merken
PLUS Pirna

Dem Menschen keine Lösung aufdrücken

Mirjam Gremm ist das neue Gesicht der Allgemeinen Sozialen Beratung der Diakonie Pirna. Sie hört ihren Klienten ganz genau zu.

Für Mirjam Gremm steht immer der Mensch im Vordergrund.
Für Mirjam Gremm steht immer der Mensch im Vordergrund. © Daniel Schäfer

Seit Mai ist Mirjam Gremm für die Allgemeine Soziale Beratung der Diakonie Pirna  verantwortlich. Ebenso wie ihr Vorgänger Tobias Hupfer ist die 39-Jährige nah an den Menschen dran. Hupfer arbeitet jetzt als Fachbereichsleiter der Diakonie Pirna. Mirjam Gremm wurde in Leipzig geboren, studierte Sozialarbeit in Freiburg im Breisgau und arbeitete unter anderem bei sozialen Trägern in Chemnitz und Dresden. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit der SZ sprach sie über ihre Arbeit vor Ort, welche Hilfe sie anbieten möchte, und über Grenzen, die ihr gesetzt sind.  

Frau Gremm, welche Akzente setzen Sie als Kirchenbezirkssozialarbeiterin?

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Ich denke, jeder Mensch ist ein eigenes Universum. Er verdient es, dass man ihm genau zuhört  und sich Zeit für ihn nimmt, um gemeinsam seine Probleme zu lösen. Ich bin der Meinung, dass der Mensch oftmals die Lösung seines Problems schon selber in sich trägt. Meine Aufgabe ist es, gemeinsam im Gespräch diesen Lösungsweg herauszuarbeiten. 

Wie wollen Sie das realisieren?

Auf keinen Fall kann ich dem Klienten, der zu mir kommt, diese Arbeit abnehmen. Das heißt, ich kann ihm keine fertige Lösung anbieten, aber ich kann ihm bei der Findung helfen. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Stichwort.  Welche Ideen hat derjenige zum Beispiel selber? Da ist genaues Hinhören meinerseits gefragt. Ich möchte den Menschen wahrnehmen, biete aber auch ganz konkrete Hilfe an. Zum Beispiel Unterstützung bei Anträgen sowie Begleitung bei Behördengängen, wenn das gewünscht wird. Die Kooperation mit diesen und den vielfältigen sozialen Angeboten in Pirna sowie natürlich die Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden ist mir sehr sehr wichtig. Für Anfragen aus dem ländlichen Raum verweise ich auch gern auf das Angebot der Mobilen Sozialen Beratung der Diakonie. Eine Zielgruppe, die mir unter anderem besonders am Herzen liegt,  sind Menschen mit sogenannter Hörbehinderung.  Das liegt vermutlich auch daran, dass ich früher mit vielen betroffenen Menschen zusammengearbeitet habe und um die Auswirkungen auf den Alltag weiß. 

Mit welchen Problemen kommen die Menschen zu Ihnen?

Das ist sehr unterschiedlich. Es geht über Erstberatung in schwierigen Lebenslagen , Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Pflege, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme. Das Thema Wohnung beziehungsweise Verwahrlosung spielt auch mit rein. 

Wie erreichen die Menschen Sie? 

Meistens rufen mich ratsuchende Menschen im Vorfeld an, sodass wir dann einen Termin vereinbaren können. Ich biete aber auch eine offene Sprechstunde in dem Kirchgemeindezentrum in Copitz an der Schillerstraße 21 a an. Sie ist dienstags von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.  Wichtig ist, dass sich jeder, wirklich jeder, an mich wenden darf. Die Beratungen sind kostenlos und unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht. Was hier besprochen wird, bleibt im Raum. 

Machen Sie auch Hausbesuche? 

Wenn es ausdrücklich gewünscht wird, ja. Die Diakonie Pirna hat eine Kooperation mit der Wohnungsgesellschaft Pirna. In schwierigen Fällen werde ich hinzugezogen.  

Wie reagieren Sie, wenn beispielsweise ein Bürger Sie darüber informiert, dass jemand in seiner Nachbarschaft ganz offensichtlich Probleme hat?

Natürlich gehe ich diesem Hinweis über einen Dritten nach und würde in solch einem Fall den Informanten zu einem Gespräch zu mir einladen, damit ich mir ein klareres Bild machen kann. Ich würde ihm dann meine Kontaktdaten mitgeben, mit der Bitte, diese dem Betroffenen zu überreichen.  Direkt zu der Person hinzufahren, ist nicht möglich, das hängt auch mit dem Datenschutz zusammen. Außerdem gilt das pädagogische Prinzip, dass der Betroffene die Hilfe auch selber annehmen muss. Damit komme ich wieder auf den Anfang unseres Gesprächs. Mein Grundsatz ist, dass ich niemanden etwas aufdränge, sondern nur anbiete. 

Das Gespräch führte Mareike Huisinga.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen 

Mehr zum Thema Pirna