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Dauerbaustelle im Radeberger Südwesten wieder frei

Ein Jahr lang wurde gebuddelt. Gestern gab’s dafür sogar Applaus.

Von Jens Fritzsche

Eigentlich sind das keine dankbaren Termine, sagt Radebergs OB Gerhard Lemm bei solchen Gelegenheiten immer, denn das meiste verbaute Geld ist nämlich nicht zu sehen. Das liegt quasi in der Erde. In Form von Wasserleitungen und Kanälen zum Beispiel. So gesehen war das Ganze gestern Nachmittag ein durchaus dankbarer Termin – denn am Glashüttenweg wurde eine der aktuellen Radeberger Dauerbaustellen offiziell beendet. Und zumindest ein Teil des hier verbauten Geldes ist auch zu sehen …

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Fast ein Jahr lang war entlang des Glashüttenwegs, der Oststraße und auf der Mühlstraße bis zur Einmündung kurz vor der Eisenbahnbrücke an der Schillerstraße gebuddelt worden. Autofahrer mussten während dieser Zeit Umwege in Kauf nehmen, Anwohner den einen oder anderen Lärmtag ertragen. „Aber es hat sich gelohnt“, freute sich Gerhard Lemm gestern Nachmittag bei der offiziellen Übergabe. Und die Zahlen, die der OB den zahlreich gekommenen Anwohnern verkünden konnte, sind durchaus beeindruckend. 1 350 Meter Kanal sind verlegt worden, 351 Meter Druckrohrleitungen liegen nun im Boden, 760 Meter Trinkwasserleitung samt 30 Hausanschlüssen sind geschaffen worden, eine Doppelpumpstation wurde gebaut – das alles liegt unsichtbar in der Erde. Zu sehen sind aber immerhin 4 500 Quadratmeter neue Fahrbahn samt neuer Fußwege. Was einer Strecke von gut einem Kilometer entspricht.

Gut 900 000 Euro sind dabei verbaut worden, 240 000 Euro davon hat die fürs Thema Trinkwasser zuständige Wasserversorgung Bischofswerda finanziert – rund 660 000 Euro flossen aber aus dem Stadtsäckel. „Aber es ist damit auch etwas richtig Tolles entstanden und ein langjähriges Ärgernis verschwunden“, so Gerhard Lemm. „Bei den Stadtrundgängen in diesem Bereich hier sind wir ja immer wieder auf den schlimmen Zustand der Straßen angesprochen worden – das ist nun gelöst, und auch die maroden Kanäle gehören nun der Vergangenheit an“, machte der OB deutlich. Und verwies zudem darauf, „dass man jetzt vom Kreisverkehr an der Pillnitzer Straße bis zur Innenstadt auf komplett behindertengerechten Fußwegen gelangen kann!“ Denn im Zuge der Arbeiten sind die Fußwege an den Straßenübergängen abgesenkt worden – und am Eingang zur Mühlstraße ist eine behindertengerechte Verkehrsinsel entstanden.

Und für all das gab’s dann von den Anwohnern sogar Applaus, nachdem der OB gemeinsam mit Herbert Flottmann, dem Chef der Tiefbaufirma HEF Flottmann, das blau-gelbe Schleifenband durchschnitten hatte, das am Glashüttenweg über das dunkle Asphaltband gespannt war.

Und kaum war das Band durchschnitten, rollte auch schon das erste Auto über den frischen Asphalt – ein weißer Transporter, der Tiefkühl-Lebensmittel lieferte.