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DDR-Design für Kunst und Krempel

Die Kult-Sendung des Bayerischen Fernsehens ist vom 27. bis 29. Juni in Dresden zu Gast. Gesucht werden noch Möbel und Spielzeug.

© klaus becker/bild am sonntag

Von Bettina Klemm

An einem „RG28“, einem Handrührgerät aus Riesa-Großenhain, hat Günter Höhne immer noch Freude. „Das ist zeitlos schön und kann repariert werden, wenn es kaputtgeht“, sagt er. Ganz anders als heutige Geräte. Auch die Möbel von Hellerau hält er für sehr gelungen. Die DDR sei zudem ein bedeutender Leuchtenexporteur gewesen, sagt er.

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Seit 1990 sammelt der Journalist Günter Höhne, was im DDR-Design beispielhaft und inzwischen selten geworden ist. Seine Schätze sind beispielsweise in der Pinakothek der Moderne in München, aber auch in der Ausstellung Wohn-Kultur in der Johannstadthalle zu sehen. Höhne hatte bis 1989 die Fachzeitschrift „form+zweck“ geleitet, die vom Amt für Industrielle Formgestaltung herausgegeben wurde. Der 71-jährige Designpublizist hat elf Bücher zu verschiedenen Themen der DDR-Alltagskultur veröffentlicht. Am 28. Juni wird er in der Börse der Messe Dresden als Design-Sachverständiger tätig sein. Das Bayerische Fernsehen macht vom 27. bis 29. Juni in Dresden Station. Seit knapp 30 Jahren gibt es die Antiquitätenberatung Kunst & Krempel schon. Das Prinzip ist einfach: Ein Familienschatz, sein Besitzer und die Experten treffen zusammen, erläutert Redaktionsleiter Ronald Köhler. Die Besitzer erzählen oft persönliche Geschichten, die Experten bewerten, zuweilen entpuppt sich Unscheinbares als Kostbarkeit und Prunkvolles nur als Nachahmung.

Für die Aufzeichnung muss man sich mit einem Foto von seinem Schatz bewerben. Davon haben die Dresdner schon reichlich Gebrauch gemacht, damit gibt es keine Möglichkeit mehr, Porzellan, Schmuck und Silber sowie Gemälde zu präsentieren. Doch Redaktionsleiter Köhler sucht noch DDR-Design, alte Möbel und Spielzeug. Wer damit aufwarten kann, sollte sich beim Bayerischen Rundfunk melden. Neben Günter Höhne bewerten das Design der Münchner Kunsthistoriker Hans Ottomeyer und der Designhändler Arthur Floss. Das Spielzeug schätzen Bernhard Graf vom Spielzeugmuseum in Riehen und Hans-Willi Walter vom Spielzeughandel Loenberg ein.

www.kunstundkrempel.de