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Dem Altkreis gehen die Pfarrer aus

Thomas Piesker verlässt Hirschstein und kehrt nach Norddeutschland zurück. Schon vor ihm wurden zwei Pfarrstellenvakant. Werden sie neu besetzt?

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Pfarrer Thomas Piesker verlässt Sachsen – und damit auch die Martinskirchgemeinde Hirschstein. Schon am 10. Januar ließ sich der 51-Jährige zum neuen Pfarrer in Bockhorn nahe Bremen wählen. Bereits kurz nach der Versammlung habe Piesker die Wahl telefonisch angenommen, wird der dortige Vorsitzende des Evangelischen Gemeindekirchenrates Stefan Brunken tags darauf zitiert.

Und weiter: Piesker sei an einem schnellen Wechsel interessiert. Allerdings liege es aus verwaltungstechnischen Gründen in den Händen der Sächsischen und Oldenburgischen Landeskirchen, wann Piesker konkret nach Bockhorn kommen wird.

Innerhalb kurzer Zeit ist damit in der Riesaer Region bereits die dritte Pfarrerstelle vakant. Im Sommer des vergangenen Jahres verabschiedete sich die ehemalige Pfarrerin von Lorenzkirch Renate Henke. Sie blieb zumindest dem Sachsenlande treu und ist jetzt in Meißen in der dortigen Johannesgemeinde aktiv.

Auch Johann Stein wird nach seinem Abschied aus der Riesaer Kirchgemeinde der Region treu bleiben. Mitte April tritt er sein neues Amt als Seelsorger in den Elblandkliniken an. Für das Krankenhaus in Riesa füllt er diesen Part bereits seit geraumer Zeit aus. Pfarrer Stein habe „segensreich und mit großem Engagement in Riesa gewirkt“, hieß es Ende 2011 in einer Kirchenvorstands-Mitteilung.

Thomas Pieskers Abschied aus Hirschstein kommt dagegen ziemlich überraschend. „Ich verlasse den Osten“, sagt er kurz und knapp, ohne näher auf Gründe einzugehen. Nach 17 Jahren in Sachsen habe sich die Möglichkeit zur Rückkehr in den Westen ergeben – und da habe er sie genutzt, so Piesker. Seine Hirschsteiner Kirchgemeinde sei inzwischen über die Pläne unterrichtet. Es sei Zufall, dass sein Rückzug fast zeitgleich zum Wechsel zweier Amtskollegen passiere, so Piesker. Was jedoch nichts am Dilemma ändert, vor das sich jetzt die Evangelische Landeskirche Sachsen gestellt sieht. Denn quasi „über Nacht“ sind demnächst drei Pfarrstellen unbesetzt, Nachfolger sind nicht in Sicht. Für Lorenzkirchgibt es noch nicht einmal eine Stellenausschreibung.

Dafür allerdings die Bestätigung, dass es laut Stellenplan künftig dort wieder einen Pfarrer geben soll. Ob und nach welchem Prozedere die personelle Neubesetzung in Riesa und Hirschstein erfolgt – diese Frage konnte die Pressestelle beim Sächsischen Landeskirchenamt gestern nicht beantworten.

Thomas Riemer