplatz vergeben“, berichtet Skopi.

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Eine der Bedingungen: Da bis Ende August bei Veranstaltungen nur bis zu tausend Teilnehmer zusammenkommen dürfen, ist die Startplatz-Zahl an beiden Wettkampftagen auf je 500 begrenzt. Am Sonnabend werden die Lang- und Mitteldistanz-Wettbewerbe ausgetragen, am Sonntag geht es auf die olympische Distanz sowie die Sprintstrecke. Außerdem findet auch der vor zwei Jahren wieder eingeführte „Jedermann“ statt. Die Kinder- und Jugendwettbewerbe dagegen sind abgesagt. Erstens kommt der Nachwuchs kaum allein an den See, was die Zahl der Teilnehmer stark erhöht hätte. Und zweitens lassen sich so innerfamiliäre Diskussionen zu Teilnahme oder Nicht-Teilnahme vermeiden.

Die Starter, alle Offiziellen und auch alle Helfer müssen sich unter anderem auf die Unterschrift unter einem Formular einstellen, mit der sie erklären, gesund sowie nicht etwa gerade aus einem Covid-19-Risikogebiet zurückgekehrt zu sein. Anders als sonst gibt es am Strand keine Massenstarts, sondern die Sportler werden gestaffelt in kleineren Gruppen ins Wasser geschickt.

Bei den längeren Strecken verlassen sie zur Wende den See dieses Mal nicht. Die Radfahrer werden jeweils mit einer Getränkeflasche auskommen müssen. Statt eine leere Flasche wie üblich gegen eine volle tauschen zu können, wird nur nachgefüllt. Und um Mindestabstände einhalten zu können, werden die Verpflegungspunkte etwas vom Streckenverlauf weggerückt. Im Wechselgarten gibt es keine freie Platzwahl, sondern anhand der Startnummern ein fest zugewiesenes Fleckchen.

Eingeschränkt sein wird die Eventfläche. Nur ein Stand mit Fahrrad-Zubehör sowie ein Stand mit Wettkampfkleidung und Zubehör für Schwimmer, Läufer und Radfahrer sind erlaubt. „Die sind für die Wettkämpfer ja relevant“, sagt Harald Skopi.

Die Einschränkungen bedeuten nicht etwa, dass er und die anderen Organisatoren weniger zu tun haben. „Das ist ein völliger Trugschluss“, meint der Wettkampfleiter. Es gebe stattdessen einen enormen Mehraufwand. Wo üblicherweise jeder wisse, was er zu tun habe, müsse nun jedes Detail auf die Vereinbarkeit mit dem Hygienekonzept abgeklopft werden: „Das ist im Grunde so, als wäre es ein Debüt.“

Skopi ist froh, dass die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und dem Ordnungsamt der Kreisverwaltung ebenso reibungslos funktionieren wie die Kooperation mit der Gemeinde Lohsa, die ebenfalls zusätzliche Aufgaben übernommen hat. Denn besagtes Hygienekonzept besteht aus immerhin neun Seiten. Es beinhaltet unter anderem auch Strandsperrungen. Am Vormittag des 29. August sowie ganztägig am 30. August wird das See-Ufer in Weißkollm den Triathleten vorbehalten sein. Zuschauer sind schließlich nicht erlaubt. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass ja für Badelustige als Ausweichmöglichkeit nach der Sanierung 2018 nun der Strand auf der Lohsaer Seite des Dreiweiberner Sees wieder zur Verfügung steht.

Zusätzlich wird es wie in jedem Jahr Straßen- und Wegesperrungen auf den Rad- und Laufstrecken geben. Wie in jedem Jahr sagt Harald Skopi: „Wir bitten freundlichst um Verständnis.“ Und wie in jedem Jahr rechnet er routiniert dennoch mit Beschwerden. Es gibt eben doch Dinge, die nicht einmal eine Virus-Pandemie ändert.

Veranstalter-Hinweise

Sportler werden gebeten, sich auf der Triathlon-Webseite über den jeweils aktuellen Stand der Dinge im Menüpunkt „Covid-19-Konzept“ auf dem Laufenden zu halten.

Helfer werden wegen des erhöhten Aufwandes gesucht. Unter dem Menüpunkt „Helfer“ gibts ein Formular.

www.knappenman.de

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