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Dauerbaustelle Kötitz

Die Naundorfer Straße wird nach einem Jahr wieder freigegeben. Doch lange hat der Verkehr in Kötitz keine freie Fahrt.

Von Philipp Siebert

Sie sind nicht zu beneiden, die Anwohner in Coswigs Ortsteil Kötitz. Sonst mag das kleine Dorf an der Elbe ja eine sehr schöne Wohngegend sein. Wäre da nicht die Naundorfer Straße. Auf der wird seit einem Jahr gebaut. Jetzt ist aber erst einmal Entspannung in Sicht.

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Am Dienstag wird die Straße, die Kötitz mit Radebeul verbindet, wieder freigeben. Zunächst einmal nur für den Bus. „Ein paar Straßenschilder fehlen noch“, sagt Coswigs Ordnungsamtsleiter Olaf Lier. Deshalb können Anwohner die Straße erst ein paar Tage später nutzen. Das Hin und Her um die Wiederöffnung der Naundorfer Straße hat damit ein Ende. Seit September ist die Fahrbahn fertig. Doch ein Baukran verhinderte bislang die Freigabe.

Weiter gebaut wird in Kötitz trotzdem – etwa an der Elbtalstraße. Der zweite Bauabschnitt der größten Straßenbaustelle im Landkreis Meißen soll bis Ende 2014 fertig sein. Die Trasse der S 84 ist schon zu erahnen. Von Skopis Elbgarten schlängelt sie sich durch das ehemalige Zellstoffwerk bis kurz vor die Walzengießerei. Ist die Straße fertig, können Pkw und Lkw von der Brücke in Niederwartha bis zur Naundorfer Straße rollen (siehe Grafik).

Genau das könnte für die Kötitzer zum Problem werden. Nicht nur Anwohner befürchten, dass mit der Freigabe der Staatsstraße deutlich mehr Schwerlasttransporter eine Abkürzung durch den kleinen Ortsteil in Richtung Coswig und Meißen nehmen werden. Auch die Verantwortlichen im Rathaus haben diese Sorge.

Bauamtsleiter Wolfgang Weimann will das Problem mit einem simplen Trick lösen. Durch die nächste Baustelle. „Wenn die Elbtalstraße offen ist, machen wir die Naundorfer Straße dicht.“ Von der Einmündung auf die S 84 an der Naundorfer Straße bis zum Fährweg (siehe Grafik) wird die Straße ausgebaut. Neue Wasserleitungen kommen in den Boden, dass bucklige Kopfsteinpflaster verschwindet, neue Gehwege werden angelegt.

Diese Lösung hat Vorteile. „So zwingen wir den Verkehr, die Friedrich-List-Straße in Richtung Innenstadt und Meißen zu nehmen“, sagt Weimann. Der Schwerlastverkehr müsste über das Gewerbegebiet in Radebeuls Westen fahren. Anwohner in Kötitz würden so von lärmenden Brummis verschont bleiben.

Doch die Nachteile liegen auf der Hand. Erneut müssten die Kötitzer weite Umwege in Kauf nehmen, um zu ihren Grundstücken zu gelangen. Der Linienbus wird wieder nur über Umleitungen den Ortsteil erreichen. Ein weiteres Jahr soll der Ausnahmezustand anhalten. Die Sanierung der Naundorfer Straße soll bis Ende 2015 dauern. Kötitz bleibt damit auch weiter eine Dauerbaustelle.

Unter den Kötitzern sorgen die Pläne der Stadt für geteilte Meinungen. Peter Thon, Anwohner an der Kötitzer Straße, bringt die Stimmung auf den Punkt: „Irgendwann muss die Straße saniert werden. Lieber gleich, sodass die Lkw nicht durch den Ort fahren, auch wenn wir dann wieder abgeschnitten sind.“