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Dem Hang ist ein Licht aufgegangen

Nach Protesten der Anwohner und Medienberichten hat die Stadt provisorische Straßenlaternen angebracht. Eine endgültige Lösung könnte im Sommer kommen.

Von Britta Veltzke

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Seit Montagabend brennen wieder alle Straßenlaternen in der Straße Am Hang. Christian Damm ist begeistert. Nach fünf Jahren Dunkelheit hatte der Anwohner im September die Initiative gegen die Lücken in der Beleuchtung auf seiner Straße ergriffen. Da er selbst fast blind ist, hat er immer eine starke Taschenlampe dabei. Wenn zusätzlich noch die Straßenbeleuchtung fehlt, macht es das für den Rentner noch schwerer. „Aber es geht mir ja nicht nur um mich, sondern auch um die Kinder, die Am Hang entlang zur Schule und zum Bus gehen“, sagt er.

Es werde Licht: Anwohner Christian Damm und seine Nachbarn sind zufrieden. Fotos: Lutz Weidler

Nach einem von Damm initiierten Zeitungsbericht befasste sich auch der Stadtrat mit der Situation vor Ort. Im Jahr 2011 sind fünf der insgesamt 18 Lampen Am Hang vorsichtshalber abgebaut worden, weil die Masten verschlissen waren und die Leuchten abzustürzen drohten. Zwischenzeitlich wurde darüber diskutiert, Solarleuchten Am Hang anzubringen. Doch die CDU-Fraktion zog einen Vorschlag dazu wieder zurück, weil eine andere Lösung in Sicht kam.

Um den öffentlichen Druck zu verstärken, gingen die Anwohner noch einen Schritt weiter. So holte Christian Damm noch weitere Nachbarn ins Boot, darunter auch Steffi Grahl. „Ich habe dann vorgeschlagen, bei der MDR-Sendung ’Mach dich ran‘ anzurufen, die wir uns häufig im Fernsehen anschauen.“ Gesagt, getan. „Die haben sich meine Nummer notiert und schon einen Tag später waren die hier, um sich ein Bild von der Lage zu machen“, erzählt Steffi Grahl. Wegen des Transports der Sternwartenkuppel zur neuen Sternwarte in Weida war das Team von ‚Mach dich ran‘ ohnehin in Riesa. Anfang November dann wurde gedreht und am 8. Dezember war die Sendung im MDR zu sehen. „Wir werden wohl nie erfahren, ob wir ohne das Fernsehen jetzt auch schon Licht hätten“, sagt die Anwohnerin. Die Medienpräsenz wird die Aufmerksamkeit von Verwaltung und Stadträten für die Straße in der Delle mit Sicherheit fokussiert haben.

Anwohnerin Steffi Grahl ist zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Öffentlichkeitsarbeit. „Es sieht ordentlich aus, was die Stadt hier veranlasst hat und die neuen Straßenlaternen leuchten in dem gleichen warmen Licht wie die anderen Laternen.“ Nur eine Leuchte scheine nicht ganz in Ordnung zu sein. „Mal geht sie an, mal nicht.“

Die Masten der maroden Laternen sind oben abgefräst worden, dann wurde eine 1,20 Meter lange Stützkonstruktion aus Metall angebracht, die den Mastkopf mit der Leuchte nun wieder hält. „Neben den fünf kaputten Masten wurden auch vorsorglich zwei weitere bestückt, die schon kritisch aussahen“, teilte Stadtsprecher Uwe Päsler mit. „Da dürfte also zeitnah nichts mehr passieren. Die Manschetten können wir auch wiederverwenden für kommende Fälle dieser Art, die unweigerlich kommen werden“, prognostiziert Päsler. Die Lösung Am Hang ist jedoch nur ein Provisorium. Denn ein weiteres Problem liegt unter der Erde: die alte Verkabelung aus den 1960er Jahren. Die Beleuchtung muss daher früher oder später grundhaft saniert werden. „Die komplette Erneuerung auf rund 900 Metern Länge steht für rund 86 000 Euro im Haushaltsentwurf für dieses Jahr“, teilte Päsler mit.

Der Finanzplan der Stadt Riesa soll am 11. März vom Stadtrat beschlossen werden, dann könnten die Bauarbeiten schon im Sommer beginnen.

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