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Dem Schloss fehlen Wegweiserschilder

Herr Finck, welche Schwerpunkte haben Sie für die nächste Zeit in der Studienstätte gesetzt? Wir haben viel vor. Unter anderem steht die Gestaltung des Winckelmann-Tages im September auf der Tagesordnung,...

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Herr Finck, welche Schwerpunkte haben Sie für die nächste Zeit in der Studienstätte gesetzt?

Wir haben viel vor. Unter anderem steht die Gestaltung des Winckelmann-Tages im September auf der Tagesordnung, außerdem beteiligen wir uns am Tag des offenen Denkmals, bei dem wir durch General Moreau unmittelbar berührt sind. Er kämpfte an der Seite des Zaren gegen Napoleon und wurde im Jahre 1813 auf der Räcknitzhöhe schwer verwundet. Seine beiden Beine wurden ihm hier im Nachbarzimmer amputiert. Groß geschrieben wird ferner die Mitgliederwerbung.

Bei den Konzerten sind Sie aber kürzer getreten …

Wir haben nur noch ein Konzert pro Monat, weil unser Publikum ja begrenzt ist. Mit zwei Veranstaltungen würden wird die Interessenten überfordern. Dafür bekommen wir zum Beispiel beim Festival „Mitte Europa“ eine Top-Besetzung hierher (siehe Kasten). Dieses Konzert ist fast ausverkauft.

In den letzten Jahren wurde im Schloss vieles erneuert. Was ist der Stand heute?

Erst vor vier Wochen ist der blaue Salon fertig geworden, ein größerer Raum in der ersten Etage. Die Wandbilder erzählen die Geschichte von Amor und Psyche. Das Zimmer steht unter anderem für private Feiern zur Verfügung.

Ein großes Handicap ist, dass seinerzeit weder die Gemeinde noch der Freistaat erkannt haben, dass das Ensemble zusammengehört. Sowohl der hintere Teil mit dem Verwaltergebäude und dem Waschhaus als auch die Orangerie sind an Gesellschaften gegangen, die es heute nicht mehr gibt. Wir kommen jedoch an diese Flächen nicht heran, weil die Preisvorstellungen zum Teil überhöht sind. Ich wünsche mir zu meinem 85. Geburtstag, dass die Turmuhr wieder schlägt. Doch bislang hat sich niemand gefunden, der sie täglich aufzieht.

Seit langem bemühen Sie sich, den Kontakt zur Dresdner Universität zu vertiefen. Gibt es Fortschritte?

Professor Jürgen Müller vom TU-Institut für Kunst- und Musikwissenschaft bringt Stipendiaten aus Italien zu uns, dafür können Dresdner Studenten im Rahmen eines Austausches nach Pisa fahren. Das ist bereits angeschoben. Außerdem ist geplant, dass Feste – zum Beispiel die Begrüßung neuer Studenten – bei uns stattfinden. Damit gibt es eine Anbindung an das Universitätsleben. Kolloquien finden bereits hier statt.

Wie gestaltet sich das Zusammenleben mit Bannewitz?

Von der Gemeinde Bannewitz werden wir oft als kultureller Mittelpunkt gesehen. So sind wir Gastgeber für die Verleihung des Kunstpreises der Gemeinde. Mit dem Bürgermeister gibt es ein gutes Einvernehmen. Ich persönlich bin gut in die Kirchgemeinde Bannewitz eingebunden, mit der wir bei Veranstaltungen zusammenarbeiten. Ein Beispiel dafür sind die Parkgottesdienste.

Im Zuge des Autobahnbaus wurde die B 170 vor Ihren Toren umgestaltet, einen Hinweis auf den Weg zum Schloss Nöthnitz sucht man vergebens. Wird sich das ändern?

Es hat einen jahrelangen Kampf um eine Beschilderung gegeben. Demnächst sollen zwei Schilder aufgestellt werden: Eins an der Kreuzung B 170/Winckelmannstraße, ein anderes weiter oberhalb an der B 170. Auch hat die Autobahngesellschaft zugesichert, an der A 17 ein weiteres Hinweisschild zu platzieren. Es soll aber noch mehr passieren: So wurde zugesagt, die Mauer entlang der B 170 zu erneuern und für die gefällten Bäume Ersatz zu schaffen.

Gespräch: Domokos Szabó