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Delfine sollen zwei besonderen Jungs helfen

Eine Familie bei Zittau hat zwei behinderte Kinder - und einen Wunsch für sie. Der Erfüllung sind sie nun näher gekommen, dank Lions Club.

Symbolbild.
Symbolbild. © Daniel Karmann/dpa

Sie sind zwei ganz normale Jungs. Der Große geht für sein Leben gern in die Schule, der Jüngere noch in den Kindergarten. Sie haben liebevolle Eltern, für die ihre Kinder einer der wichtigsten Teile ihres Lebens sind.

Soweit - so normal, möchte man meinen. Und doch ist bei Familie Baum (alle Namen von Redaktion geändert) einiges anders. „Andreas und Jannis sind besondere Kinder“, sagt ihre Mutter. Beide mussten eine sehr schwierige Geburt bewältigen und das ist nicht ohne Spuren an ihnen vorbeigegangen. Seitdem müssen sie körperliche und geistige Einschränkungen in Kauf nehmen. Bei Andreas sind das unter anderem Autismus und Gleichgewichtsstörungen, sein Bruder ist auf den Rollstuhl angewiesen.

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Ihre Eltern tun ihr möglichstes, um den Kindern das Leben so lebenswert wie möglich zu machen. Sie fördern und fordern sie jeden Tag, begleiten sie so gut wie möglich. Das ist bei den vielen notwendigen Therapien, Operationen und Rehas nicht immer einfach.

Trotz alledem geben die Baums nicht auf. „Die Situation ist nicht gerade ideal, aber wir machen das Beste daraus“, beschreibt die Mutter ihre tägliche Aufgabe.

Dazu gehört auch, daß sie sich mit anderen austauschen. Diese Kontakte zeigen ihnen, daß sie nicht allein sind und helfen oft mit ganz praktischen Tipps zur Bewältigung des Alltags. Natürlich sprechen die Eltern dabei auch über ergänzende und manchmal ungewöhnliche Therapieangebote. Eine davon ist die Delfintherapie. Darüber hörten die Baums immer nur Gutes. Die Eltern waren begeistert von den Fortschritten ihrer Kinder und auch viele Ärzte und Therapeuten berichteten von Erfolgen, sagen sie.

"Zunächst hatten wir Vorbehalte", erzählt Vater Jürgen. Man höre ja nicht nur Gutes über diese Art der Therapie. Von Scharlatanen war die Rede, die den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen und oft auch von mangelndem Tierschutz. Also machten sich die Baums kundig und lasen alles über das Thema, was sie finden konnten. Sie erfuhren, dass die Therapie durchaus hilfreich sein kann und das es seriöse Anbieter gibt, wo die Delfine keine bloßen Objekte und Mittel zum Zweck sind. Das ist ein wichtiger Punkt, denn Delfine sind soziale Wesen. Die teilweise sehr großen Rudel haben riesige Reviere, die sie mit Geschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern pro Stunde durchstreifen. Werden sie in kleine Delfinarien eingesperrt, können sie schnell aggressiv oder sogar krank werden.

Deshalb wählten die Baums das "Curacao Delphintherapie & Forschungszentrum" aus, denn dort leben die Tiere laut der Website in großzügigen offenen Meereswasserlagunen.

Nachdem sie sich für einen Ort entschieden hatten, stellte sich jedoch die Frage nach der Finanzierung. Die Kosten für beide Kinder betragen immerhin rund 20.500 Euro für Therapie, Flug und Unterkunft. Das hätten sich die Baums niemals alleine leisten können. Also machten sie sich auf die Suche nach Spendern und baten bei Stiftungen, Freunden, Familie und nicht zuletzt beim Landtagsabgeordneten Stephan Meyer (CDU) um Hilfe.

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Sie alle ließen sich nicht lange bitten und die Baums waren überwältigt von der großen Resonanz. Inzwischen fehlen nur noch 5.000 Euro. Besonders Meyer habe das Vorhaben nach Kräften unterstützt, sagen sie. Unter anderem gab er das Anliegen an den Lions Club Zittau weiter. Dort stieß es sofort auf offene Ohren. Die Geschichte der Kinder und wie sie ihren Alltag meistern, machte großen Eindruck auf die Mitglieder und sie spendeten spontan 1.000 Euro, sagt Jürgen Kloß vom Vorstand. Eventuell kommt noch mehr dazu. Darüber wollen die Löwen gerade mit dem Chef aller mitteldeutschen Lions Clubs reden. 

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