merken
PLUS

Demokratie missbraucht

über Anti-Wahlwerbung in Liebstadt

Heike Wendt

Wer in Liebstadt Politik machen will, hat viele Nüsse zu knacken. Ein Schloss, das immer mehr auseinanderbröckelt und dessen Verkauf die Meinung der Einwohner spaltet, eine leere Haushaltskasse, die drohende Kappung der Talstraße mit dem Bau eines Rückhaltebeckens. Entscheidenden Einfluss auf Liebstadts Weiterentwicklung hat der Stadtrat mit strategischen Entscheidungen. Da ist es nicht unerheblich, welche Personen in dem Gremium sitzen. Dass jeder Kandidat alles daran setzt, viele Stimmen zu sammeln, ist nachvollziehbar.

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Die Stimmung und die Meinung der Wähler jedoch mit solchen Mitteln wie dem Schmähschreiben zu beeinflussen, wie es in Liebstadt geschehen ist, geht eindeutig unter die Gürtellinie. Mit Engagement für den eigenen Wohnort oder Demokratie hat das überhaupt nichts zu tun. Wer seine Stadt weiterbringen will, soll offen auftreten und seine Meinung vertreten. Die kläglichen Versuche, den Anschein zu erwecken, dass die Schrift von amtlichen Stellen weitergeleitet wurde, lassen auf sehr viel Energie schließen. Das schützt jedoch nicht vor den Konsequenzen. Freie Meinungsäußerung ist hier eindeutig mit Diffamierung verwechselt worden. Das kann nicht ohne Weiteres hingenommen werden.