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Hoyerswerda

Deich und Radweg lassen auf sich warten

Die Deich-Sanierung entlang der Schwarzen Elster zwischen Bergen dem Brandenburger Tor wird nicht auch dieses Jahr noch nicht starten.

Rund 1.700 Bäumen sind von 2017 bis 2018 in Vorbereitung auf den Deichbau gefallen.
Rund 1.700 Bäumen sind von 2017 bis 2018 in Vorbereitung auf den Deichbau gefallen. © Foto: Gernot Menzel

Elsterheide. Zwischen der Forstwegbrücke in der Nachbarschaft der Kläranlage Bergen und dem sogenannten Brandenburger Tor wurden flussabwärts auf der rechten Deichseite entlang der Schwarzen Elster auf knapp vier Kilometern Länge ungefähr 1.700 Bäume gefällt. Das begann im Februar 2017 und endete Anfang 2018. Es handelte sich um Vorarbeiten für die Deichsanierung, der der Radwegbau auf der Deichkrone als wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz des Lausitzer Seelandes folgen soll. Von den gefällten Bäumen sind nur die Wurzeln geblieben. Einige schlagen inzwischen wieder aus, die meisten verrotten allmählich. Und nach wie vor lässt der Deichbau auf sich warten.

Warum verzögert sich der Beginn Deichsanierung immer weiter?

„Mit einem Baubeginn rechnen wir nicht vor 2021“, dies die aktuelle Auskunft aus der Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates Sachsen. Da anfangs mal die Rede davon war, dass der Deichbau frühestens Ende 2018 erledigt sein sollte (TAGEBLATT berichtete), stellt sich die Frage, wo es klemmt. „Die Prüfung des Projektes hat ergeben, dass alle weiteren notwendigen Planungen im öffentlichen Verfahren ... europaweit ausgeschrieben werden müssen“, so die LTV-Pressesprecherin Katrin Schöne. Das sei der wesentliche Grund für die Zeitverzögerung. Und das ist eine Auskunft, die sie dieser Zeitung vor Jahresfrist schon einmal gegeben hat, verbunden mit dem Hinweis, dass die Vergabe einer Ingenieurleistung mindestens 15 Monate dauere. Dennoch hieß es damals, dass die Deichsanierungsarbeiten frühestens im Herbst 2020 beginnen würde und Ende 2022 mit einer Fertigstellung gerechnet werden könne.

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Was hat sich im Verlauf des Jahres mit Blick auf die Baumaßnahme getan?

Die LTV befindet sich in der Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibungen und Vergaben. Der Deichbau erfolgt koordiniert mit weiteren im Zusammenhang stehenden Maßnahmen. Dabei handelt es sich um den Bau des Radweges auf dem Deich, den Rückbau von Altanlagen der LMBV im Bereich der Hochwasserschutzanlagen, den Rückbau diverser Gasleitungen in bzw. unter der Schwarzen Elster und den Hochwasserschutzanlagen, die Erneuerung des Pegels im Baubereich und die Ausführung diverser Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen für den Deichbau. Außerdem, so die Auskunft der LTV, muss ein umfassendes Bodenmanagementprogramm für das Deichbaumaterial erstellt werden. Das ist notwendig, um so viel vorhandenes Deichbaumaterial wie möglich wieder verwenden zu können. Das hilft, Kosten und Ressourcen zu sparen, und soll die Belastung des Verkehrs im Umfeld der Baustelle minimieren. Es werden etwa 80.000 Kubikmeter Deichbaumaterial benötigt.

Das Foto zeigt den Elster-Deich zwischen der Kläranlage Bergen und dem Brandenburger Tor, bevor die Motorsägen kreischten.
Das Foto zeigt den Elster-Deich zwischen der Kläranlage Bergen und dem Brandenburger Tor, bevor die Motorsägen kreischten. © Foto: Uwe Schulz

Warum konnten die Baumfällungen nicht noch eine Weile warten?

Nach der Erteilung der Planfeststellung, die 2016 erfolgte, musste innerhalb von zwei Jahren mit der Maßnahme begonnen werden. „Wir haben mit den Holzungsarbeiten und den Ausgleichsmaßnahmen begonnen und diese umgesetzt“, dies die Auskunft der LTV-Pressesprecherin.

Welche Ausgleichsmaßnahmen wurden bisher wo realisiert?

In den ehemaligen Kippenflächen der Umgebung sind mehrere Ausgleichsmaßnahmen an verschiedenen Standorten realisiert worden. Wie Katrin Schöne informiert, entstanden Totholzbiotope für Insekten, Vögel und Eidechsen, die mit dem Holz der gefällten Bäume vom Deich gebaut wurden. Außerdem wurden Steinbiotope als Lebensraum für Eidechsen und Magerbodenbiotope für Insekten und Kriechtiere angelegt. Aufforstungen mit Eichen erfolgten an ausgewählten Standorten.

Wieviele Bäume werden auf dem noch zu bauenden neuen Deich gepflanzt?

Keine. „Ein Deich ist eine wasserwirtschaftliche Anlage und darf nicht mit Bäumen bepflanzt werden, da das Wurzelwerk den Deich schädigt“, stellt Katrin Schöne klar.

In welchem finanziellen Rahmen wird sich die Deichsanierung bewegen?

Die Kostenschätzung liegt bei derzeit rund 4,5 Millionen Euro. Durch die zurzeit in der Vergabe befindlichen zusätzlichen Baugrunderkundungen und das Bodenmanagement werden die Kosten optimiert. Es soll so viel Bodenmaterial wie möglich wiederverwendet werden. Das war in der alten Planung bisher noch nicht vorgesehen.

Wann ist mit dem Bau des Radweges auf der Deichkrone zu rechnen?

Diesbezüglich lässt sich die LTV ebenso wenig wie beim Deichbau auf einen Termin „festnageln“. Zumal die Zuständigkeit für den Radwegbau beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) liegt. Seitens der LTV heißt es lediglich: „Die LTV und das Lasuv haben ihre Maßnahmen koordiniert. Es wird eine gemeinsame Vergabe der Bauleistungen und eine Umsetzung mit Hilfe eines koordinierten Ablaufplanes erfolgen.“ Vor Jahresfrist hieß es, der Radweg werde wohl nicht vor 2023 kommen.