merken
PLUS Radebeul

Dauerbaustelle Radeburger Markt

Die Stadt hatte den Platz nicht abgenommen und Nachbesserung bis Ende Mai gefordert. Gearbeitet wird immer noch.

In den vergangenen Wochen wurde an verschiedenen Stellen am neu verlegten Pflaster des Radeburger Marktes gewerkelt. Am Montag früh ist das der Parkflächen vor der Apotheke nun sogar wieder ganz rausgeholt worden.
In den vergangenen Wochen wurde an verschiedenen Stellen am neu verlegten Pflaster des Radeburger Marktes gewerkelt. Am Montag früh ist das der Parkflächen vor der Apotheke nun sogar wieder ganz rausgeholt worden. © privat

Radeburg. Eigentlich hätte der Radeburger Markt spätestens bis zum Aufbau des großen Partyzeltes für das Karnevals-Umzugs-Wochenende komplett neu gestaltet sein sollen. Doch es kam anders. Zwar konnten die Narren Ende Februar wie gewohnt feiern, fertig war der zentrale Platz zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht.

Und erst recht nicht von der Stadt als Auftraggeberin abgenommen. Das ist er nach Auskunft von Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) bis heute nicht. Im Gegenteil. Am Montag wurden sogar die zuletzt eingebauten Pflastersteine der Parkflächen am Gehweg vor der Apotheke und dem Reisebüro wieder komplett herausgerissen. Was natürlich für neue Diskussionen sorgt. Denn nicht nur Ladenbesitzer am Markt befürchten, dass sich der Platz zu einer Dauerbaustelle entwickeln könnte.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Ganz unbegründet scheinen diese Sorgen nicht zu sein. Wurde doch in den vergangenen Wochen immer mal wieder und an verschiedenen Stellen von Bauleuten herumgewerkelt. Möglicherweise mit begrenztem Erfolg. Denn wer einmal quer über den Platz schlendert, findet noch immer problemlos viele Steine - große und kleine -, an denen sich ohne großen Druck mit dem Fuß wackeln lässt. Diesen Effekt hatten auch schon die Besucher der Partys am Karnevalswochenende beobachten können.

Erste Beschwerden bereits vergangenes Jahr

Für manchen Radeburger war das allerdings keine Überraschung. Denn bereits als im vergangenen Jahr nach dem Entfernen der alten Steine die ersten Flächen der Marktinsel neu gepflastert waren, wurden die Fragen laut. Ob denn das Material und die Art des Verlegens dem entsprechen, was die Stadt in Auftrag gegeben hat, meldeten Stadträte Zweifel an. Und auch nicht in das Vorhaben einbezogene Bürger äußerten sich kritisch. Auch nachdem bereits damals Pflasterabschnitte nachgebessert wurden.

Der Stadtrat erreichte schließlich, dass die Stadtverwaltung einen Gutachter beauftragte, der den Inselbereich auf Herz und Nieren prüfen sollte. Zu spät, wie manche Stadträte befanden. Möglicherweise hätte man sonst eher gegensteuern können.

Denn die Untersuchungen des Gutachters gaben den Befürchtungen der Kritiker recht. Anfang Mai hatte die Rathauschefin erklärt, dass von der Baufirma seit dem Faschingswochenende zwar die noch ausstehenden Restarbeiten erledigt wurden, Uneinigkeit herrsche zwischen der Stadt als Auftraggeber und der ausführenden Baufirma aber noch im Hauptpunkt: „Der Qualität der Pflasterflächen sowohl der Marktinsel als auch der Parkflächen“, so die Bürgermeisterin. Bei den Pflasterflächen sei es wichtig, eine langfristige Nutzung zu gewährleisten. Aber auch ästhetische Fragen spielten eine Rolle. Beide Aspekte seien im Rahmen des durch die Stadt beauftragten Gutachtens untersucht worden.

Weitere Mängel sorgen für neue Frist

Aufgrund der schlechten Ergebnisse zumindest für Teilbereiche war die Abnahme verweigert und eine gesetzlich vorgeschriebene Frist zur mangelfreien Nachbesserung bis Ende Mai gesetzt worden. Zudem wurden weitere Flächen untersucht, nun im Bereich der Fahrbahn und der Parkplätze.

„Auch dort wurden Mängel festgestellt“, so Michaela Ritter auf die Nachfrage der SZ, warum noch immer auf dem Markt gebaut wird. „Zur Beseitigung wurde wiederum eine angemessene Frist gesetzt, die noch bis Anfang Juli läuft.“ Wie es danach weitergeht, ist derzeit offen.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radebeul