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Debatte ums Parken

Nachdem der Dorfplatz in Obergurig neu gestaltet wurde, sollten dort keine Autos stehen. Nun gibt’s eine Ausnahme – und trotzdem Ärger.

© Uwe Soeder

Madeleine Siegl-Mickisch

Obergurig. So war das ursprünglich nicht gedacht, aber nun ist es Alltag: Auf dem Platz im Oberguriger Dorfzentrum parken ständig Autos. „Manchmal ist dort ein richtiges Chaos“, sagte Gemeinderätin Angelika Grunewald (Alternativ für Obergurig) in der jüngsten Ratssitzung. Selbst die Fläche für die Verkaufswagen, die donnerstags Backwaren, Wurst, Obst und Gemüse ins Dorf bringen, werde oft zugestellt. „Muss denn dort überhaupt geparkt werden?“, fragte Lutz Kieschnick (Alternativ für Obergurig). „Wir haben doch öffentliche Parkplätze an der Schule.“

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Als der Platz, wo die Schul- in die Hauptstraße mündet, vor zehn Jahren neu gestaltet wurde, war eine verkehrsberuhigte Zone vorgesehen. Auf der gepflasterten Fläche sollten außer den Verkaufswagen keine Autos stehen. Stattdessen sollte sie den Grundschülern einen sicheren Weg von und zur angrenzenden Bushaltestelle bieten. Doch schon ein Jahr später wurde im Gemeinderat kritisiert, dass auf dem Platz immer öfter geparkt wird. Schließlich benannte die Gemeinde einen ihrer Mitarbeiter zum Vollzugsbediensteten, der Falschparker – nicht nur, aber eben auch auf dem Dorfplatz – abstrafen sollte.

Parken für Patienten

Mittlerweile gibt es für das Parken auf dem Dorfplatz aber eine Ausnahme. Denn im vorigen Jahr zog die Oberguriger Ärztin mit ihrer Praxis in das neu gebaute Haus neben dem Platz. Seitdem dürfen Patienten ihre Autos dort abstellen. Ein Schild weist darauf hin, außerdem ließ die Gemeinde auf das Pflaster Markierungen aufbringen, damit nicht kreuz und quer geparkt wird.

Aber eigentlich müssten doch dort nur Patienten parken, die wirklich schlecht zu Fuß sind, meinte Lutz Kieschnick. Alle anderen könnten das Stück vom Parkplatz neben der Schule bis zur Praxis laufen. „In Bautzen hat auch nicht jede Arztpraxis Parkplätze vor der Tür.“ Er werde mit der Ärztin reden, damit sie ihre Patienten informiert, sagte Bürgermeister Thomas Polpitz (CDU). Jedoch stehen auch zu später Stunde, wenn die Praxis längst geschlossen ist, oft noch mehrere Autos auf dem Platz.

Knöllchen angekünditg

Die Gemeinde werde zunächst die Anlieger anschreiben und darauf aufmerksam machen, dass die Parkflächen eben nur für die Praxis gedacht sind. Wer sich nicht daran hält, müsse dann auch mit Knöllchen rechnen, kündigt Polpitz an. Bewohner des neuen Mehrfamilienhauses, die keinen Stellplatz auf dem Grundstück haben, könnten kostenlos eine gemeindeeigene Fläche nutzen, die ein Stück entfernt ist. Das habe die Gemeinde dem Hauseigentümer schon im Zuge des Baus zugesichert.

In puncto Dorfzentrum äußerte Uta Krebs (Unabhängige Bürgerbewegung) noch eine Bitte: Zur nächsten Adventszeit sollte dort wieder ein Weihnachtsbaum stehen. 2015 gab es nämlich keinen. „Aber dort gehört einfach einer hin.“